Stadt muss 80 Flüchtlinge aufnehmen

Langen - Die Stadt Langen muss nach neuesten Vorgaben des Kreises in diesem Jahr 80 Asylbewerber aufnehmen. Den Verantwortlichen im Rathaus ist es dabei wichtig, eine Gettobildung zu vermeiden. Von Markus Schaible 

„Die Flüchtlingsströme weltweit werden größer“, weiß Carsten Weise, zuständiger Fachbereichsleiter im Rathaus. Und ein Teil der Menschen komme in die EU und damit auch nach Deutschland. Die Verteilung erfolgt „von oben nach unten“: Der Bund weist dem Land ein Kontingent zu, dieses verteilt es auf die Kreise, diese letztlich in die Kommunen.

„Wir haben keine leer stehenden Immobilien, die wir dem Kreis anbieten können“, stellt Bürgermeister Frieder Gebhardt klar. Die Stadt habe mit einer ganzen Reihe von Immobilienbesitzern, sowohl im Wohn- als auch im Gewerbebereich, Kontakt aufgenommen. Allerdings bislang ohne großen Erfolg.

Der Kreis drohe in letzter Instanz mit Zwangsunterbringung, etwa in einer Turnhalle. Aber Gebhardt ist guter Dinge, dass es so weit nicht kommt: „Das ist keine Lösung. Wir bieten an, was wir haben.“ Die Stadt weise auch immer darauf hin, dass sie in der Vergangenheit durch das Hessische Übergangswohnheim bereits stark belastet worden sei. Dies werde auch anerkannt, erklärt Gebhardt.

Lampedusa: Flüchtlingselend in Italien

Lampedusa: Flüchtlingselend in Italien

Der Kreis sei zudem schon von sich aus tätig geworden und habe in einem Haus in der Straße Am weißen Stein etwa 20 Flüchtlinge untergebracht. Und hat dabei offenbar vergessen, dies der Stadt mitzuteilen. Denn im Rathaus erfuhr man erst durch Nachfragen von Nachbarn davon. Zudem seien zwei Asylbewerber im Boarding House an der Rheinstraße untergekommen.

Was auf jeden Fall verhindert werden müsse, sei eine zentrale Unterbringung einer größeren Anzahl von Flüchtlingen. „Wenn sie in einem Haus mit 80, 90, 100 anderen leben, integrieren sie sich nicht“, sagt Weise. Und das berge Konfliktpotenzial.

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare