Betreiber: „Die Leute haben Lust auf Kino“

Lichtburg Langen zeigt Sonderreihen und Klassiker

Versinken in den gemütlichen roten Sesseln: Kinochef Stefan Burger hofft, dass sich seine Säle soweit wie möglich wieder füllen. Dafür hat er sich für die nächsten Monate allerlei Sondervorstellungen überlegt.
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Versinken in den gemütlichen roten Sesseln: Kinochef Stefan Burger hofft, dass sich seine Säle soweit wie möglich wieder füllen. Dafür hat er sich für die nächsten Monate allerlei Sondervorstellungen überlegt.

Seit Ende August flimmern im Lichtburg-Kino in der Bahnstraße wieder Filme über die große Leinwand. Der Neustart nach der fünfmonatigen Corona-Zwangspause lief gut, sagt Kinobetreiber Stefan Burger. Vor allem dank des groß erwarteten Films „Tenet“ von Christopher Nolan, der als Zugpferd wirkte.

Langen – „Die Nachfrage war sehr groß“, so Burger, der das Kino im Dezember 2019 übernommen hat. Aber natürlich merke man vielen Gästen die Zurückhaltung an. „Der Kinobesuch ist aber wirklich sicher“, betont Burger. Im Saal bleiben Plätze zwischen Besuchern frei, damit der Abstand gewahrt ist, die Lüftung läuft auf Hochtouren und es steht Desinfektionsmittel bereit.

Kinofans wird nahegelegt, sich vorab über die Homepage (ohne Aufpreis) Tickets zu sichern. „Für den Verkauf von Karten und Snacks vor Ort haben wir einen Spuckschutz an der Theke installiert“, so der Kinochef. Sicherheit gehe absolut vor, das ganze Team sei entsprechend geschult. „Da müssen wir eben durch“, sagt Burger.

Hoffnungen auf neuen Bond-Streifen gesetzt

Trotz allem – seit dem Neustart habe er gemerkt, wie froh die Besucher sind, endlich wieder Filme auf der großen Leinwand genießen zu können. „Die Leute haben richtig Lust auf Kino“, meint Burger. Das einzige Manko, dem der Kinobetreiber ausgeliefert ist: Es fehlt der gewohnte Filmnachschub. Große Hoffnung habe Burger, der auch in Bad Homburg ein Kino betreibt, in den neuen James Bond „Keine Zeit zu sterben“ gesetzt – der sollte eigentlich am 12. November anlaufen, nun wurde der Start abermals verschoben. „Das hat mich natürlich geärgert“, gibt Burger zu, aber dem wolle er durch Sonderreihen und das Zeigen von Klassikern entgegenwirken. Denn der Filmfan betont: „Das Lichtburg-Kino braucht in den kommenden Monaten die Treue seiner Besucher.“ Er hofft, dass er mit der Filmauswahl viele Kinofreunde jeder Generation anspricht.

So richtet sich die bereits etablierte Reihe „Filmreif“ an das ältere Publikum. „Filmreif kommt super bei den Langenern an“, sagt Burger. Ab 14. Oktober sind im zweiwöchentlichen Rhythmus mittwochs und sonntags aktuelle Filme zu sehen. Den Anfang macht die Komödie „Enkel für Anfänger“ am 14. Oktober, 16 Uhr/18. Oktober 17 Uhr. Am 28. Oktober/1. November folgt „Astrid“ über die Kinderbuchautorin Astrid Lindgren, am 11./15. November „Book Club – Das Beste kommt noch“. Zum Jahresende stehen „Judy“ mit Renée Zellweger und „Ich bin dann mal weg“ nach Hape Kerkelings Bestseller auf dem Plan.

Kinderkino zeigt Highlights der vergangenen Monate

Im Kinderkino zeigt die Lichtburg samstags und sonntags die besten Kinderfilme der vergangenen Monate – zum Familienpreis von sieben Euro für Kinder und Erwachsene. Am Wochenende geht es los mit der Videospielverfilmung „Sonic - The Hedgehog“ (ab sechs Jahre). Fans von Buzz Lightyear und Cowboy Woody sollten „Toy Story 4 – Alles hört auf mein Kommando“ nicht verpassen (17./18. Oktober und 31. Oktober/1. November. Märchenhaft wird es am 7./8. und 21./22. November mit „Die Schöne und das Biest“ (ab sechs) mit Harry-Potter-Star Emma Watson. Auch der neue Teil von „Ostwind“ wird gezeigt und in der Vorweihnachtszeit darf der neu aufgelegte Disney-Klassiker „Der König der Löwen“ nicht fehlen.

Nach wie vor gibt es die Sneak Preview: An jedem zweiten Dienstag um 20 Uhr läuft ein Überraschungsfilm (ab 16 Jahre, 5,50 Euro). Drama, Komödie, Action oder Horror – das erfahren Zuschauer erst im Saal, dafür sind die Filme noch nicht offiziell angelaufen.

„Spiel mir das Lied vom Tod“ und „Zurück in die Zukunft“

Auch mit zeitlosen Klassikern will Burger Zuschauer ins Kino locken. Die Aufführung von „Spiel mir das Lied vom Tod“, ursprünglich für April geplant, ist für den Kinomacher ein persönliches Highlight. „Allein die Anfangssequenz ist Kinomagie pur!“, schwärmt Burger. „Bei solchen Film weiß man, wofür man ins Kino geht“, macht er Lust auf Sergio Leones Meisterwerk, das am 25. Oktober (11 Uhr) und 30. (19.30) gezeigt wird (acht Euro). Bei der langen Filmnacht überlegt der Chef sogar, sich selbst in den Saal zu setzen: Am 7. November (ab 16 Uhr) gibt’s alle Teile von „Der Herr der Ringe“ zu sehen (21 Euro). Für den mehr als neunstündigen Ausflug nach Mittelerde sorgt das Kinoteam für Snacks, Getränke – und Kaffee. Kinder der 80er können sich auf „Zurück in die Zukunft“ (4. und 11. Dezember, 20 Uhr, acht Euro) freuen. Dann versucht Doc Brown (Christopher Lloyd) alles, um Marty McFly (Michael J. Fox) im berühmten DeLorean zurück in die Zukunft zu schicken. „Das macht auch beim zehnten Mal einfach nur Spaß“, meint Burger.

Eine Besonderheit steht am 22. November, 11 Uhr, auf dem Programm: Dann dreht sich alles ums Brot. Ein informativer Film gibt Einblick die Geheimnisse der uralten Backware, die sich im Laufe der Zeit gewandelt hat. In Zusammenarbeit mit Condit Couture gibt es an dem Morgen frisches Brot nach altem Rezept und Kaffee im Kino. Tickets kosten acht Euro.

Musikvorstellung mit Nick Cave

Musik im Kino ist in Zeiten von Corona und abgesagten Konzerten beliebt: Auch die Lichtburg macht mit und zeigt 5. November, 20 Uhr „Nick Cave – Alone at Alexandra Palace“ auf der großen Leinwand (15 Euro). „Ich bin selbst großer Fan von Nick Cave und freue mich darauf“, sagt Burger. Der australische Musiker und Autor ist einer der ganz Großen im Musikgeschäft. Fans können das im Sommer in London aufgezeichnete Konzert erleben. Und wenn Nick Cave in solch intimer Atmosphäre allein am Piano ohne Band und Publikum sitzt und spielt, kommt das zwar nicht an ein echtes Konzert ran – aber ist trotzdem „ganz großes Kino“. (Von Julia Radgen)

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