Als letzte Konsequenz wird abgeschleppt

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Bei Brummifahrern beliebt: Dass die Elisabeth-Selbert-Allee immer mehr zum Lkw-Parkplatz verkommt, schmeckt der Stadt gar nicht. Deshalb dürfen Laster ab 7,5 Tonnen dort nicht mehr abgestellt werden. Und das Verbot soll durchgesetzt werden.

Langen - Rote Karte für dicke Brummer: Nachdem die Zahl der ortsfremden Lastwagen, die in der Elisabeth-Selbert-Allee nachts und am Wochenende parken, immer mehr zunimmt, will die Stadt nun energisch werden. Von Markus Schaible

Kurz vor Jahresende wurde dort ein Parkverbot für Brummis ab 7,5 Tonnen erlassen. Jetzt folgt in einer ersten Phase die „sanfte Ermahnung“ an die Fahrer, sich auch daran zu halten. Sollte dies nicht fruchten, werde die Straßenverkehrsbehörde in Absprache mit der Polizei mehr Druck machen, kündigt der zuständige Fachbereichsleiter im Rathaus, Carsten Weise, gegenüber unserer Zeitung an.

Das Problem besteht schon länger: Bereits 2009 hatte die FDP (von allen anderen Fraktionen unterstützt) eine Überprüfung angeregt, ob das Lkw-Parken im Langener Straßenraum an Wochenenden und in der Nacht verboten werden könne. Allerdings: Ein generelles Verbot gibt die Straßenverkehrsordnung nicht her.

Gerade in der Selbert-Allee aber ist den Politikern die Vielzahl der Laster ein Dorn im Auge. Denn: Das Wohngebiet „Langener Norden“ (Bebauungsplan 18), durch das die Straße führt, kommt mit der Besiedlung nicht so recht voran. Wer sich aber vielleicht für einen Bauplatz oder ein Haus dort interessiert, werde abgeschreckt, wenn alles zugeparkt sei, so die Meinung in den Fraktionen.

Nachdem die Parkerei im Laufe der Zeit immer mehr zunahm, reagierte die Verwaltung vor Kurzem mit dem Parkverbot ab 7,5 Tonnen. Und dieses soll durchgesetzt werden, so Weise.

Autobahn-Parkplätze reichen nicht mehr

Zurzeit weist die Stadt die Fahrer größerer Brummis mit freundlichen Worten auf ihr Fehlverhalten hin. Dazu werden kleine rote Karten an die Scheibenwischer gesteckt. Noch haben die Trucker eine Schonfrist: Es werde zum jetzigen Zeitpunkt davon abgesehen, die Verkehrsordnungswidrigkeit gebührenpflichtig zu ahnden, heißt es da.

Dass die Zettel zweisprachig sind, hat durchaus seinen Sinn. Die zweite Sprache ist Rumänisch. Speziell bei Lastwagenfahrern dieser Nationalität sei die Selbert-Allee beliebt, sagt Weise: Wahrscheinlich habe mal einer diesen Bereich entdeckt und das werde nun weiterverbreitet. Gerade in der wärmeren Jahreszeit übernachten die Fahrer in ihren Lastern, weiß Weise, sie kochen dort, lassen ihren Abfall zurück und verrichten menschliche Bedürfnisse neben der Fahrbahn. „Das geht in eine Richtung, die wir nicht mehr dulden können.“

Dass überhaupt immer mehr Lastwagen in Wohngebieten parken, hängt unter anderem damit zusammen, dass die Parkplätze an den Autobahnen schon lange nicht mehr ausreichen. Viele Firmen stellen zudem keine eigenen Abstellplätze zur Verfügung. Aber irgendwo müssen die Laster hin. Gerne genommen werden von den Truckern gut erreichbare Orte wie die Elisabeth-Selbert-Allee, die von der Nordumgehung und damit auch von den Autobahnen 5 und 661 aus schnell erreichbar ist. „So etwas sieht keine Kommune gern“, sagt Weise.

Dennoch: In Norden soll damit jetzt Schluss sein. „Wir gehen da etappenweise vor“, erklärt der Fachbereichsleiter, „und werden den Druck sukzessive steigern.“ Wenn freundliche Bitte und Bußgelder nichts nützen, sei in Absprache mit der Polizei vorgesehen, die Lastwagen abzuschleppen.

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