Abholung mit Sicherheitsabstand

Kleine Freude für Grundschüler: Wallschule „versteckt“ Überraschungsbeutel am Zaun

Mit ausreichendem Abstand haben die Kinder der Wallschule ihre Päckchen vom Schulzaun abgeholt, wie hier Lukas aus der 3a. Dafür gab es einen festen Zeitplan. Foto: Strohfeldt
+
Mit ausreichendem Abstand haben die Kinder der Wallschule ihre Päckchen vom Schulzaun abgeholt, wie hier Lukas aus der 3a. Dafür gab es einen festen Zeitplan.

Die coronabedingten Schulschließungen und das Lernen zuhause stellte so manche Familie in den vergangenen Wochen vor große Herausforderungen.

Langen – Den Kindern fehlen der gewohnte Alltag, das Zusammensein mit ihren Freunden und schulische Rituale wie das Suchen der Osterkörbchen auf dem Wallschulgelände. Deshalb organisierte die Grundschule in der Altstadt für die Kinder zu Ostern eine besondere Überraschung: Sie durften sich einen Beutel von einem kleinen privaten „Gabenzaun“ abholen, der an der Schule eingerichtet wurde.

Initiatorin der Aktion ist die Lehrerin Dörte Kilper. „In Zeiten von Social Distancing in Verbindung mit den Kindern zu bleiben ist ein Drahtseilakt. Einerseits muss persönlicher Kontakt gemieden werden, andererseits ist es unser Auftrag, für das Wohl unserer Schulkinder Sorge zu tragen. Viel wird online abgewickelt. Aber es war uns ein Bedürfnis, den Kindern wenigstens zu Ostern eine persönliche Nachricht zukommen zu lassen, ohne die Regeln zu verletzen“, so Kilper.

So kam sie auf die Idee, Geschenkbeutelchen an den Schulzaun zu hängen, die sich die Grundschüler kontaktlos abholen können. „Diese Idee gibt es bereits in anderen Städten, wir haben sie aufgegriffen“, sagt die Lehrerin. Schulleitung und Kollegium waren sofort begeistert. Als klar war, dass das Ordnungsamt nichts zu beanstanden hat, legte das Team der Wallschule mit den Vorbereitungen los.

Ab dem Ferienbeginn nähten Lehrerinnen und Lehrer im Akkord bunte Stoffbeutel, zudem gestalteten sie Bastelanleitungen und die dafür benötigten Materialien. „Außerdem ist ein Brief an Kinder und Eltern im Beutel und natürlich etwas Süßes“, sagt Kilper. Die Aktion solle ein wenig Freude und Zuversicht schenken. „Es ist ein Signal, dass wir auch in schwierigen Zeiten eine Gemeinschaft sind und an die Kinder und Familien denken“, sagt Schulleiterin Anja Knauß.

In den selbst genähten Beuteln finden sich ein Brief, etwas zum Malen und Basteln und eine süße Kleinigkeit. 

Damit die Kontaktbeschränkungen eingehalten werden, erhielten die Kinder der einzelnen Klassen der zweizügigen Schule im Laufe eines Tages jeweils ein einstündiges Zeitfenster, in dem sie ihren Beutel unter entsprechenden Sicherheitsbelehrungen kontaktlos vom Außenzaun der Wallschule abholen konnten. „Die Kinder haben das toll gemacht und die Abstände gut eingehalten“, sagt Kilper. Viele kamen von einem Elternteil begleitet. „Wir sind überrascht, wie gut das lief.“ Alle hätten ihre Beutel rasch mit ausreichendem Abstand abgeholt, niemand habe ein Schwätzchen gehalten. Auch einige Klassenlehrer ließen sich das Spektakel nicht entgehen und winkten aus den Fenstern der Schule ihren Schützlingen und riefen ihnen zu.

„Die Aktion ist total gut angekommen und wir haben goldige Reaktionen von Kindern und Eltern erhalten“, freut sich Kilper. Fast alle Beutel wurden abgeholt, die übrig gebliebenen haben Lehrer dann kontaktlos bei den Schülern abgegeben. Schulleitung und Kollegium sind mit der Aktion zufrieden. „Für den Freudenglanz und die strahlenden Kinderaugen hat sich das große Engagement des Kollegiums mehr als gelohnt“, sagt die stellvertretende Schulleiterin Linda Wolters. Denn wegen der Kontaktbeschränkungen mussten die Lehrer die Vorbereitungen ohne Treffen meistern und konnten sich nur telefonisch absprechen. „Eine Herausforderung, die uns aber als Team gut gelungen ist“, resümiert Kilper.

VON JULIA RADGEN

Unterdessen ist der Langener Jonas Fisch ist mit seinem selbst programmierten Computerspiel „Prim – Tochter des Todes“ für den Deutschen Computerspielpreis nominiert.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare