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Lerchgasse in Langen: Bebauungsplan soll Charakter der Straße bewahren

Die Lerchgasse entstand im Zuge der ersten Stadterweiterung zwischen 1821 und 1888.
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Die Lerchgasse entstand im Zuge der ersten Stadterweiterung zwischen 1821 und 1888.

Die Stadt Langen möchte für die Lerchgasse einen Bebauungsplan aufstellen. Er soll verhindern, dass moderne Neubauten entstehen, die nicht ins Bild der Straße passen.

Langen – Das Gesicht der Stadt verändert sich. Sowohl durch die großen Neubaugebiete als auch durch einzelne Bauvorhaben. Gerade im Innenstadtbereich sorgt das nicht immer nur für Zustimmung, vor allem dann, wenn sich die Neubauten nach Ansicht von Anwohnern nicht in den Altbestand einfügen. Das ist insbesondere der Fall, wenn Häuser, die viele Jahrzehnte, manchmal sogar Jahrhunderte alt sind, ersetzt werden. Heutzutage wird einfach anders gebaut als „anno dazumal“, sowohl in Bezug auf den Baustil als auch auf die Ausmaße.

Gibt es für ein Gebiet keinen Bebauungsplan, ist es für die Stadt allerdings schwer, auf die Gestaltung Einfluss zu nehmen. Denn laut Paragraf 34 des Baugesetzbuchs muss sich das Vorhaben zwar in die nähere Umgebung einfügen, davon sind aber nur einige Kriterien – wie Art und Maß der baulichen Nutzung, die Bauweise sowie die überbaubaren Grundstücksflächen – erfasst. Andere Punkte, wie die Definition der „näheren Umgebung“, müssen für die konkrete Situation beurteilt werden.

In der Lerchgasse liegen laut Auskunft aus dem Rathaus mehrere Anfragen für Bauprojekte vor, die nach Ansicht des Magistrats hinsichtlich der geplanten Zahl der Wohneinheiten, der Gestaltung und den Proportionen den Charakter des Straßenzugs nachhaltig verändern würden. Da das nicht gewünscht ist, empfiehlt das Gremium der Stadtverordnetenversammlung die Aufstellung eines Bebauungsplans. Sollten die Kommunalpolitiker diesem Ansinnen folgen, hätte die Stadt die Möglichkeit, rechtliche Optionen zur Sicherung der Bauleitplanung und des Charakters des Straßenzuges zu ergreifen.

Die Lerchgasse ist als Straßenzug aus der ersten Stadterweiterung zwischen 1821 und 1888 noch weitgehend in ihren städtebaulichen Merkmalen und Proportionen erhalten. Prägend sind ein- bis zweigeschossige Häuser mit Giebel zur Straße hin. Typisch ist auch die einseitige Bebauung direkt an der Grundstücksgrenze, also am Bürgersteig. Die hohe bauliche Dichte entlang der Straße wird durch teilweise großzügige rückwärtige Grünbereiche und Gärten aufgelockert. „Es ist unser Wunsch, den Charakter des Wohngebiets so zu erhalten“, sagt Bürgermeister Jan Werner.

Da es aber für den Bereich Lerchgasse keinen Bebauungsplan gibt, muss aktuell zur Beurteilung von Bauanträgen besagter Paragraf 34 zugrunde gelegt werden. „Fragen der Baugestaltung wie beispielsweise die Dachform werden dabei nicht berücksichtigt“, erklärt Petra Wagner, Leiterin des Fachdienstes Bauwesen, Stadtplanung, Umwelt- und Klimaschutz. „Will die Stadt Einfluss auf die Gestaltung nehmen, ist dies nur im Rahmen einer Gestaltungssatzung oder eines Bebauungsplans möglich.“

Genau solch ein Bebauungsplan soll nun aufgestellt werden. „Dadurch wird ein Rahmen für anstehende gewünschte, aber gegebenenfalls auch notwendige bauliche Veränderungen geschaffen, gleichzeitig würden unerwünschte Fehlentwicklungen verhindert“, sagt Wagner. Wert legt Bürgermeister Werner auf die Feststellung, dass Bauherren nicht komplett ausgebremst werden: „Wenn sie ihre Bauanträge entsprechend ändern und einarbeiten, was unsere planerische Absicht ist, können sie die Vorhaben auch schon früher realisieren, während das Bebauungsplanverfahren noch läuft.“

Mit dem Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Nr. 57 „Lerchgasse“ befasst sich der Ausschuss für Umwelt, Bau und Verkehr am morgigen Mittwoch, 12. Mai, um 19 Uhr in der Stadthalle. Die endgültige Entscheidung trifft die Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, 10. Juni. (msc)

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