Investoren wollen mit Arbeiten noch dieses Jahr starten

Zügiger Baubeginn für Supermarktprojekt angestrebt

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So soll das Quartierszentrum aus Richtung Gartenstraße/Taunusstraße aussehen. Das flache, verklinkerte Gebäude ist der Supermarkt. Hinten links steht das Wohn- und Geschäftshaus an der Bahnstraße, vorne ein reines Wohnhaus.

Langen - Die Planungen für den Supermarkt in der oberen Bahnstraße schreiten weiter voran. Zum einen hat die Stadtverordnetenversammlung mit ihrem Beschluss zur öffentlichen Auslegung des Bebauungsplans eine wichtige Weiche für das Quartierszentrum gestellt. Von Markus Schaible

Zum anderen hat sich der Investor einen Partner ins Boot geholt und die Pläne weiter präzisiert. Jetzt sind erst einmal die Anwohner, aber auch die Träger öffentlicher Belange gefragt: Am Montag, 14. März, startet die öffentliche Auslegung des Bebauungsplanentwurfs; bis zum 15. April können die Unterlagen im Rathaus, Raum 331a, eingesehen werden. Alle dann geäußerten Anregungen werden vom Magistrat geprüft und fließen in einen Abwägungsprozess ein. „Wir gehen davon aus, dass diese zügig abgearbeitet sind“, sagt Bürgermeister Frieder Gebhardt. Vorgesehen sei, dem Parlament in der letzten Sitzung vor, spätestens in der ersten nach der Sommerpause den Bebauungsplan zur endgültigen Beschlussfassung vorzulegen.

Danach könnte eventuell schon ab Herbst mit der Realisierung begonnen werden. Dies zumindest streben die Investoren an, hat Gebhardt jetzt bei einem Besuch der Verantwortlichen erfahren. Dabei habe Bernhard Kaiser, Vorstand der Open Mainded Projektentwicklung AG aus Dreieich, auch den Partner präsentiert, der Realisierung und Vermarktung verantworten solle: die Activ-Group/Activ-Immobilien GmbH & Co. KG aus dem oberschwäbischen Schemmerhofen im Kreis Biberach. „Beide verfügen über jahrzehntelange Erfahrung und sind unter anderem spezialisiert auf innerstädtische Quartierszentren“, weiß der Bürgermeister.

Frank Dörflinger, Geschäftsführer von Activ-Immobilien (links), und Bernhard Kaiser, Vorstand von Open Mainded (rechts), präsentieren Bürgermeister Frieder Gebhardt ein Modell der Innenstadt mit dem geplanten Quartierszentrum.

Die Projektentwickler haben mittlerweile auch die Pläne für die Grundstücke Bahnstraße 39 bis 43 (alle derzeit noch im Eigentum der Stadt) weiter ausgearbeitet. Das insgesamt etwa 3 800 Quadratmeter große Areal ist zurzeit teilweise noch mit kleineren, älteren Häusern bebaut. Gegenüber der Einmündung Zimmerstraße sehen die Entwürfe des Offenbacher Architekturbüros Wellnitz ein fünfgeschossiges Wohn- und Geschäftshaus mit dem Einkaufsmarkt im Erdgeschoss vor, der sich ins Blockinnere erstreckt. In diesem hinteren Bereich soll auf einem Teil des Supermarktdaches ein etwas niedrigerer Baukörper für Wohnungen errichtet werden. Fürs Parken ist eine Tiefgarage mit Zu- und Ausfahrt über die Bahnstraße vorgesehen. Hinzu kommt ein weiteres, frei stehendes Wohngebäude mit drei Vollgeschossen und oberirdischen Stellplätzen, das von Grünflächen umgeben sein wird. Auch sämtliche Dächer sollen begrünt werden. Der Markt selbst ist etwa halb so groß wie der Edeka im Fachmarktzentrum an der Pittlerstraße. Insgesamt sollen rund 25 bis 30 Wohnungen gebaut werden. Zudem sind Flächen für Büros vorgesehen. Ein etwa fünf Meter breiter Grünstreifen mit Bäumen und Sträuchern bildet nach Gebhardts Worten einen Puffer zu den Gärten der Anwohner. Sie wurden im vergangenen Jahr durch mehrere Informationsveranstaltungen in das Vorhaben einbezogen.

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„Die Entwickler haben großes Interesse an einem Einvernehmen mit der Nachbarschaft gezeigt“, betont der Bürgermeister: „Sie haben die Pläne überarbeitet, die Baukörper reduziert.“ Ein ganzer Gebäudeteil sei weggefallen, um einen größeren Abstand zwischen dem Bestand an der Gartenstraße und den Neubauten zu schaffen. Noch nicht abschließend ausdiskutiert sei die Verkehrserschließung. Gebhardt: „Wir wollen eine optimale Lösung finden.“ Der Verwaltungschef macht auch noch einmal klar, was sich die Stadt von dem Quartierszentrum erhofft: „Mit der angestrebten Neubebauung im Herzen der Innenstadt soll ein hochwertiger Nahversorger die bereits vorhandenen Ladengeschäfte an der oberen Bahnstraße ergänzen und zusätzliche Kunden anlocken.“

Der geplante Supermarkt sei ein wichtiger Baustein für Langens Zukunft. Einzelhandelsexperten seien sich einig in der Aussage, dass auf der Bahnstraße wegen der dort zu kleinen Verkaufsflächen etwas für den Einzelhandel getan werden müsse. „Jetzt haben wir die Chance, unsere Innenstadt durch ein neues und zeitgemäßes Angebot mit Magnetfunktion aufzuwerten. Und die wollen wir nutzen, um die Nahversorgung zu erhalten und zu verbessern“, betont Gebhardt. Darüber hinaus seien wegen der anhaltend großen Nachfrage auch die neuen Wohnungen ein Pluspunkt. Die Projektentwickler rechnen mit einem Investitionsvolumen von rund 20 Millionen Euro. Ein Mietvertrag für den Betreiber des Einkaufsmarktes sei auch bereits in Vorbereitung, weiß der Bürgermeister.

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