Gewerbe ansiedeln, Steuererhöhung kein Tabu

FDP-Dreikönigstreffen: Langens Zukunft geordnet regeln

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Klare Prioritäten für die Stadt und gute Jamaika-Chancen in der Bundeshauptstadt sehen Langens Liberale und ihr Kreisvorsitzender zum Jahresauftakt. Das Foto zeigt von links: Christian Jaensch, Mathias Rhiel, Rolf Diefenthäler, René Rock (MdL), Ulrich Krippner, Ingeborg Heimberg, Matthias Schmidt, Julia Glock und Lothar Volkert.

Langen – Wie die große Landespartei folgen auch die Langener Freien Demokraten der guten Tradition und treffen sich am Dreikönigstag. Der Schauplatz ihres Empfangs ist der gleiche wie immer; er firmiert allerdings unter neuem Namen: Hotel Mercure. Von Leo F. Postl

Alles was im Ortsverband Rang und Namen hat, ist vertreten, unter den zahlreichen Gästen sind auch Repräsentanten der anderen Langener Parteien. Mit dem Auftreten ihres Kreis-Vorsitzenden haben die Freien Demokraten im Prinzip nicht gerechnet, doch pünktlich zum offiziellen Beginn steht René Rock im Saal. Er kommt direkt aus Stuttgart vom „großen“ Dreikönigstreffen und wird mit einem Sonderbeifall bedacht. Langens FDP-Chef Rolf Diefenthäler freut sich über die große Resonanz und stellt im Zuge seiner Begrüßungsrede schon mal fest: „Mit Beginn des neuen Jahres sind alle Parteien im Langener Parlament gefordert, die Stadt in geordneten Bahnen in die Zukunft zu führen.“ Zu den vordringlichsten Baustellen zählt er den bislang nicht verabschiedeten Etat. „Ich weiß nicht, ob es das zum Jahreswechsel schon mal so gab“, legt Diefenthäler den Finger in die Wunde.

Um die Finanzlücke zu schließen, sieht der FDP-Chef verschiedene Möglichkeiten, von der Erhöhung der Grundsteuer über eine Zweitwohnungssteuer bis hin zur Erhöhung des Gewerbesteuerhebesatzes. „Bei der Gewerbesteuer sehen wir den kleinsten Spielraum, denn die Ansiedlung von Gewerbe ist für eine nachhaltige Einnahmesituation unserer Stadt von Bedeutung“, so Diefenthäler.

Ferner gelte es, den Bebauungsplan südlich der Nordumgehung endlich auf den Weg zu bringen. „Wir waren ja schon nicht ganz einverstanden damit, entlang der Liebigstraße nur Wohnbebauung zuzulassen. Da hätten wir uns auch eine verträgliche Gewerbeansiedlung gewünscht“, betont Diefenthäler und verweist auf das aus seiner Sicht gelungene Beispiel des „Neuen Stadtquartiers Süd“ in Neu-Isenburg.

Der stellvertretende Ortsverbandsvorsitzende Matthias Schmidt hat zwar keinen Hut auf, wirft diesen jedoch symbolisch in den Ring für die Nachfolge des FDP-Kreisvorsitzenden. „Ich bin seit über 15 Jahren in der Kreis-FDP tätig, kenne die Leute und weiß, wer wie tickt“, benennt Schmidt seine Qualitäten. Er sieht das Feld durch den „sehr engagierten“ René Rock bestens bestellt. Gespannt blickt Schmidt den drei anstehenden Landtagswahlen in den östlichen Bundesländern entgegen. „Eine wesentliche Frage wird sein, wo und wie stark sich nicht-demokratische Kräfte etablieren können“, so seine Sorge.

Von Tansania bis Mauritius: Koalitionen in der Region

René Rock wiederum ist nicht nur FDP-Kreisvorsitzender, sondern auch Fraktionschef der Liberalen im Hessischen Landtag. „Beides zusammen fordert mich zu sehr, man kann nur eine Aufgabe wirklich gut machen“, begründet Rock den Zuhörern, warum er nicht mehr für den Vorsitz auf Kreisebene kandidieren will. Seinen Wunschnachfolger sehe er in der Tat in Matthias Schmidt. „Klar, das letzte Wort haben die Delegierten, aber: Matthias Schmidt hat viele Jahre Erfahrung auf Kreisebene“, begründet Rock seine Wahl.

Mit Blick auf die ganz große Bühne malt René Rock die FDP-Welt in optimistisch schillernden Farben: „Wir gehen davon aus, dass Angela Merkel noch in diesem Jahr ihr Amt zur Verfügung stellt. Und dann stehen die Chancen unserer Partei für eine Regierungsmitverantwortung im Rahmen einer Jamaika-Koalition wieder recht gut.“

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