Höchster Einsatz für die Mitbürger

Sperrung der Bahnbrücke: Feuerleute joggen

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Auf dem Parkplatz an der Ecke Friedrich-Ebert- und Lortzingstraße haben Feuerwehrleute gestern eine Zelthalle errichtet, die während der Zeit der Brückensperrung ein Löschfahrzeug beherbergen soll. Dafür fallen einige Auto-Abstellplätze weg.  

Langen - Die Feuerwehr unternimmt wirklich alles, um trotz der Sperrung der Bahnbrücke Einsatzorte im Westen der Stadt schnellstmöglich zu erreichen. So wird nun nicht nur ein Löschfahrzeug in Linden stationiert, die Bürger werden sogar joggende Feuerwehrleute erleben können. Von Markus Schaible

Viel Verkehr auf den Umleitungsstrecken, aber kein Chaos, diese Erkenntnis in Bezug auf die Sperrung der wichtigsten Ost-West-Verbindung Langens teilt auch Stadtbrandinspektor Frank Stöcker. Er hatte sich im Vorfeld intensiv mit den Folgen der Bahnbrückensperrung sowie möglichen Gefahrenszenarien befasst und ein umfassendes Einsatzkonzept erarbeitet. Immerhin wohnen westlich der Bahn rund 13.000 Bürger, zudem liegt dort das Wirtschaftszentrum Neurott mit vielen großen Betrieben und Instituten. Dieses Konzept habe sich auch bereits mehrfach bewährt, berichtet Stöcker. So hatte die Feuerwehr gleich am ersten Wochenende der Sperrung mehrere Einsätze in Oberlinden und Neurott. In allen Fällen seien die Einsatzkräfte in der erforderlichen Zeit vor Ort gewesen. Unterstützt wird die Langener dabei von der Egelsbacher Wehr, die beispielsweise Bereiche von Oberlinden zügiger erreicht.

„Das ist eine ganz ausgezeichnete Zusammenarbeit“, hebt Stöcker hervor und verdeutlicht die zusätzliche Arbeitsbelastung für die Nachbarn: Normalerweise habe Egelsbach jährlich etwa 120 Einsätze; dieses Jahr würden durch die Kooperation geschätzt 50 oder 60 dazu kommen. Auch bei Paralleleinsätzen in Langen oder Egelsbach und während umfangreichen Lagen unterstützen sich die Nachbarn gegenseitig. „Der Vorteil, dass die Zusammenarbeit beider Feuerwehren bereits im Vorfeld standardisiert war, erhöht den positiven Effekt für die Dauer der Brückensperrung“, betont Stöcker.

Das Fazit für die ersten Tage nach der Brückensperrung fällt für den Stadtbrandinspektor positiv aus: „Sieben von 14 Einsatzorten lagen auf der Westseite der Bahnlinie. Bei drei Einsätzen unterstützte uns die Feuerwehr Egelsbach. Alle Einsatzstellen konnten zügig erreicht und abgearbeitet werden.“ Im Nachgang werde jeder Einsatzablauf noch einmal auf Optimierungsmöglichkeiten überprüft. Eine solche wurde gestern eingerichtet: Auf dem großen Parkplatz an der Friedrich-Ebert-Straße/Ecke Lortzingstraße errichteten Feuerwehrleute eine Zelthalle. Diese wird bis zum Ende der Brückensperrung im Dezember als Interimsstandort genutzt. In dem provisorischen Gebäude wird ein Löschfahrzeug untergestellt. Dies soll helfen, die Einsatzzeiten in Linden und Oberlinden zu minimieren.

Besetzt wird das Fahrzeug zum einen durch mehrere ehrenamtliche Einsatzkräfte, die in diesem Bereich wohnen. Da das nicht ausreicht, werden bei einem Alarm Feuerwehrleute auf der Wache an der Darmstädter Straße in ein Kleinfahrzeug springen, zur Thomas-Müntzer-Straße eilen und dann über die Fußgängerbrücke joggen. „Wir haben Testläufe gemacht“, berichtet Stöcker: „Wir können damit zwei bis zweieinhalb Minuten rausholen.“ Zudem könne so der mögliche Ausfall einer Ausweichroute kompensiert werden.

Bilder: Feuerwehrleute proben Ernstfall unter Atemschutz 

Neben vielen weiteren organisatorischen, technischen und auch taktischen Schritten wurden der Dienstplan und die Aufstellung des Personals, das auf der Feuerwache arbeitet, angepasst. „Dadurch wird eine umfassendere Einsatzbereitschaft während der üblichen Arbeitszeiten gewährleistet. Das ist wichtig, da zu diesen Zeiten nur ein geringer Anteil der ehrenamtlichen Einsatzkräfte verfügbar ist“, erklärt Stöcker.

Einen Appell hat er aber auch an die Bevölkerung: Ganz wichtig ist es, dass die Halteverbote an der Umleitungsstrecke durch den Leerwegtunnel, im Loh und in Oberlinden eingehalten werden. Ebenso wie das Lkw-Fahrverbot in der Unterführung zwischen Liebig- und Paul-Ehrlich-Straße, da dort keine zwei Laster aneinander vorbei kommen. Der Leerwegtunnel sei weiterhin eine ganz wichtige Route für die Feuerwehr auf dem Weg in den Westteil Langens: „Die B 486 ist für uns keine Alternative. Sie ist sehr eng und durch die zusätzliche Wegstrecke sind wir nicht schnell genug.“

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