Mitarbeiter des Forstamts Langen

Beim Fällen den Wald von übermorgen gestalten

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Forstwirtschaftsmeister Björn Klein und Forstwirt Jean Paul Stürzl sind derzeit mit Motorsägen und weiterem Werkzeug mit der Laubholzernte im Staatswald des Forstamtes Langen beschäftigt.

Langen - Wenn die Blätter fallen, steigt im Forst die Betriebsamkeit: Beim Spaziergang können Waldbesucher derzeit wieder häufiger feststellen, dass Mitarbeiter des Forstamts Langen aktiv sind.

Aktuell werden unter anderem im Revier Birkeneck zwischen Langen und Buchschlag Bäume gefällt. Auch im Langener Wald ist ein Einschlag geplant, genauer Ort und Zeitpunkt richten sich aber nach der Witterung, sagt Michael Löber, Bereichsleiter für Produktion beim Forstamt. Die Vorarbeiten würden voraussichtlich noch in diesem Jahr beginnen, die eigentliche Holzernte dann Anfang 2018. Mit solchen Maßnahmen einhergehen aufgestapeltes Holz und gesperrte oder verschmutzte Waldwege. Diese „sind jedoch kein Dauerzustand“, betont das Forstamt. Die Mitarbeiter seien bemüht, Schäden an den Wegen so schnell wie möglich zu beseitigen, damit diese für Waldbesucher möglichst uneingeschränkt nutzbar sind.

Der Grund für die Arbeiten: „Insbesondere in jüngeren Waldgebieten stehen die Bäume oft dicht gedrängt. Damit sich die gesunden und besten Bäume gut entwickeln können und eine große Krone ausbilden, aber auch um Mischbaumarten zu fördern und wertvolles Holz für die Zukunft zu produzieren, wird ihnen in Durchforstungen gezielt geholfen“, erklärt Forstamtsleiter Christian Münch. „Dafür werden sogenannte Bedränger gefällt. Das sind in der Regel weniger vitale Gewächse, die bessere Bäume in der Konkurrenz um Licht und Standraum bedrängen. Ältere Bäume werden gezielt einzeln geerntet, bevor ihr Holz durch Fäulnis oder Verfärbungen entwertet wird. Wo eine Lücke im Wald entsteht, ist Potenzial für Nachwuchs und wir gewinnen gleichzeitig ein wertvolles, CO2 neutrales Produkt – das Holz, das fast ausschließlich an Unternehmen der heimischen Holzindustrie im Umkreis von 50 Kilometern verkauft wird. Damit ist sichergestellt, dass der Rohstoff Holz immer sinnvoll verwertet wird. Kahlschläge werden bei Hessen Forst schon seit über 30 Jahren nicht mehr durchgeführt. Unser Ideal ist ein gemischter stabiler Wald mit möglichst vielen Baumarten in verschiedenen Altersklassen“, betont Münch.

Grundsätzlich werde im Staatswald des Landes Hessen deutlich weniger Holz geerntet, als im gleichen Zeitraum nachwächst, damit für spätere Generationen mindestens genauso viel da ist wie jetzt. Seit 60 Jahren sei der Holzvorrat in den hessischen Wäldern kontinuierlich gestiegen, wie die Bundeswaldinventur gezeigt habe. Insbesondere im Rhein-Main-Gebiet und vor dem Hintergrund des Klimawandels bemühe sich das Forstamt, für die Zukunft stabile, gemischte Wälder aus möglichst vielen Baumarten zu schaffen. Deshalb werde die „Naturverjüngung“ der Bäume gezielt durch Pflanzungen mit weiteren Baumarten angereichert.

Mit der Waldpflege und den Anpflanzungen stelle man Weichen für die nächsten 100 Jahre oder länger. „Das heißt, dass die Forstleute die spannende Aufgabe haben, sich vorstellen zu müssen, wie sich ihre Arbeit langfristig auswirkt. Die meisten Bäume werden viel älter als man selbst und man begleitet und pflegt sie leider nur einen kurzen Zeitraum dieses Baumlebens“, so Münch. (ble)

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