Gremium bereitet neues Besetzungsverfahren vor

Jugendforum geht mit voller Kraft in die zweite Runde

Den neuen Vorstand des Jugendforums bilden (von links) die Co-Vorsitzende Romy Eichhorn, Cornelius Miller, der Vorsitzende Jonathan Bari und Leonie Borst.
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Den neuen Vorstand des Jugendforums bilden (von links) die Co-Vorsitzende Romy Eichhorn, Cornelius Miller, der Vorsitzende Jonathan Bari und Leonie Borst.

Auch das Langener Jugendforum stellt die Corona-Krise vor Herausforderungen. Doch die Jugendlichen haben ihre Kommunikation schnell auf Online-Kanäle umgestellt und konnten weiter produktiv arbeiten. So war die politische Jugendvertretung in der Lage, in den vergangenen Monaten einige Projekte voranzubringen. Außerdem laufen die Vorbereitungen für die nächste große Etappe: das Besetzungsverfahren zum zweiten Jugendforum.

Langen – Unabhängig davon gibt es seit Anfang September einen neuen Vorstand: In der siebten Sitzung des Jugendforums wurde Jonathan Bari zum neuen Vorsitzenden gewählt. Er tritt die Nachfolge von Joschua Thierolf an, der sein Amt aus Zeitgründen niedergelegt hat. Für das aus Langen weggezogene Vorstandsmitglied Jonathan Heyer wurde Cornelius Miller nachgewählt. Den geschlechterparitätisch besetzten Vorstand vervollständigen Romy Eichhorn und Leonie Borst.

Auf den neuen Vorsitzenden kommt gleich ein großes Projekt zu: Zusammen mit den anderen Jugendlichen und mit Unterstützung von Julia Pöhler von der Koordinationsstelle Jugendarbeit der Stadt bereitet Bari das neue Besetzungsverfahren vor. „Das wird ein komplett neues Jugendforum, dafür planen wir gerade die nächsten Schritte“, sagt der 17-Jährige. Wie gehabt werden 45 junge Leute zwischen zehn und 18 Jahren ausgewählt, um die Interessen der Langener Jugend politisch zu vertreten – wieder auf drei Wegen: Jeweils 15 Plätze werden per Losverfahren (Goldenes Ticket für zufällig ausgewählte Jugendliche), über Delegationen (Schulen, Vereine, Religionsgemeinschaften) und an Interessierte, die sich bewerben, vergeben.

Erklärfilm soll Lust auf politisches Engagement machen

Um konkret zu vermitteln, was das Jugendforum macht, wollen die Jugendlichen einen Erklär-/Imagefilm produzieren. „Darin erzählen unsere Mitglieder dann von ihren persönlichen Erfahrungen und machen die Arbeit schmackhaft“, sagt Bari. Die Info-Veranstaltung für interessierte Kinder und Jugendliche ist für den 28. Januar geplant, die für alle mit Goldenem Ticket für den 3. Februar. Große Treffen im gewohnten Umfang sind wegen der Pandemie fraglich. „Wir hoffen, dass sich die Lage bis dahin entspannt hat und wir die Sitzungen live machen können“, sagt der 17-Jährige. Andernfalls müsse man auf Online-Kommunikation ausweichen. Das neue Jugendforum soll am 25. März zur ersten konstituierenden Sitzung zusammenkommen. Online-Kommunikation nutzt das Jugendforum schon rege. In Videotreffen besprechen die Jugendlichen wichtige Anliegen. Die Sitzungen finden zwar regulär statt, aber es sind auch Mitglieder online zugeschaltet. Auch Zuschauer können diese von zu Hause aus verfolgen.

Das Logo des Jugendforums Langen

Bei ihrer letzten Sitzung im November haben die Mitglieder des Jugendforums eingehend über ein Thema diskutiert, das eng mit dem Besetzungsverfahren verknüpft ist: die Heraufsetzung der Altersgrenze. Die Jugendlichen wollen, dass man sich bis zum Alter von 21 Jahren im Jugendforum engagieren kann. Derzeit können Langener ab zehn Jahren bis zu ihrem 18. Geburtstag ins Jugendforum eintreten – in der ersten Legislatur sogar noch bis zum 19. Geburtstag. „Man gibt seine Jugendlichkeit aber nicht einfach mit 18 am Kleiderhaken ab“, sagt Bari. „Wir haben bei der Stadtverordnetenversammlung eine entsprechende Satzungsänderung beantragt“, berichtet er. Intern haben sich die Jugendlichen mit großer Mehrheit für die Erhöhung des Eintrittsalters entschieden. Und sich Argumente dafür zurechtgelegt: „Wir würden davon profitieren, es erweitert unseren Blickwinkel“, meint Bari. Ältere Mitglieder müssen dann nicht einfach das Gremium verlassen und können Projekte fortführen.

Denn parlamentarische Prozesse dauern nun mal: Das zeigt sich gerade an der geplanten Jugendfläche in den „Dreieichgärten“ nahe der Klinik, die das Stadtparlament mehrheitlich beschlossen hat (dagegen stimmte nur die FWG-NEV, die den Standort für ungeeignet hält). „Dieses Projekt wird schon seit Jahren gefordert, lange bevor es das Jugendforum überhaupt gab“, so Bari. Zudem haben die Jugendlichen Kontakt mit ihrem Wiesbadener Pendant aufgenommen, wo die Altersgrenze von 21 gilt. „Da ist nur Positives zu hören.“ Wann eine Satzungsänderung in Kraft treten könnte, ist noch ungewiss. „Aber wir geben die Hoffnung nicht auf, dass es noch vor dem Besetzungsverfahren klappt.“ Durch die beantragte Mitgliedschaft in der Hessischen Union zur Stärkung von Kinder- und Jugendinteressen (HUSKJ) versprechen sich die Langener zudem einen besseren Austausch mit anderen Jugendparlamenten. An Ideen mangelt es nicht, versichert Bari.

Von Julia Radgen

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