Mittags-Treff für die große Schulfamilie

Langen ‐ Fünfte Stunde: Mathe, sechste Stunde: Musik – siebte Stunde: Fleischklopse mit Sahnesauce… In der neuen Mensa der Dreieichschule stürzt sich Fünftklässler Mehmet ins Gedrängel vor der Essenausgabe. Von Leonie Zincke

Jetzt hat er erst mal Mittag, eine Dreiviertelstunde Pause vom Schulstress. Ab 12.10 Uhr, sprich nach der fünften Stunde, kommen die ersten Esser in die Mensa, die zirka 100 Sitzplätze bietet. Dort erwartet die Schüler eine warme Mahlzeit, die sie üblicherweise im Voraus bestellt haben.

Viktoria Schroth nutzt die Mensa gerne als Treffpunkt mit Freunden.

Das gilt auch für Mehmet und seinen Freund Lars. „Uns gefällt die Mensa richtig gut“, sagen die Fünftklässler, „es gibt jeden Tag leckeres Essen“. Sie löffeln die Klopse und Kartoffeln, die sie vorige Woche mit ihrer Mensakarte von zu Hause aus per Internet geordert haben. Zwei Menüs stehen täglich zur Wahl; bestellen lässt sich das Essen auch an einem Terminal in der Aula, doch von daheim ist es bequemer.

Nach halbem Jahr Zeit für eine erste Bilanz

„Wenn man zu spät kommt und sich mit mehreren Freunden an einen Tisch setzen will, hat man große Schwierigkeiten, einen Platz zu finden“, beklagt Jonas Schuster.

Mit Beginn des neuen Schuljahrs hat die Mensa des Gymnasiums den Betrieb gestartet. Jetzt ist ein knappes halbes Jahr vergangen –  Zeit für eine erste Bilanz. „Anfangs hatten wir Zweifel, ob das Angebot bei den Schülern überhaupt ankommt“, sagt Cornelia Schnell vom Förderverein. „Aber inzwischen gibt es einen stetigen Zuwachs und zahlreiche Schüler, die sich in der Mittagspause ihr Essen holen.“ Neben Schnell schmeißen zwölf weitere Mitarbeiterinnen von montags bis freitags den Laden. „Die Arbeit macht viel Spaß, die Kinder sind sehr freundlich und wir sind ein super Team“, fasst Schnell zusammen – „irgendwie sind wir eine große Familie.“

Gemeinsam genießen Sabrina Scherin (links) und Svenja Schickedanz das Essen. Das Vorbestellungssystem dürfte für ihren Geschmack noch flexibler sein.

Kleinere Probleme und Verbesserungswürdiges gibt’s freilich immer. So sind etwa viele Schüler nicht ganz glücklich mit dem System, das Essen eine Woche vorab per Chipkarte bestellen zu müssen. „Wir würden lieber einen Tag vorher bestellen, denn oft fällt der Unterricht aus, man wird krank oder wir vergessen zu bestellen“, erzählen Sabrina Scherin und Svenja Schickedanz. Das erschwert den Schülern kurzfristige Entscheidungen und flexibles Reagieren auf Unterrichtsausfall etc., denn wer sein Essen nicht am Vortag abbestellt, muss es in jedem Fall bezahlen. „Die Firma, die uns täglich das frische Essen liefert, verlangt Richtwerte, um die vielen Bestellungen koordinieren zu können“, erläutert Cornelia Schnell. Wer nichts vorbestellt habe, habe im Übrigen täglich die Wahl zwischen dem Salatbüfett und dem Barverkauf, der üblicherweise Nudeln, Wurst und Ähnliches parat halte.

Im Sommer mehr Platz auf der Terrasse

Ein weiteres – derzeit akutes – Problem ist der Platzmangel. Vielen Schülern ist es zu eng und zu laut. „Wenn man zu spät kommt und sich mit mehreren Freunden an einen Tisch setzen will, hat man große Schwierigkeiten, einen Platz zu finden“, beklagt Jonas Schuster, Jahrgang zwölf. Er und seine Mitschüler sehnen deshalb die warme Jahreszeit herbei, die das Platzproblem lösen dürfte.

Cornelia Schnell freut sich, dass das „McGym“ bei den Schülern gut ankommt.

Im Sommer wird sich der Betrieb garantiert auf die Terrasse verlagern, die ein Mahl in der Sonne verspricht. Damit’s so kommt, braucht der Förderverein aber noch wetterfeste Tische und Bänke. „Unser Budget ist schmal, die eine oder andere Spende zur Anschaffung des Terrassen-Mobiliars täte uns da noch gut“, sagt Cornelia Schnell.
Abgesehen davon versucht der Förderverein, die Mensa mit viel Engagement und neuen Ideen noch attraktiver zu machen. Die Schüler steuern ebenfalls Vorschläge und Anregungen bei. „Wie wäre es zum Beispiel mit einer Chill-Lounge?“, regt Jonas Schuster an. Unterm Strich sind die Gymnasiasten rundum zufrieden mit ihrer Mensa, der sie den Namen „McGym“ gegeben haben. „Das Personal ist sehr nett, die Atmosphäre ist gut“, findet Viktoria Schroth, Jahrgang 13. „Die Mensa ist eine sinnvolle Einrichtung und neben der Cafeteria ein weitere gute Anlaufstelle, um sich in Pausen, Freistunden oder mittags mit Freunden zu treffen und zu erholen.“

Rubriklistenbild: © Strohfeldt

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