Einstimmiger Beschluss zum Eintritt in Planungsgesellschaft

Wegweisende Weichenstellung in Langen für Regionaltangente West

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Langener Wunsch: Nach Meinung nicht nur der Stadt soll die RTW nach Süden verlängert werden.

Direkt mitsprechen statt sich nur von Dritten vertreten zu lassen: Langen soll nach dem Wunsch aller in der Stadtverordnetenversammlung vertretenen Fraktionen selbst Gesellschafter in der Planungsgesellschaft der Regionaltangente West (RTW) werden.

Langen – Einen entsprechenden gemeinsamen Dringlichkeitsantrag beschloss der Haupt- und Finanzausschuss einstimmig. Dringlich deswegen, weil diesen Donnerstag die Gesellschafterversammlung zusammentritt – und dieser das Ansinnen Langens bereits kundgetan werden soll.

Die Vorzeichen sind bekannt: Nach vielen Jahren der Planung scheint die Realisierung der RTW – also der Schienenverbindung zwischen dem Kreis Offenbach und dem Hochtaunuskreis mit Anbindung an den Flughafen und Frankfurt-Höchst – nun in greifbare Nähe zu rücken. Vorgesehene südliche Endpunkte derzeit: Neu-Isenburg und Dreieich-Buchschlag. Aus Sicht (nicht nur) der Verantwortlichen in Langen sollte die Bahntrasse aber noch verlängert werden. Die neueste Analyse zeigt, dass sich der Nutzen-Kosten-Faktor des Südabschnitts mit einer Anbindung Langens von 1,16 auf 1,24 verbessert.

Regionaltangente West: Kreis Offenbach vertritt Wunsch von Langen

Bislang wird Langen mit seinem Wunsch indirekt vom Kreis Offenbach in der RTW-Planungsgesellschaft vertreten. Deren Geschäftsführer Horst Amann hatte kürzlich aber kundgetan, dass ein Beitritt Langens dem Ansinnen mehr Gewicht geben würde.

Deshalb nun der interfraktionelle Antrag: In diesem wird der Magistrat beauftragt, unverzüglich alle notwendigen Schritte zum Eintritt Langens als Gesellschafter einzuleiten. Dazu werden in den Haushalt 2020 insgesamt 250.000 Euro eingestellt, die bis zu einer positiven Beitrittsentscheidung mit einem Sperrvermerk versehen werden.

„Der Dringlichkeitsantrag war notwendig, um noch vor der nächsten, richtungsweisenden Sitzung der Gesellschafterversammlung ein klares politisches Zeichen zu setzen und Langens Wunsch zu untermauern, an die Regionaltangente West angebunden zu werden“, erläutert der Vorsitzende des Haupt- und Finanzausschusses, Ulrich Vedder (CDU).

Regionaltangente West: Stadtparlament in Langen soll Antrag offiziell beschließen

Offiziell beschlossen werden muss der Antrag zwar noch am 12. Dezember im Stadtparlament. Da daran aber nach dem Ausschuss-Votum keinerlei Zweifel bestehen, kann der Magistrat das Beitrittsbestreben schon jetzt an die entsprechenden Stellen weiterleiten.

Dass die Verlängerung der RTW-Trasse bis nach Langen längst nicht mehr nur ein Wunsch der Stadt ist, sondern auch auf höherer Ebene als absolut sinnvoll erachtet wird, wurde kürzlich auch bei einer gemeinsamen Veranstaltung der Industrie- und Handelskammern Frankfurt und Offenbach, der Initiative PERFORM sowie der RTW-Planungsgesellschaft mit hochrangigen Vertretern aus Kommunal- und Landespolitik deutlich.

Regionaltangente West als „Paradebeispiel für einen besseren Schienenverkehr in der Region“

Kirsten Schoder-Steinmüller, Präsidentin der IHK Offenbach und Unternehmerin in Langen, erklärte dabei: „Die RTW ist ein Paradebeispiel für einen besseren Schienenverkehr in der Region. Durch sie werden zigtausende Arbeitsplätze in unseren Unternehmen und der Flughafen komfortabler und schneller erreichbar. Ohne das laufende Planungsverfahren zu gefährden, sollte versucht werden, die Potenziale einer Weiterführung der RTW bis Langen zu nutzen. Die Politik sollte nun mit Mut und Entschlossenheit die Realisierung vorantreiben und auch gleichzeitig weitere Projekte wie die Optimierung der Dreieichbahn oder den Schienenring um Frankfurt angehen.“

Und Geschäftsführer Amann gab sich optimistisch: „So weit wie jetzt war die RTW noch nie.“

VON MARKUS SCHAIBLE

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