Strandbad geschlossen

Chaos am Langener Waldsee: Jetzt zieht die Stadt Konsequenzen

Dieses Bild mit dem rosa Flamingo ist erst mal Geschichte: Der Langener Badesee schließt aufgrund der Vorkommnisse der vergangenen Wochen seine Pforten. Schade für diejenigen, die sich an die Regeln hielten.
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Dieses Bild mit dem rosa Flamingo ist erst mal Geschichte: Der Langener Badesee schließt aufgrund der Vorkommnisse der vergangenen Wochen seine Pforten. Schade für diejenigen, die sich an die Regeln hielten.

Das Chaos am Langener Waldsee vom Wochenende hat weitreichende Konsequenzen. Die Stadt Langen gibt gestern Nachmittag bekannt: Das Strandbad schließt ab heute bis auf Weiteres seine Pforten.

Langen - Die Ignoranten, die sich am Langener Waldsee an keine Regeln hielten, haben allen anderen den Badespaß zunichtegemacht. Die Gründe sind fast ausschließlich außerhalb der Seegrenzen zu suchen. An Wochenende war es auch mit großem Polizeiaufwand, den Kräften vom Ordnungsamt und dem Einsatz von Security kaum gelungen, den Verkehr, die Zufahrt und den Einlass in geregelte Bahnen zu lenken.

Da die Sicherheit nicht mehr gewährleistet werden kann, haben Stadt sowie Bäder- und Hallenmanagement Langen GmbH (BaHaMa) gestern die Entscheidung getroffen. Zudem wird für das Freizeit- und Familienbad ein Online-Ticketsystem eingerichtet. Der Zugang zum Bad in der Teichstraße ist dann nur noch mit Dauerkarten oder vorab gekauften Tickets möglich.

Das heiße Wetter hat die Menschen in Scharen in die Freibäder gelockt: Speziell das Strandbad am Waldsee war in den vergangenen Tagen das Ziel vieler, die Erfrischung suchten. Doch damit ist nun Schluss. „Es tut uns leid für die 80 Prozent der Besucherinnen und Besucher, die sich anständig verhalten haben“, bedauert Bürgermeister Jan Werner. „Aber es gibt leider einen deutlichen Anteil von Unbelehrbaren. Die Waldbrandgefahr ist einfach zu hoch.“ Deshalb sei die Schließung schweren Herzens beschlossen worden.

Trotz der eindeutigen Aussage von Polizei, Stadt und BaHaMa, dass eine Anreise zum Strandbad nur mit Fahrrad oder zu Fuß erfolgen kann, hatten sich am Wochenende wieder viele Menschen aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet mit dem Auto oder Motorrad auf den Weg gemacht. „Wir hatten uns von der Schließung des Parkplatzes im Bad, der nun mal nicht die Fahrzeuge aller Besucher aufnehmen kann, ein eindeutiges Signal erhofft“, sagen die BaHaMa-Geschäftsführer Manfred Pusdrowski und Joachim Kolbe. „Bei vielen hat das auch Wirkung gezeigt. Es kamen so viele Badegäste wie noch nie mit dem Rad oder zu Fuß.“ Trotz des geschlossenen Parkplatzes seien die Maximalkapazitäten erreicht worden.

Viele von denen, die mit dem Auto kamen, ließen sich allerdings auch von Polizei und Security nicht abhalten. Sie stellten ihre Fahrzeuge an der teilweise vierspurigen Bundesstraße oder im Wald ab. Allein die Polizei habe zwischen Freitag und Sonntag mehr als 300 Strafzettel geschrieben, berichtet die Stadt. Fällig werden bis zu 150 Euro, zudem gibt es unter Umständen noch einen Punkt in Flensburg.

Auf der B 44 kam es zu zahlreichen äußerst gefährlichen Situationen und im Wald herrscht extreme Brandgefahr. Zudem waren die Rettungswege teilweise nicht mehr befahrbar. Da alle Appelle nichts genutzt haben, sei als letzte Konsequenz nun die Schließung des Strandbades ab sofort beschlossen worden.

Nachdem die Situation im Freizeit- und Familienbad in der Teichstraße in den vergangenen Wochen relativ entspannt war, gab es auch dort am heißen Wochenende einen Besucheransturm. Dieser führte zu teilweise langen Warteschlangen vor dem Eingang. Ab 13 Uhr ging am Sonntag nichts mehr. Das Bad war mit 1500 Leuten maximal besetzt und die Schlange in der Teichstraße wurde immer länger. Von einem ausreichenden Abstand konnte keine Rede sein. Um dies zukünftig zu vermeiden, wird nun doch ein Online-Ticketsystem eingerichtet. Voraussichtlich von Freitag an können über die städtische Internetseite www.langen.de Karten gekauft werden. Ein Einlass ist dann nur noch mit diesen Tickets oder vorab erworbenen Dauerkarten für die städtischen Bäder möglich. Einen Kartenverkauf am Einlass wird es nicht mehr geben.Von Nicole Jost

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