Farbenfrohes Statement gegen Kontrollverlust

Langener Abiturientin Selina Dzida gewinnt bundesweiten Plakatwettbewerb zum Thema Komasaufen

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Kreativer Warnhinweis: Abiturientin Selina Dzida hat sich mit ihrem Plakat Platz eins im Wettbewerb gesichert.

Sie hat sich mit ihrem Kunstwerk gegen fast 9 000 Beiträge von Schülern aus der ganzen Bundesrepublik durchgesetzt: Selina Dzida, frischgebackene Abiturientin der Dreieichschule, ist die Siegerin des Plakatwettbewerbs „bunt statt blau“ zum Thema Komasaufen.

Langen – Mit der Kampagne – die es bereits seit zehn Jahren gibt – ermutigt die Krankenkasse DAK-Gesundheit Jugendliche, sich mit Alkoholmissbrauch auseinanderzusetzen und ein künstlerisches Statement dagegen zu setzen.

Im Frühjahr haben die Schüler ihre kreativen Entwürfe eingereicht. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, und der Chef der DAK-Gesundheit, Andreas Storm, wählten in der Bundesjury das Bild von Dzida im Pop-Art-Stil zum besten Motiv. „Das Siegerplakat zeigt eine selbstbewusste junge Frau, die sich mit cooler Haltung einem bunten, suchtfreien Leben zuwendet. Dazu passt der Spruch: ‚It’s your Choice!‘ – Es ist deine Entscheidung! Das hat die Bundesjury überzeugt“, so Storm bei der Siegerehrung in Berlin.

Ihre blau gemalte Frau blickt durch eine bunte Sonnenbrille auf eine bessere Welt ohne Alkohol und kommentiert dies mit „Wow“, fasst die Preisträgerin die Aussage ihres Bildes zusammen. „Ich sehe immer wieder, dass es nicht jedem bewusst ist, wie man mit Alkohol umgehen sollte“, so Dzida. Mit ihrer Arbeit gewann die 17-Jährige den Hauptpreis von 1 000 Euro. Die zweiten und dritten Plätze gingen an Schüler aus Köln und Berlin. Zudem vergab die Jury Sonderpreise für jüngere Künstler und den besten Beitrag im Netzwerk Instagram.

Die Bundesdrogenbeauftragte Mortler – seit 2014 Schirmherrin – lobt die Kampagne als so effektiv, weil sich Gleichaltrige offen, kreativ und neugierig mit dem Thema auseinandersetzen: „Prävention funktioniert besonders gut, wenn Jungen und Mädchen nicht von oben herab belehrt werden, sondern mit ihnen ehrlich und auf Augenhöhe kommuniziert wird.“ Die eingereichten Werke der Jugendlichen bewiesen: „Kreativ sein, mit Freunden zusammen Spaß haben – das klappt prima ohne Alkohol.“ Die Schüler setzen sich inhaltlich mit dem Thema auseinander und gestalten dann ihre Plakate. Dadurch wirkt „bunt statt blau“ sehr positiv, sagt DAK-Chef Storm. „Die Teilnehmer gehen nach dem Wettbewerb bewusster mit Alkohol um. Das zeigen Begleitstudien.“ Er weiß auch: „Die eingereichten Siegerplakate sind bei der Aufklärung über die Risiken von Alkohol wirkungsvoller als viele konventionelle Warnhinweise.“

Das sei nötig: Denn obwohl der Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen – auch dank gestiegener Aufklärung – insgesamt zurückgehe, zeige die aktuelle Krankenhausstatistik eine beunruhigende Entwicklung bei Zehn- bis 15-Jährigen: „Die absolute Zahl der jungen Mädchen und Jungen mit einer akuten Alkoholvergiftung im Krankenhaus ist von 2016 auf 2017 um rund fünf Prozent auf 2 764 angestiegen“, so Storm. „Komasaufen in der Gruppe der unter 15-Jährigen muss uns ein Warnsignal sein und Auftrag, in der Prävention nicht nachzulassen.“ Auch im kommenden Jahr soll es deshalb den Plakatwettbewerb geben. jrd

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