Kopfstück des Stadthallen Triathlons

Zehn Jahre „neue“ Stadtbücherei: Mehr als 600 000 Besucher gezählt

Das Frühförderprogramm „Bücherzwerge“ gibt den Jüngsten, die zum Glück noch ohne Smartphone glücklich sein können, bunten Lesestoff an die Hand. Nur eines der vielen Angebote, mit denen die Stadtbücherei punktet. Foto: P
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Das Frühförderprogramm „Bücherzwerge“ gibt den Jüngsten, die zum Glück noch ohne Smartphone glücklich sein können, bunten Lesestoff an die Hand. Nur eines der vielen Angebote, mit denen die Stadtbücherei punktet.

Kennen Sie den Stadthallen-Triathlon? Mit dem Sport der eisernen Frauen und Männer hat der wenig gemein, mal abgesehen vom Dreiklang der Betätigung.

Langen – Der Stadthallen-Triathlon beruht auf Beobachtungen von Büchereileiter Thomas Mertin – Beobachtungen, die den Chef des Bücherhorts durchaus froh machen und die er wie folgt skizziert: „Die Leute kommen in den Stadthallenkomplex und gehen zuerst nach rechts ins Hallenbad, eine Runde schwimmen. Dann gehen sie ins Restaurant und essen etwas und anschließend verbringen sie Zeit hier bei uns in der Bücherei. “.

Die Abfolge darf gerne individuell variieren, die Botschaft bleibt die gleiche: Die Langener wissen das Nebeneinander von Angeboten für Glieder, Magen und Kopf zu schätzen und nutzen es rege. Mertin kann das mit eindrucksvollen Zahlen untermauern: „Seit dem Neustart vor zehn Jahren im Zuge der Wiedereröffnung der neuen Stadthalle hat unsere Stadtbücherei mehr als 600 000 Nutzer gezählt.“ Für deren Leiter bildet der Stadthallenkomplex auf der einen Seite der Südlichen Ringstraße die eine, hohen Freizeitwert verkörpernde Seite der Medaille, während gegenüber der Behördenkomplex mit Rathaus, Amtsgericht und Finanzamt die ernsteren Seiten des Lebens bedient. „Für mich die perfekte Verkörperung der Stadt der kleinen Dienstwege“, schlussfolgert Thomas Mertin.

In der Tat mag Ähnliches den Planern durch den Kopf gegeistert sein, als sie dereinst das Sport-, Kultur- und Freizeitzentrum Stadthalle neben das Behördenzentrum verorteten. Den wahren Kick brachte freilich die umfangreiche Sanierung des Stadthallenkomplexes samt Bücherei und dessen Wiedereröffnung im November 2009. Insofern gibt es Jubiläen zu feiern – was am 23. November in der Bücherei geschehen wird (siehe Infokasten).

Vom Umbau der Stadthalle habe die Bücherei kolossal profitiert, stellt Mertin unumwunden fest. „Dadurch hat sich die Publikumsfläche beinahe verdoppelt.“ Größer, heller und allgemein freundlicher präsentiert sich der Bücherhort seither. Um im Internet-Zeitalter zu punkten, gerade bei der jungen Leserschaft, muss man neue Wege gehen. In Langen greift ein Konzept, das den „Lernort“ etabliert und mit hoher Aufenthalts- beziehungsweise Nutzungsqualität punktet. Das Medien- und Technikangebot ist aufgerüstet, seit 2010 steht allen Lesern die „Onleihe“ zum Ausleihen von digitalen Büchern, Hörbüchern, Zeitschriften und Zeitungen rund um die Uhr zur Verfügung. „Zwei Internet-PC, ein Arbeits-PC mit Drucker und WLAN werden stark genutzt“, sagt Mertin.

Resultat: Die Ausleihzahlen der Bücher, Hörbücher, DVDs und Zeitschriften bleiben seit Jahren auf einem stabil hohen Niveau. Die vielen Veranstaltungen zur Lese- und Literaturförderung für Kinder und Erwachsene sind ebenfalls Publikumsmagneten.

VON HOLGER BORCHARD

Wohin mit Abfall und Dreck? Die Frage treibt kommunale Verwaltungen und Entsorger um. In Langen möchten Betriebe Abfall-Unterflursysteme zum Standard machen.

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