Kollektives Versäumnis

Linke schalten sich in Kita-Debatte ein

Langen - Auch die Linken melden sich zum Kita-Engpass zu Wort: „Das Thema kocht erwartungsgemäß mit dem beginnenden Wahlkampf hoch“, sagt Marianne Wurm, Spitzenkandidatin der Langener Linken. Das Ganze sei jedoch keine neue Diskussion, sie sei lediglich neu aufgelegt.

Nicht ganz unschuldig an der Unterversorgung sind in ihren Augen alle bisher im Stadtparlament vertretenen Parteien. „Im Klartext heißt das, man hat es jahrelang einfach versäumt, die Kinderbetreuung dem Wachstum der Stadt entsprechend auszubauen“, so Wurm. „Dabei sind doch gerade junge Familien und deren Kinder ein Garant für das Wachstum unserer Heimatstadt.“

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Aus Sicht der Linken müssen nun zunächst alle Möglichkeiten einer Zusammenarbeit mit anderen Trägern („Firmen, Kirchen und Private“) ausgeschöpft werden, um die Notlage in den Griff zu bekommen. Daneben verweist Wurm auf das ad absurdum geführte Konnexitätsprinzip, wonach Aufgaben an die Gemeinden und Städte delegiert werden, diese aber tatsächlich weder die Finanzmittel noch die personellen Ressourcen haben, um die Versorgung zu stemmen. „Die Kinderbetreuung ist das klassische Beispiel. Wir brauchen also auch mehr Geld von Kreis und Land“, sagt die Spitzenkandidatin.

Nach der im Juli 2015 höchstrichterlich gefallenen Entscheidung zur Herdprämie fordert die Linke, dass das frei gewordene Geld nach unten an die Kommunen durchgereicht wird, damit die Kinderbetreuung kostenfrei organisiert werden kann. (cor)

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