Amtsgericht Langen verhängt Strafbefehl

Massig auf den Namen der Nachbarin bestellt

Telefonisch und per Internet hat ein Egelsbacher auf den Namen seiner Nachbarin jede Menge Zeitschriften und Broschüren bestellt. Der Fall landete nun vor dem Amtsgericht Langen.
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Telefonisch und per Internet hat ein Egelsbacher auf den Namen seiner Nachbarin wohl jede Menge Zeitschriften und Broschüren bestellt. Der Fall landete nun vor dem Amtsgericht Langen.

Per Internet und Telefon ist es sehr einfach, ohne Unterschrift auf anderer Leute Kosten irgendwelche Dinge zu bestellen. Diese Möglichkeit soll sich ein 53-jähriger Egelsbacher zunutze gemacht haben, der von November 2019 bis Juni 2020 auf den Namen seiner Nachbarin diverse Bestellungen und Kaufverträge tätigte.

Langen – Insgesamt 51 Mal flatterten der 39-Jährigen ungewollt Zeitschriften, Kataloge und sogar Unterlagen für gebuchte Flug- und Kreuzfahrtreisen ins Haus. Da sie bei jeder neuen Post sofort reagierte, konnte sie alle rechtzeitig stornieren. Sie ahnte, wer hinter den nervigen „Post-Anschlägen“ stecken könnte: Ein in seiner Eitelkeit oder anders gekränkter Mitbewohner des Mehrfamilienhauses, mit dem es schon öfter Streit gab. Sie zeigte die Bestellungen an. Die Hinweise auf den Mann reichten für eine Anklageerhebung aus, nun sollten die Nachstellungen vor dem Amtsgericht Langen verhandelt werden.

Alle vier Zeugen erscheinen – der nicht anwaltlich vertretene Angeklagte zieht es jedoch vor, unentschuldigt zu fehlen. Nach der vorgeschriebenen Karenzzeit schlägt die Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl und 2400 Euro Geldstrafe vor. Richter Volker Horn ist einverstanden und setzt den Antrag in eine Verurteilung um. Der Egelsbacher ist im zweistelligen Bereich und einschlägig vorbestraft, immer wieder machte er durch Beleidigung, Bedrohung, Nötigung und Stalking auf sich aufmerksam. Legt er gegen den Strafbefehl Widerspruch ein, wird eine neue Hauptverhandlung terminiert. Zu der würde er dann polizeilich vorgeführt werden.

Von Silke Gelhausen

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