Alte Stärken und neue Akzente

TVL- Blasorchester: Weihnachtspremiere für Taktgeber und Moderatorin

Zuhause in allen Genres von Klassisch bis Modern und am Ende höchst stimmungsvoll: das TVL-Blasorchester in Aktion. 
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Zuhause in allen Genres von Klassisch bis Modern und am Ende höchst stimmungsvoll: das TVL-Blasorchester in Aktion.

„Eigentlich war’s schön wie immer – aber doch ein bisschen anders. “ So urteilen etliche Stammgäste über das diesjährige traditionelle Weihnachtskonzert des Blasorchesters im TV Langen.

Langen – Was genau anders war, vermag niemand so recht an einer bestimmte Sache festzumachen. Die heimische TV-Halle am Jahnplatz ist wie immer weihnachtlich-festlich dekoriert, ein Weihnachtsbaum mit Lichtern steht vor der Bühne, diese ist wieder mit vielen roten Weihnachtssternen aus der Langener Blumenstubb dekoriert – und hinter den Musikern funkeln silberne Sterne am Bühnenhimmel. Dann tritt Manfred Seipel, Abteilungsleiter Musik, ins Rampenlicht, heißt die vielen Gäste – unter diesen wieder zahlreiche Ehrengäste – willkommen und stellt erst einmal den neuen Dirigenten vor.

„Manchmal liegt das Gute doch so nah, denn Carsten Vinson ist ein echter Langener Bub aus der Wassergasse“, stellt Seipel fest. Die musikalische Ausrichtung des Orchesters werde sich unter Vinsons Dirigat gewiss wandeln, ist Seipel überzeugt. „Vielleicht mehr hin zum Moderneren und das gerne – aber: Blasmusik soll auch weiterhin das Markenzeichen bleiben.“

Sodann folgt die nächste neue Personalie: Christa Sehring betritt die Bühne – und schlüpft in die Moderator-Rolle, die bislang ihrem Vater Heinz-Georg oblag. „Meine Eltern sind zum 90. Geburtstag unserer Oma nach Norddeutschland gefahren, deshalb habe ich die Moderation übernommen“, erklärte die eine Sehring-Tochter – die zweite Tochter Anna sitzt mit im Orchester.

Mit dem Arrangement „The Best Of James Bond“ von Paul Murtha setzte das Blasorchester dann schon mal ein erstes Zeichen unter der Führung des neuen Dirigenten. Carsten Vinson versteht es ausgezeichnet, sowohl das Orchester als auch die Solistin Ulrike Stateczny so zu führen, dass jeder in seinem Part „bestimmend“ ist.

Viel Beifall erntet das Ensemble auch für das moderne „Colorado“ sowie „Mountain Wind“ aus der Feder von Martin Scharnagl. Auf moderner Welle geht es mit „The Pink Panther“ weiter, wobei hier auch die vermeintlich ältere Generation im Saal durchaus jugendliche Emotionen zeigt und fröhlich im Takt mitschwingt. Mit „The Lion King“ setzen die Blasmusiker sozusagen den Marken-Schlusspunkt unter den ersten Teil des Konzerts.

In der Pause tauschen die Zuhörer bereits erste Eindrücke und Erkenntnisse aus. Die einen sind noch ganz angetan vom rosaroten Panther, die anderen verspüren noch geradezu den Bergwind.

Mit dem „Castaldo Marsch“ kehrt das Blasorchester im Anschluss zu seinen musikalischen Wurzeln zurück und belegt abermals, dass es klassische Blasmusik-Kompositionen bestens beherrscht. Dies gilt ebenso für die Polka „Ein halbes Jahrhundert“ zum runden Geburtstag  des Blasorchesters. Mit einer „neuen Frau an seiner Seite“ arrangiert sich Willi Helfmann – die junge Penelope Bredefeld spielt beeindruckend die zweite Tuba.

Wie Penelope im Kurzgespräch mit Christa Sehring verrät, war für sie schon mit drei Jahren klar, dass sie einmal Tuba spielen wollte – „und zwar vor ganz vielen Leuten“. „Wie ist das denn mit dem Üben zu Hause, was sagen da die Nachbarn?“, will die Moderatorin wissen. „Daheim brauche ich nicht zu üben – ich geh’ zweimal die Woche zum Musikunterricht, das reicht“, entgegnet die Tubistin schlagfertig. Aber einen besonderen Dank will Bredefeld doch loswerden – an ihren Papa: „Er bringt mich immer mit dem schweren Instrument zum Tuba-Unterricht.“

Im TVL-Blasorchester sitzen noch weitere vier „Neulinge“ die sich bestens „integriert“ haben. Das „Wake Me Up“ ist kein Weckruf an das hellwache Publikum, das bei „Evergreen from A Star Is Born“ und „Mamma Mia!“ ebenfalls mitgeht. Finaler Kontrast, aber beeindruckend stimmungsvoll dargeboten: das „In heil’ger Nacht“ – Weihnachten kann kommen!

VON LEO F. POSTL

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