Abfallsatzung

Langen zieht bei Restmüllgebühr nach

Wertstoffhof aus der Vogelperspektive: Seit August 2018 ist der neu gebaute KBL-Betriebshof zentrale Annahmestelle für den Müll aus Langen und Egelsbach. Mit der Änderung der Abfallsatzung will der Magistrat nun noch einen Gebührenunterschied ausgleichen.  archiv
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Wertstoffhof aus der Vogelperspektive: Seit August 2018 ist der neu gebaute KBL-Betriebshof zentrale Annahmestelle für den Müll aus Langen und Egelsbach. Mit der Änderung der Abfallsatzung will der Magistrat nun noch einen Gebührenunterschied ausgleichen.

Der Langener Magistrat will eine noch bestehende Gebührenungleichheit beseitigen. Die Abfallsatzung soll dafür geändert werden.

Langen – Seit der Gründung der gemeinsamen Gesellschaft ALEG Abfallservice GmbH am 1. Januar 2019 hat sich die interkommunale Zusammenarbeit zwischen Langen und Egelsbach in der Abfallwirtschaft nach Ansicht der Verantwortlichen bewährt. Jetzt will der Langener Magistrat eine noch bestehende Gebührenungleichheit beseitigen – und dazu die Abfallsatzung ändern.

Restmüll, Altpapier und Verpackungen (Grüner Punkt) werden in beiden Kommunen im sogenannten Holsystem bei den Haushalten/Betrieben mit Fahrzeugen und Personal der ALEG eingesammelt. Zudem haben Bürger die Möglichkeit, Wertstoffe im sogenannten Bringsystem an den Wertstoffhöfen abzugeben, wo sie der Weiterverwertung beziehungsweise dem Stoffrecycling zugeführt werden. Vereinzelt werde aber immer wieder Restmüll am Wertstoffhof an der Darmstädter Straße angeliefert, sagt Manfred Pusdrowski, Betriebsleiter der Kommunalen Betriebe Langen (KBL). „Das ist eigentlich nicht gewollt, weil es das vorgesehene Holsystem unterläuft.“ Da es aber nicht so oft vorkommt (etwa zehn Fälle bei bis zu 1 000 Kunden), toleriere man es aus Kundenfreundlichkeit.

Pro 100 Liter Restmüll werden dabei für Langener fünf Euro Gebühr fällig. Diese basierte bisher pauschal auf der Leistungsgebühr und erbringt circa 15 000 bis 18 000 Euro pro Jahr. Eine detaillierte Betrachtung der Kosten für Entsorgung, Personal etc. zeigt jedoch, dass der Gebührensatz nicht kostendeckend ist und angehoben werden muss. Dazu kommt, dass Egelsbacher bereits heute zwölf Euro bezahlen. Diese Gebührenhöhe soll künftig in beiden Kommunen gelten.

Die denkbare Alternative – die Senkung der Gebühr für Egelsbacher – kommt laut Pusdrowski aus zweierlei Gründen nicht infrage. Zum einen wäre dies gebührenrechtlich bedenklich, weil dann eine Kostenunterdeckung entstehe. Zum anderen würden die Ziele der ALEG verfehlt. „Mit einer Absenkung würde geradezu ein Anreiz für Egelsbacher geschaffen, Restmüll nicht mehr über die Tonne zu entsorgen, sondern ihn zum Wertstoffhof nach Langen zu bringen“, sagt der KBL-Betriebsleiter. Hintergrund ist auch die Tatsache, dass Egelsbach beim Restmüll seit Jahren das Ident-System nutzt, das ökologisch sinnvolle Anreize zur Verringerung der Restmüllmengen setzen soll. „Eine solche Fehlentwicklung muss durch die Gestaltung der Gebührenstrukturen verhindert werden“, so Pusdrowski.

„Sollte der eine oder andere Langener sich durch die zusätzlichen sieben Euro für 100 Liter Restmüll motiviert fühlen, die höhere Belastung dadurch zu vermeiden, dass er aus dem Restmüll die kostenlos abzugebenden Wertstoffe heraussortiert und die unvermeidbaren Überreste über seine Restmülltonne im Haushalt entsorgt, ist das unter ökologischen Aspekten ausdrücklich gewünscht“, so der KBL-Betriebsleiter. Im Übrigen könne auch in Zukunft ein 50 Liter fassender grauer Restmüllsack (mit Langener Wappen) für drei Euro im Rathaus gekauft werden, der am Leerungstag neben die normale Mülltonne gestellt werden kann.

Im Parlament

Die Änderung der Abfallsatzung ist am Donnerstag, 27. August, Thema im Haupt- und Finanzausschuss. Zur Abstimmung steht sie in der Stadtverordnetenversammlung am 10. September.

Die aktuell praktizierte Unterscheidung bei der Anlieferung von Restmüll zwischen Langener und Egelsbacher Bürgern führt auf dem gemeinsamen Wertstoffhof immer wieder zu Unverständnis bei Kunden, berichtet Pusdrowski. Die Alternative zur Erhöhung der Langener Gebühren wäre die komplette Streichung der Anliefermöglichkeit von Restmüll am Wertstoffhof. So werde es von der weit überwiegenden Mehrheit der Kommunen in der Region praktiziert. Die ALEG-Betriebsleitung ist aber der Ansicht, dass die vorgeschlagene Angleichung der Gebühren einfacher, praktikabler und kundenfreundlicher ist. „Es geht uns um identische Gebührensätze, nicht darum, zusätzliche Einnahmen zu generieren, die angesichts eines Gebührenaufkommens von circa fünf Millionen Euro pro Jahr in der Gesamtrechnung ohnehin keine wirkliche Rolle spielen“, sagt Pusdrowski. jrd

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