Sanierung an Ludwig-Erk-Schule

Leiter regt Neubau der Turnhalle samt Aufstockung an

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Nichts geht derzeit in der Turnhalle der Ludwig-Erk-Schule: Nachdem bei Bauarbeiten Risse im Dach festgestellt worden waren, musste das Gebäude gesperrt werden. Die Schule schlägt nun einen Neubau samt Aufstockung vor.

Langen - Seit den Herbstferien ist die Turnhalle der Ludwig-Erk-Schule gesperrt: Bei Arbeiten am Dach waren massive Schäden an der Konstruktion festgestellt worden. Von Markus Schaible 

Doch die Sanierung hat noch nicht begonnen, nachdem die Schulleitung einen Abriss samt Neubau mit Schaffung weiterer, dringend benötigter Räume ins Gespräch gebracht hat. Eigentlich sollte es relativ schnell gehen in den Herbstferien: Handwerker wollten der Turnhalle der Ludwig-Erk-Schule an der Bahnstraße eine neue Dachhaut verpassen. Sie stellten allerdings Risse im Dach fest; weil auch ein Einsturz nicht auszuschließen ist, wurde die Halle sofort komplett gesperrt. Für Schulleiter Max Leonhardt, im Urlaub über das unvorhersehbare Ereignis informiert, bedeutete das erst einmal die schwierige Aufgabe, den Sportunterricht verlegen zu müssen. Es brachte ihm aber auch sehr schnell zwei Erkenntnisse: Die Hilfsbereitschaft ist groß in Langen. Und wenn der Kreis mitspielt, kann das baufällige Dach eine große Chance sein, die Schule zukunftsfähig zu machen.

„Der Sportunterricht findet in vollem Umfang statt“, berichtet Leonhardt. Sein „Hilferuf“ sei auf enorme Resonanz gestoßen – „es gab eine unglaubliche Kooperationsbereitschaft“. Unterrichtet wird in der TV-Turnhalle am Jahnplatz, im Sportzentrum Nord, der Dreieichschule, beim Kraftsportverein und in Räumen der benachbarten Kirchengemeinden. „Wir laufen im Höchstfall acht Minuten“, so der Schulleiter: „Das ist natürlich nicht optimal, aber für eine Weile machbar.“

Und wenn es nach ihm geht, müsste es in der Art auch noch etwas länger „machbar“ sein. Aber: Leonhardt sieht die Chance, die Grundschule für die Zukunft zu rüsten, zumal zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden könnten. Statt jetzt nur das Dach zu sanieren (im Gespräch ist eine Summe von 500.000 Euro), schlägt der Pädagoge einen Abriss mit Neubau und gleichzeitiger Aufstockung vor. Zumal es mit dem neuen Dach nicht getan sei: „In ein bis zwei Jahren werden sowohl die Heizungsanlage als auch die Fenster der Halle fällig, das wird auch noch mal richtig teuer.“

Genau das habe er dem Landrat so mitgeteilt – und dabei auch auf die Platznot sowie absehbar steigende Schülerzahlen durch die Langener Neubaugebiete hingewiesen. „Aktuell können wir nur vierzügig fahren. Und auch der Warteliste der Nachmittagsbetreuung stehen 40 Kinder.“ Auf dem relativ kleinen Schulgelände in der Innenstadt könne eine Erweiterung nur in die Höhe gehen, so Leonhardt: Bei den Altbauten sei das nicht möglich („Da ist statisch geprüft worden“), auch die bestehende Turnhalle könne nicht aufgestockt werden.

Sollte es tatsächlich zu einem Neubau kommen, „hätten wir zwar zwei Jahre gar keine Halle, aber hinterher was Vernünftiges“, sagt der Schulleiter. Das habe er auch mit den Gremien der Schulgemeinde so besprochen und Rückendeckung bekommen.

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Beim Kreis wird zumindest über diese Option gesprochen. „Aktuell sind noch keine Arbeiten am Dach ausgeschrieben“, teilt Pressesprecherin Kordula Egenolf mit. Am Montag werde im Kreisausschuss über die Erk-Schule gesprochen.

Parallel dazu gibt es einen Antrag der FL-NEV (wie die FWG-NEV auf Kreisebene heißt) an die entsprechenden politischen Gremien, die Kosten für einen Neubau samt Erweiterung zu ermitteln. „Die kamen auf mich zu und ich habe ihnen das Gleiche erzählt wie dem Landrat“, berichtet Leonhardt. Und hat bei FL-NEV-Fraktionsvorsitzendem Heinz-Georg Sehring Gehör gefunden: „Eine ,Akut-Reparatur‘ ist vielleicht die schnellste, aber nicht nachhaltigste Lösung. Das Bauwerk hat seinen Lebenszyklus überschritten.“ Und mit Blick auf die guten nachbarschaftlichen Kontakte bei der Bewältigung der derzeitigen Situation könne ein Neubau ohne übermäßige Einschränkungen erfolgen, so Sehring.

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