Zuhören, abfeiern, Spaß haben

Markus Striegl & Friends sorgen für beste Unterhaltung

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Die Band hat Spaß, das Publikum auch: Markus Striegl, hier mit Bassist Peter Hochmuth (rechts), brachte in der Stadthalle Deutschrock und ein paar Coverversionen zu Gehör.

Langen - So vielfältig ist das Langener Kulturleben: Im Untergeschoss der Stadthalle sind die Art People noch dabei, den gerade erhaltenen Kulturellen Förderpreis der Stadt zu feiern (Bericht in der morgigen Ausgabe), als oben im Saal die erste Klänge des Konzerts von Markus Striegl & Friends erklingen. Von Markus Schaible 

Und das Publikum vermischt sich – so sind etliche Schlips- und Sakko-Träger auf beiden Veranstaltungen zu sehen. Wobei es oben bei rund 500 Zuschauern recht schnell kuschelig warm wird. Vor einem Jahr ist Striegl selbst für sein Engagement von der Stadt ausgezeichnet worden – gemeinsam mit seiner Verlobten Silke Bentlin erhielt er denn Kulturpreis. Denn der Musiker greift nicht nur selbst in die Saiten und Tasten – im Café Beans bieten die beiden auch anderen Künstlern die Möglichkeit für Auftritte und tragen so zur Vielfalt der Musikszene in Langen bei. Am Samstag aber steht der Musiker Striegl im Mittelpunkt. Dass der live einiges zu bieten hat, ist bekannt. Wenn er dann, wie bei diesem Heimspiel in der Stadthalle, noch von musikalischen Freunden unterstützt wird, steht einem unterhaltsamen Abend nichts mehr im Weg.

Eingängiger, poppiger Rock mit deutschen Texten, das ist Striegls Metier. Die Stücke sind häufig im balladesken und mittlerem „Geschwindigkeitsbereich“ angesiedelt, wodurch für das Publikum primär zuhören angesagt ist. Aber natürlich kommt auch das Abfeiern nicht zu kurz – da ist Striegl ganz Profi. Und Ausstrahlung hat der Mann sowieso, egal, ob er nun krachend in die Gitarrensaiten greift oder singend hinterm Piano sitzt.

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Mit Detlef Möbius (Schlagzeug), Peter Hochmuth (Bass) und Frank Pieper (Gitarre, Mandoline) hat der Sänger eine überaus solide Band hinter sich, die an diesem Abend von Gast Tim Helmers aus Hamburg an den Tasteninstrumenten verstärkt wird. Im Gegensatz zu ihm haben die anderen „Friends“ nur Kurzauftritte, die allerdings umso mehr mitreißen: Das A-cappella-Sextett Noizebox (dem zwei Sängerinnen einer früheren Striegl-Band angehören) stärkt ihm erst bei „Purple Rain“ (Prince) den Rücken, um danach allein mit „Baby Love“ (Mothers Finest) für erste Zugabe-Forderungen zu sorgen. Bei Ciderman wird’s dann hart und rockig – und Striegl kann es bei „Wanted dead or alive“ (Bon Jovi) so richtig krachen lassen. Lediglich auf den ebenfalls angekündigten Jonas Fisch müssen die Zuschauer verzichten – krankheitsbedingt.

Weit über zweieinhalb Stunden bieten Markus Striegl und seine Freunde musikalische Kost der feinen Sorte – bis hin zu „Sympathy for the Devil“ von den Stones, das kurz vor Schluss alle Musiker auf der Bühne vereint. Zwei oder drei solcher mitreißenden Nummern mehr hätten dem Konzert vielleicht noch gut getan, aber auch so ist’s für die Besucher ein abwechslungsreicher Abend.

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