Therapiezentren

Falschmeldungen gefährden Existenzen

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In den Langener Therapiezentren Merkel läuft die Behandlung weiter – sie ist als „Kern der Gesundheitsversorgung“ anerkannt. Das Bild mit Bastian Merkel stammt aus virenfreien Tagen, aktuell darf man sich Mundschutz etc. hinzudenken.

Langen/Egelsbach – Ob Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden oder Podologen: Unter den sogenannten Heilmittelerbringern wächst allerorts die Verzweiflung, da immer mehr Patienten ihre Behandlungstermine absagen.

So auch bei Christa Merkel, die ihre Praxis für Physiotherapie in Oberlinden (Forstring 1a) seit fast 40 Jahren mit Herzblut führt und gemeinsam mit Tochter Stephanie und Sohn Bastian auch noch ein zweites Zentrum inklusive Fitnessangebot in der Siemensstraße 4 betreibt.

„Unsere Behandlungstermine sind um die Hälfte eingebrochen“, schildert Merkel stellvertretend für viele andere ihrer Branche. Wo sonst vier Kabinen parallel besetzt waren, sind jetzt noch zwei in Betrieb; alles streng nach Hygienebetrieb und mit halber Personalstärke.“ Zum einen treibe Patienten verständlicherweise die Angst vor der Pandemie zur Absage ihrer Termine. „Viele unserer Patienten gehören zur Risikogruppe und bleiben nun lieber daheim. Viele glauben aber auch, dass wir wegen der verhängten Kontaktverbote geschlossen sind – und das wird so falsch sogar im TV dargestellt wie jüngst im hr-Fernsehen“, klagt Merkel.

Falsch und extrem existenzbedrohend sei das. „Wir haben weiter auf, denn Heilmittelerbringer sind systemrelevant und zählen ausdrücklich zum Kern der Gesundheitsversorgung wie Krankenhäuser, Ärzte und Apotheker auch. Sie dürfen – und müssen – weiterhin Patienten behandeln und es kommt ja nicht von ungefähr, wenn Ärzte diese Rezepte nach wie vor ausstellen.“

Ins gleiche Horn stößt auch Benedikt Preisler, Geschäftsführer der in Egelsbach (Woogstraße 48) ansässigen Firma Optimus Zentrum für technische Orthopädie. Im Gegensatz zu den Merkel’schen Therapiezentren setzt die weit über die Region hinaus bekannte Egelsbacher Manufaktur für Prothesen, Orthesen und technische Hilfsmittel aller Art von jeher auf den Gang zu den Patienten. Als Paradebeispiel führt Preisler die Altenheime sowie Schulen für Kinder mit Handicap an. Überall gilt: geschlossen. „Und doch besteht genau bei diesen Gruppen ungebrochen reger Bedarf, dem wir im Rahmen unserer beschränkten Möglichkeiten nachzukommen versuchen.

Um Kurzarbeit kommen freilich weder das Therapiezentrum hüben noch das Zentrum für technische Orthopädie drüben umhin – diese wird zum April beantragt. Bei den Merkels betrifft dies 17 Mitarbeiter, die Firmenzweige Optimus und Neuron in Egelsbach melden knapp 50 Mitarbeiter an.

Im Langener Therapiezentrum setzt man zudem ab sofort auf Gesundheitssport via Internet-Kurs: „Wir bieten Ganzkörpertraining dreimal die Woche, dienstags und donnerstags ab 20 Uhr sowie sonntags ab 10 Uhr und Rückenfit montags und mittwochs ab 20 Uhr“, fasst Stephanie Merkel zusammen. „Wir streamen die Kurse über ein Konferenztool mit Video- und Audiofunktion, sodass jeder Teilnehmer individuelles Feedback erhalten kann. 7,50 werden pro 60-Minuten Kurs fällig, das Angebot vorstellen wird ab Montag eine neue Sonder-Homepage.

Über allem schwebt freilich von Langen bis Egelsbach die Botschaft: „Wir halten unsere Termine, halten dabei sämtlich Schutzbestimmungen ein und wir vergeben auch aktuell neue Termine.“

VON HOLGER BORCHARD

Infos im Internet:

ttz-merkel.de

neuron-therapiezentrum.de

optimus-ot.de

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