Haus für alle Generationen

Stadt plant Familienzentrum mit Kindertagesstätte

Ungenutzt: Der einstige Ami-Supermarkt und das alte Heizkraftwerk der Stadtwerke mit seinem markanten Turm sollen einem Familienzentrum mit integrierter Kindertagesstätte weichen. Foto: Stadt
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Ungenutzt: Der einstige Ami-Supermarkt und das alte Heizkraftwerk der Stadtwerke mit seinem markanten Turm sollen einem Familienzentrum mit integrierter Kindertagesstätte weichen.

Und noch ein Projekt zur Schaffung dringend benötigter Plätze in der Kinderbetreuung: Im Wohngebiet Neurott soll ein Familienzentrum mit integrierter Kita entstehen.

Langen – Ausgeguckt hat sich der Magistrat dafür das Gelände des alten Heizkraftwerks und des früheren PX (Supermarkt der US-Army) an der Steubenstraße. Für Langen wäre ein solches Familienzentrum mit Kita ein Pilotprojekt, betont Erster Stadtrat Stefan Löbig (Grüne): „Damit können wir sowohl dringend benötigte Kitaplätze schaffen als auch Beratung, Altenarbeit und Bildungsmöglichkeiten offerieren. “.

Das Zentrum solle als Treffpunkt für die Nachbarschaft, für Familien und vor allem für Jung und Alt die Infrastruktur in dem durch Nordumgehung und Wirtschaftszentrum von der Stadt abgetrennten Viertel aufwerten. Ins Boot geholt werden sollen auch Kooperationspartner, angefangen von der städtischen Volkshochschule und der Musikschule, für die es an der neuen Adresse Kursräume geben soll.

Die Tageseinrichtung für Kinder innerhalb des Zentrums ist nach einer Machbarkeitsstudie der Kommunalen Betriebe auf fünf Gruppen mit 24 Betreuungsplätzen für unter Dreijährige und 75 für über Dreijährige ausgelegt. In der Überlegung ist, dass sie von der Stadt selbst betrieben wird und nicht von einem freien Träger, wie es seit längerer Zeit gemäß eines Stadtverordnetenbeschlusses praktiziert wird. „Weil das Familienzentrum Neurott aber die erste Einrichtung dieser Art wäre, können wir uns gut vorstellen, von der zuletzt eingeschlagenen Linie abzuweichen und das Ganze in Eigenregie zu fahren“, erklärt Löbig. Im Planungsprozess solle die beste Alternative ausgelotet werden.

Allein mit Blick auf die große Nachfrage in der Kinderbetreuung sei das Projekt ein enormer Gewinn. „Wir können mit dem Zentrum aber noch viel mehr verwirklichen und den Stadtteil bereichern“, betont der Erste Stadtrat. Vorgesehen seien beispielsweise ein Café und ein variabler Veranstaltungsraum mit Außenbereich für bis zu 50 Personen. Er könne für Kreativangebote, kleinere Feiern oder gemeinschaftlich von verschiedenen Gruppen und interkulturellen Vereinen genutzt werden. Auch an Jugendarbeit ist gedacht. Überdies werde es Beratungs- und Bildungsangebote geben.

„Beim Familienzentrum orientieren wir uns am Bildungs- und Erziehungsplan des Landes Hessen“, erläutert Löbig. Dieser sehe vor, Kindertageseinrichtungen zu Nachbarschafts- und Kommunikationszentren weiterzuentwickeln. Ganz in diesem Sinne soll an der Steubenstraße eine Plattform für Organisationen und Vereine entstehen, die sich in das Viertel einbringen und Familien vor Ort unterstützen, ein soziales Netz aufzubauen. Großer Wert werde zudem darauf gelegt, den generationsübergreifenden Austausch zu fördern. Information, Beratung und Hilfe sollen dazu beitragen, den Zusammenhalt im Quartier zu fördern.

Das knapp 4 000 Quadratmeter große Grundstück gehört der Stadt. Entstehen soll ein zweigeschossiges Gebäude, das auch ein dringend benötigtes Zentrallager für den städtischen Fachbereich Soziales und Bildung beinhaltet. Auch ein Spielgelände wird nicht fehlen.

Das frühere Heizwerk haben die Stadtwerke schon vor einigen Jahren stillgelegt. 2015 nahm das Versorgungsunternehmen ganz in der Nähe eine moderne Zentrale mit Blockheizkraftwerk in Betrieb, die die alten und neuen Wohnungen in der früheren Housing Area (siehe Kasten) mit Wärme beliefert.

Gehaltvoll ist bei dem Familienzentrum aber nicht nur das Konzept, sondern auch das Kostenvolumen. Nach einer Berechnung der Kommunalen Betriebe würde das Vorhaben mit rund 7,7 Millionen Euro zu Buche schlagen. Bei Bund und Land sollen Zuschüsse beantragt werden.

Das Projekt wird heute im Sozial- und am Donnerstag, 26. September, im Haupt- und Finanzausschuss beraten, bevor am 17. Oktober die Stadtverordnetenversammlung darüber abstimmt. Anschließend könnten die Planungs- und Bauleistungen ausgeschrieben und die genauen Zeitabläufe und Kosten ermittelt werden. Auch der zusätzliche Personalbedarf ließe sich dann kalkulieren.  ble

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