Neubau an Albert-Schweitzer-Schule

Mehr Platz für Kooperation

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Der Bagger hat schon losgelegt: An dieser Stelle auf dem Gelände der Albert-Schweitzer-Schule in Oberlinden soll die Erweiterung entstehen. Ab kommendem Schuljahr sollen dort 32 Kinder der ASS und der Janusz-Korczak-Schule unterrichtet werden.

Langen - Bald haben die Schüler an der Albert-Schweitzer-Schule (ASS) mehr Platz: Die Grundschule mit Ganztagesangebot in Oberlinden erhält einen Neubau mit zwei weiteren Klassenzimmern auf ihrem Gelände. Von Julia Radgen 

Der Hintergrund ist eine Ausweitung des Kooperationsprojekts mit der Janusz-Korczak-Schule.
Der Bagger hat auf der Grünanlage, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Lehrerparkplatz der Albert-Schweitzer-Schule, bereits seine Arbeit aufgenommen: In dem Neubau entstehen zwei Klassenzimmer, ein Gruppenraum sowie Sanitärräume, schildert Schulleiterin Barbara Busch. Die Erweiterung ist ein inklusives Projekt, das die bisherige Zusammenarbeit mit der Janusz-Korczak-Schule verstärkt.

Seit einigen Jahren bereits unterhält die Grundschule eine Kooperation mit der Schule mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung in der Zimmerstraße. „Sieben Kinder der Korczak-Schule werden bei uns unterrichtet“, sagt Busch. In der Eisbären- und Schäfchengruppe steht Tandem-Arbeit an: Lernbehinderte und nicht-lernbehinderte Grundschüler werden gemeinsam unterrichtet, darunter beispielsweise ein autistisches Kind. Auch wenn nicht alles an gemeinsamem Lernen möglich sei, versuchten die Lehrer soviel inklusiven Unterricht wie möglich zu realisieren, sagt Busch.

Statt „von oben verordneter“ Inklusion setzt die ASS darauf, dass die Kinder von klein auf miteinander lernen und sich die geistig behinderten Grundschüler ganz natürlich etwas von ihren Mitschülern abschauen. Mit dem Projekt habe die Schule bislang gute Erfahrungen gemacht. Nun könne auch eine andere dritte Klasse mit der Förderschule kooperieren, erklärt die Schulleiterin. „Es ist toll, dass wir die Zusammenarbeit nun ausbauen können“, freut sich Busch. Die Schule habe ein Jahr darauf gewartet.

Dazu schafft die Erweiterung auf dem Schulgelände Abhilfe bei der Raumnot. „Wir hätten ohnehin bald einen neuen Klassenraum gebraucht und auch die Janusz-Korczak-Schule platzt aus allen Nähten“, sagt Busch. Der Kreis finanziert das Kooperationsprojekt, in das das überregionale sonderpädagogische Beratungs- und Förderzentrum des Staatlichen Schulamts involviert ist.

In dem rund 240 Quadratmeter großen Neubau sollen künftig 32 Kinder unterrichtet werden, acht davon kommen aus der Janusz-Korczak-Schule. In dem barrierefreien Gebäude kommen neben den jeweils etwa 60 Quadratmeter großen Klassenräumen ein etwa 20 Quadratmeter großer Gruppenraum und ein Vorraum mit 30 Quadratmetern unter.

Abitur und Schulabschluss: Klassenbilder aus der Region

Der Bau des Schulgebäudes ist bereits in vollem Gange. Es besteht dem Kreis zufolge aus nachwachsenden Rohstoffen. „Die Vorteile sind nicht nur die schnellere Erstellung, sondern auch die Garantie für einen dauerhaft umweltfreundlichen Betrieb“, betont dieser.

Der Kreis mietet das Gebäude, das von einer privaten Firma errichtet wird, zunächst für sechs Jahre an. Die Zukunft darüber hinaus ist noch unklar. Bis zum Schuljahresbeginn 2018/2019 soll der Neubau an der Albert-Schweitzer-Schule fertig sein. Bis dahin werden die Kinder in zwei Klassenraumcontainern unterrichtet, die bereits seit einem Jahr auf dem Schulhof stehen.

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