Müll und Fäkalien

Modellflugclub Langen: Nächtliche Corona-Partys auf dem Vereinsgelände

Müll auf dem Vereinsgelände des Modellflugclubs Langen
+
Da waren wohl mehr als zwei Haushalte zugange: Leere Wodkaflaschen, allerlei Plastikmüll und Brandflecken haben die nächtlichen Besucher hinterlassen.

Auf dem Vereinsgelände des Modellflugclubs Langen feiern immer wieder Jugendliche nächtliche Partys. Sie machen Feuer, hinterlassen Müll und sogar Fäkalien.

Langen – Die neueste Entdeckung hat Erik Horner endgültig auf die Palme gebracht. Der Vorsitzende des Modellflugclubs Langen traute seinen Augen kaum, als er neulich auf dem Vereinsgelände, im Feld nördlich der B 486, nach dem Rechten sah – und äußerst Unappetitliches vorfand: „Auf gut Deutsch gesagt: Es hat uns einer einen Haufen hingeschissen.“ Und danach, schildert Horner, habe sich der Schmutzfink offenbar den Hintern mit Papiertaschentüchern abgewischt und diese auch noch neben seinem verrichteten Geschäft liegen gelassen.

Schon länger ungebetener Besuch beim Modellflugclub Langen

Der eklige Anblick ist nur die Spitze des Eisbergs. Bereits seit dem vergangenen Sommer hat der Modellflugclub mit ungebetenem nächtlichen Besuch zu kämpfen. Die Spuren – Schnapsflaschen und Knabbereien etwa – lassen darauf schließen, dass es sich um feiernde Jugendliche handelt, die sich mangels Alternativen im Corona-Lockdown auf dem Vereinsgelände treffen, das nicht eingezäunt und abgelegen, aber natürlich trotzdem ein Privatgrundstück ist. Und in den vergangenen Wochen scheinen bei den Feierwütigen immer mehr Hemmungen zu fallen. „Am Anfang war es nur Müll“, erzählt Horner, „jetzt fangen sie an zu randalieren.“

Nach jedem Wochenende finde man mittlerweile ein regelrechtes „Schlachtfeld“ vor, berichtet der Vorsitzende. Der Jägerzaun sei schon mehrfach kaputt getreten worden, auch hätten die Besucher Flaschen gegen das Vereinsheim und sogar auf dessen Dach geworfen. „Überall liegen Glasscherben“, schimpft Horner. Auch benutzte Kondome hätten die Besucher hinterlassen und einen großen Verbandskasten geklaut. Das Flugtagebuch, in das die Hobbypiloten jeden Start und jede Landung eintragen müssen (ein Metallkasten schützt es vor Regen, aber nicht vor Vandalismus), sei angezündet worden. Und die Tische, auf denen die Vereinsmitglieder normalerweise ihre Modellflieger für den Start präparieren, zeugen von weiteren Zündeleien.

Immer wildere Corona-Partys beim Modellflugclub Langen

Gegen den nächtlichen Besuch habe man ja gar nicht mal etwas einzuwenden, sagt Horner. „Früher haben sie ihren Müll mitgenommen oder sogar ihre leeren Pfandflaschen ordentlich an die Seite gestellt.“ Doch in letzter Zeit scheinen die Corona-Partys immer wildere Ausmaße anzunehmen. Die Modellflieger befürchten, dass die Situation bald eskaliert. „Wir haben Angst, dass die uns irgendwann das Vereinsheim abfackeln“, sagt Horner.

Die Polizei habe man bereits mehrfach informiert, die Täter konnten bislang jedoch nicht geschnappt werden. „Ich sehe auch ein, dass sie hier nicht jeden Tag vorbeifahren können“, sagt Horner. Das Problem: Man müsste die Randalierer an Ort und Stelle ertappen. Polizeisprecherin Andrea Ackermann bestätigt, dass den Beamten in Langen der Fall bekannt ist. „Wenn jemand die Polizei ruft, weil dort Straftaten begangen werden, fahren wir natürlich hin.“ Ein generelles Problem mit illegalen Corona-Partys gebe es in Langen aber nicht. „Uns sind keine Orte bekannt, an denen wir regelmäßig Ansammlungen auflösen müssen“, so Ackermann. Sie verweist auch auf den Polizeiladen in Offenbach, dessen Mitarbeiter kostenlos zu Themen wie Einbruchschutz und Alarmanlagen beraten.

Modellflugclub Langen stellt Anzeige gegen Unbekannt

Die Mitglieder des Modellflugclubs haben die Sache mittlerweile selbst in die Hand genommen. „Wir lassen uns das nicht mehr gefallen“, stellt Erik Horner klar. Der Verein wird Anzeige gegen Unbekannt stellen, einige Mitglieder laufen abends Streife und sehen auf dem Gelände nach dem Rechten. „Aber wir haben noch niemanden erwischt“, so Horner. Deswegen plant der Verein nun, eine Überwachungskamera mit Bewegungsmelder sowie einen LED-Scheinwerfer anzuschaffen. Das Licht soll die Feiernden fernhalten, die Kamera sie entdecken, sollten sie doch aufkreuzen. „Dann können wir direkt die Polizei rufen“, so Horner, „und sie hoffentlich auf frischer Tat ertappen.“ (Manuel Schubert)

Keine News mehr über Corona in der Region verpassen: Alle Infos zur Corona-Pandemie in Langen in unserem Ticker.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare