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Bahnstraße: Mitbestimmen mit wenigen Klicks

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Von: Julia Radgen

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Eine dauerhafte Einbahnstraßenregelung auf der Bahnstraße: Befürworten das die Langener – auch nach Abschluss der aktuellen Salco-Baustellen? Das soll die Online-Befragung zur Zukunft der Bahnstraße klären.
Eine dauerhafte Einbahnstraßenregelung auf der Bahnstraße: Befürworten das die Langener – auch nach Abschluss der aktuellen Salco-Baustellen? Das soll die Online-Befragung zur Zukunft der Bahnstraße klären. © Strohfeldt

Das Stadtparlament hat einstimmig zugestimmt, damit kann es losgehen: Das Projekt „Zukunft Obere Bahnstraße“ soll in den kommenden beiden Jahren dazu beitragen, den Bereich zwischen Zimmerstraße und Lutherplatz attraktiver zu gestalten. Ein wichtiger Bestandteil dessen ist die Frage, ob die Bahnstraße dauerhaft Einbahnstraße sein sollte. Nun beginnt die Online-Bürgerbefragung.

Langen – Gemeinsam mit vielen Akteuren will die Stadt Ideen und Versuchsanordnungen entwickeln und ausprobieren. „Wir möchten die Innenstadt neu denken und alternative Konzepte erproben“, sagt Joachim Kolbe, als städtischer Fachbereichsleiter für Stadtentwicklung, Wirtschaft, Kultur und Sport für das Projekt verantwortlich.

Erste Phase des Projekts ist die Befragung der Langenerinnen und Langener zur Oberen Bahnstraße/Innenstadt. Angesichts von Corona sowie der kalten Jahreszeit findet sie online statt – die Bürger können bequem von zu Hause aus ihre Meinung und Vorschläge mitteilen. „Durch die drei derzeitigen Baustellen in der Oberen Bahnstraße konnten die Bürgerinnen und Bürger bereits Erfahrungen mit der Einbahnstraßenregelung gewinnen“, sagt Kolbe. „Diese würden wir gern sammeln und erfahren, was gut und was schlecht ist – und vor allem, was sich die Langener für unsere Innenstadt wünschen.“ Interessant sei auch der Vergleich zum gescheiterten Einbahnstraßentestlauf von 2005.

Stadt erfragt bis Ende Januar Stimmungsbild

Die Stadt erhofft sich von der bis Ende Januar dauernden Online-Befragung ein möglichst umfassendes Meinungs- und Stimmungsbild der Langenerinnen und Langener – egal, ob diese regelmäßig in der Innenstadt einkaufen oder nicht. Die Erkenntnisse aus der Befragung werden in die Entwicklung der Ideen einfließen.

„Unsere Innenstadt befindet sich wie viele andere auch im Wandel“, erläutert Kolbe. „Neue Geschäftsflächen und Konzepte prägen den Einzelhandel. Es braucht Platz und Raum für Miteinander und Kommunikation innerhalb der Stadtgesellschaft.“ Die aktuelle Einbahn-straßenregelung mit ihrem reduzierten Verkehrsaufkommen und dem zusätzlichen Flächenangebot ermögliche, die obere Bahnstraße im Rahmen des Projekts zu „bespielen“ – zum Beispiel, in dem die Einkaufsmeile mit Licht, Möbeln (sogenannten Parklets) und neuen Geschäftsideen in Szene gesetzt wird und ihr Potenzial als öffentlicher Raum besser genutzt wird. Dabei sollen noch keine dauerhaften Fakten geschaffen werden, wie die Stadtverwaltung betont. Das Projekt ermöglicht, verschiedene Versuchsanordnungen zu testen und bei Bedarf auch kurzfristig zu verändern.

Umfrage mit Forschungsinstitut

Das Online-Befragungstool zur Zukunft der Bahnstraße hat die Stadt in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) als unabhängiges Beratungs- und Forschungsinstitut eingerichtet. Der Link ist ab sofort und bis Ende Januar über die Stadt-Homepage aufrufbar – oder einfach nebenstehenden QR-Code mit dem Smartphone scannen. Die anonyme Umfrage nimmt etwa zehn Minuten in Anspruch.

Dafür stehen knapp 300 000 Euro zur Verfügung stehen: eine Förderung in Höhe von 250 000 Euro aus dem Landesprogramm „Zukunft Innenstadt“, der Rest sind städtische Mittel. Die Förderung muss bis Ende 2023 abgerufen werden, dann endet der Projektzeitraum. Danach will die Stadt die Bürgerbefragung wiederholen. „Wir sind sehr gespannt, wie sich die Wahrnehmung der Innenstadt während des Versuchs verändert“, sagt Bürgermeister Jan Werner. „Wichtig ist, dass wir vollkommen ergebnisoffen an das Thema herangehen und erst am Ende bei der Abwägung sämtlicher Erkenntnisse und Meinungen eine endgültige Entscheidung treffen, wie es mit unserer oberen Bahnstraße weitergeht.“ Der Magistrat sei zuversichtlich, dass diesmal tatsächlich eine Verbesserung erreicht werden kann – nachdem die Pläne der vergangenen Jahrzehnte nicht umgesetzt wurden.  (jrd)

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