Zurück zu den Wurzeln

Langener Ex-Basketballer ermöglicht trotz Pandemie Schüleraustausch in die USA

Freuen sich auf ihre Kooperation: Ex-Basketballspieler Markus Hallgrimson (links) mit seinem einstigen Jugendtrainer Jürgen Barth vom TV Langen.
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Freuen sich auf ihre Kooperation: Ex-Basketballspieler Markus Hallgrimson (links) mit seinem einstigen Jugendtrainer Jürgen Barth vom TV Langen.

Markus Hallgrimson, früherer Basketballer des TV Langen, vermittelt Auslandsjahre in den USA. Wie funktioniert der Schüleraustausch in Zeiten der Pandemie? 

Langen – Er habe „sehr emotionale Wochen“ hinter sich, erzählt Markus Hallgrimson. Der 46-jährige Ex-Basketballer ist nicht nur ein bekanntes Gesicht des TV Langen, er ist auch Geschäftsführer der High School Experts. Das Unternehmen hat sich auf die Organisation von Schüleraustausch mit den USA spezialisiert und sitzt seit vergangenem Jahr in Langen.

Obwohl er mittlerweile in einem kleinen Ort in Nordrhein-Westfalen lebt, wollte Hallgrimson das Unternehmen unbedingt in Langen ansiedeln. „Einfach weil ich back to the roots will“, wie er es formuliert. Und zugleich als Reminiszenz an seinen US-amerikanischen Vater Paul, langjähriger Basketballtrainer beim TVL, vergangenes Frühjahr gestorben.

Der gründete eine Austauschorganisation namens Global Horizons USA, die heute als Partner für Hallgrimsons Tätigkeiten auf der anderen Seite des Atlantiks dient. Eigentlich, sagt er, „versuche ich nur die ,Legacy‘ meines Vaters fortzusetzen“.

Für einen bestimmten Zeitraum in einem anderen Land, einer anderen Umgebung zu lernen, in einer anderen Familie zu leben, das stellt für viele Schüler normalerweise ein Glanzlicht dar. In Zeiten einer globalen Pandemie, in der langfristige Planungen kurzerhand durchkreuzt werden können, ist Hallgrimson allerdings mit manchen Enttäuschungen konfrontiert gewesen. „Da kamen reihenweise Jugendliche, die sagten, ihr Traum sei plötzlich zerplatzt, weil sich für sie keine Schule und keine Gastfamilie fand“, berichtet er.

Einerseits hätten aufgrund der unklaren Corona-Situation viele Austauschprogramme den Teilnahmewilligen trotz Zusage kurzfristig abgesagt. Andererseits spricht er davon, „dass die meisten Organisationen etwa 90 Prozent ihrer Schüler im vergangenen Jahr verloren haben“. Nicht so seine Organisation, die er mittlerweile als „pandemic proof“, also pandemiesicher, bezeichnet. Durch die langjährige Arbeit der Firma seines Vaters in den Vereinigten Staaten habe man „über die Jahre Beziehungen zu vielen Privatschulen aufgebaut“, sodass die Vermittlung trotz erschwerter Bedingungen weiterlaufe.

Ergebnis: „Obwohl wir seit Ende September 2020 auf keiner Messe sein konnten, haben wir im vergangen Jahr fast 130 Schüler aus Deutschland und noch mal 50 aus ganz Europa für das Schuljahr 2021/22 rüberbringen können“, freut er sich.

Auch Jürgen Barth vom TV Langen ist glücklich, dass Hallgrimson zurück ist. Er war Jugendtrainer des gebürtigen Lörrachers, der in Langen aufwuchs, in Montana ein sehr erfolgreicher College-Basketballer war und danach als Distanzschütze mit hoher Trefferquote von der Dreierlinie in Deutschland, Spanien, der Schweiz, England und Marokko Karriere machte. Barth weiß, dass „viele unserer Spieler mit Hallgrimsons Programm in den USA gewesen sind“.

Hallgrimson sagt, er habe sich in Langen immer sehr wohl gefühlt, betreibe den Schüleraustausch „mit Leidenschaft“ und wolle als Dank „ein bisschen was zurückgeben“. Dafür sponsert er mit seiner Firma ab sofort die Trikotsätze von vier TVL-Jugendteams; ein Werbeschild seiner High School Experts ziert zudem fortan die Georg-Sehring-Halle.

„Wir sind sehr froh über die Zusammenarbeit“, beteuert Jürgen Barth. „Schließlich passt es gut zusammen, dass Markus Hallgrimson die Jugendteams ausstattet – er bringt ja auch Jugendliche in die USA.“ (Joel Schmidt)

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