Urkunde als Trostpflaster

Kultureller Förderpreis: Wallschule auch ohne Aufführung ausgezeichnet

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Im ganz kleinen Kreise: Bürgermeister Frieder Gebhardt (links) und Uwe Sandvoß, Leiter des Fachdienstes Kulturelle Bildung, haben Wallschulleiterin Anja Knauß die Urkunde zum Kulturellen Förderpreis überreicht.

Gerade erst hat die Stadt verkündet, wer den Kulturpreis 2020 erhält, da geht der Blick noch einmal zurück auf das vergangene Jahr.

Langen – Im ganz kleinen Kreise und damit natürlich völlig anders als geplant haben Bürgermeister Frieder Gebhardt und Uwe Sandvoß, Leiter des Fachdienstes Kulturelle Bildung, Schulleiterin Anja Knauß die Urkunde zum Kulturellen Förderpreis 2019 für die Wallschule überreicht. Die Corona-Pandemie machte der ursprünglich geplanten Preisverleihung vor großem Publikum in der Stadthalle einen Strich durch die Rechnung. .

Verdient gemacht hatte sich die gesamte Grundschulgemeinde mit ihrem musikalischen Projekt „TheaTAMTAM“. Bei den Vorbereitungen zum Musical standen ein Schuljahr lang Musik, Gesang und szenisches Spielen mit auf dem Stundenplan der Sechs- bis Elfjährigen. In dem Stück, das inhaltlich an „Der König der Löwen“ angelehnt ist, engagierten sich knapp 160 Kinder aus der Wallschule. Mit von der Partie waren außerdem Mädchen und Jungs aus städtischen Kitas. Unter Regie der Musikschule und mit Hilfe des Schultheaterstudios Frankfurt, der örtlichen Seniorenhilfe und des Orchestervereins probten alle für zwei große Aufführungen, die eigentlich im Mai in der Stadthalle über die Bühne gehen sollten.

„Musikalische Bildung ist ein wichtiger Baustein im Leben junger Menschen“, sagt Bürgermeister und Jury-Mitglied Frieder Gebhardt. „Das Projekt TheaTAMTAM lässt eine ganze Schulgemeinde musizieren, ist außergewöhnlich und schafft vorbildlich stadtweite Kooperationen, deren Strukturen auch in Zukunft von Nutzen sind“, ergänzt der Rathaus-Chef bei der Übergabe der Urkunde. „Alle, die in den vergangenen Monaten daran mitgewirkt haben, können sehr stolz auf diese Leistung sein.“

Die Enttäuschung über die durch die Pandemie geplatzten Auftritte bei den kleinen Akteuren ist groß. „Ich bin traurig, weil ich mich schon ganz lange darauf gefreut habe. Wir haben so viel geübt“, sagt Frieda, die die Notbetreuung der Wallschule besucht. Ihre Freundin Marijana berichtet: „Wir haben uns so viel Mühe gemacht, Kostüme genäht und Dekoration gebastelt.“ Aufmunternde Worte findet Schulleiterin Anja Knauß dennoch. „Das Projekt hat die Gemeinschaft in der Schule gefördert und die Kooperation mit der Musikschule ist wirklich ein Geschenk“, zieht sie Bilanz. Vonseiten des Kollegiums, aber auch der Elternschaft sei sehr viel Unterstützung gekommen, ohne die alles nicht möglich gewesen wäre. Lehrkräften wie ihrer Kollegin Ellen Kürschner, die zahlreiche Stunden in Organisation, Konzeptarbeit und Ideenfindung investiert habe, gebühre daher besonderer Dank. Der große Lichtblick: Für das nächste Schuljahr ist angedacht, das Projekt zu Ende zu führen.

Die Stadt vergibt den Kulturellen Förderpreis im jährlichen Wechsel mit dem Kulturpreis. Mit der Ehrung sollen Künstler mit großem Potenzial gefördert und bekannt gemacht werden. Auch Vereine und Initiativen, die sich auf künstlerischem, heimatkundlichem oder heimatpflegerischem Gebiet engagieren, kommen in Frage.

ble

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