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Langen: NEV diskutiert über Radschnellweg, RTW, Straßenbahn und Co.

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Von: Nicole Jost

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Die NEV spricht sich deutlich für die RTW aus: Parteivorsitzender Heinz-Georg Sehring (Zweiter von rechts) erinnert daran, dass er sich bereits vor neun Jahren bei einer Begehung für die RTW stark gemacht hatte. Das Plakat aus dem Jahr 2013 ist Zeuge.
Die NEV spricht sich deutlich für die RTW aus: Parteivorsitzender Heinz-Georg Sehring (Zweiter von rechts) erinnert daran, dass er sich bereits vor neun Jahren bei einer Begehung für die RTW stark gemacht hatte. Das Plakat aus dem Jahr 2013 ist Zeuge. © Jost

Der Radschnellweg, die RTW-Anbindung, die Straßenbahn und das Neubaugebiet Liebigstraße: Die FWG-NEV nimmt die wichtigen Themen der vergangenen Monate auf die Agenda, indem sie zu einem Rundgang durch Langens Straßen einlädt.

Langen - NEV-Vorsitzender Heinz-Georg Sehring, ehrenamtlicher Stadtrat Gerhard Dreyer und Fraktionsvorsitzende Anna Sehring begrüßen auf dem Europaplatz am Bahnhof rund 20 Interessierte, die sich bei kaltem Aprilwetter die markanten Punkte in der Stadt ansehen möchten. Es sind neu Zugezogene, Anwohner mit konkreten Anliegen, beispielsweise zu dem „Problem-Parkhaus“ am Forum Langen, oder auch Menschen, die für ihre Fragen den direkten Kontakt zur Politik suchen und das Angebot gerne nutzen.

Am Bahnhof ist zunächst der Radschnellweg im Fokus. Gerhard Dreyer sieht den Europaplatz als zu stark frequentiert an, um hier die schnellen Räder kreuzen zu lassen. „Auch müssen wir erst einmal sehen, wo Dreieich die Route führt, damit wir wissen, wo wir den Weg zusammenschließen können. Das ist so ja noch gar nicht planbar“, betont Dreyer. Die fehlenden Grundstücke an der Walter-Rietig-Straße und die Querung an der Unterführung der Liebigstraße seien ebenfalls noch mit Fragezeichen versehen. Heinz-Georg Sehring bringt eine Untertunnelung am Bahnhof ins Gespräch, vermutet aber, dass eine Verlegung auf die Westseite der Gleise erneut diskutiert werden könnte, für die sich seine Fraktion auch einsetzen will – um den Radschnellweg nicht unnötig auszubremsen.

Die Anbindung Langens an die RTW, so betont Sehring in unmittelbarer Nähe zu den Bahnschienen, ist für die FWG-NEV schon immer ein erstrebenswertes Ziel. Das Langener Parlament habe sich inzwischen über alle Parteigrenzen hinweg geschlossen zu dem Projekt bekannt: „Für uns wäre es wichtig, die RTW auf den S-Bahn-Gleisen zu führen, denn dies würde erhebliche Kosten sparen“, sagt der NEV-Chef. Anders sieht es mit den Plänen aus, die Straßenbahn von Neu-Isenburg über Dreieich bis nach Langen zu führen. Darin sieht die NEV keinen richtigen Gewinn für die Sterzbachstadt. Dreyer rechnet den Rundgangsbesuchern vor, dass die Ausgaben für einen solchen Straßenbahnanschluss bis zu einem mittleren zweistelligen Millionenbetrag für den städtischen Haushalt ansteigen könnten und stellt Kosten und Nutzen in Frage. Interessanter ist es für ihn, für eine Haltestelle der Odenwaldbahn in Langen zu kämpfen, da sie ohnehin durch den Bahnhof fahre.

Heike Oeser, die am Forum Langen wohnt, führt die Gruppe zu dem noch nicht in Betrieb genommenen Parkhaus gegenüber des Hit-Marktes. An der Lichtbelästigung hat sich noch immer nichts geändert, sie führt die Überkapazität an Parkflächen an und auch die jüngeren Planungen, dem Gebäude eine Vorhang-Fassade zu verpassen, um den Brandschutz einzuhalten, hält sie für fraglich. Die Anwohner fordern einen Rückbau und eine Begrünung des Daches.

Weiter an der Liebigstraße. Dort stellt Heinz-Georg Sehring klar, dass seine Fraktion sich immer gegen das Neubaugebiet in dieser Größe ausgesprochen habe: „Wir können die Bebauung nicht rückgängig machen, wir verstehen aber nicht, wie hier solche Riegel genehmigt werden konnten, die nicht einmal eine Schneise für die Belüftung gelassen haben“, so Sehring. Was aber dringlich ein Handeln erfordere, sei die Breite der Liebigstraße in Richtung Leerwegtunnel. Kurz vor Einfahrt in den Tunnel ist eine Fußgängerinsel gebaut worden: „Sicher sinnvoll, weil der Rad- und Fußweg hier endet und die Verkehrsteilnehmer die Straßenseite wechseln müssen. Aber die Straße für den fließenden Verkehr ist an dieser Stelle viel zu schmal“, meint Sehring. Wie bestellt fährt in diesem Moment ein Bus durch das Nadelöhr und rumpelt geräuschvoll gegen den Bordstein. „Da wird die Fraktion einen Antrag stellen, das kann unmöglich so bleiben, das muss allein aus Sicherheitsgründen umgebaut werden“, kündigt Sehring an und verabschiedet sich bei der Gruppe. (Nicole Jost)

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