Firma NCC reagiert

Nach Anwohner-Klage: Müll-Hügel verschwinden

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Erdhaufen, vergammeltes Baumaterial, Unrat aller Art und überall zerfetzte Planen und Folien: Das Aushub-Lager von NCC an der Selbert-Allee ist zur Müllkippe verkommen – die Firma will die „Nordend-Hills“ nun schleunigst abtragen.

Langen - Der Bauboom in der Stadt hat seine Schattenseiten und Dreckecken – eine solche findet sich an der Elisabeth-Selbert-Allee im Nordend. Von Holger Borchard 

Nach Protesten aus der Nachbarschaft, die in der Androhung einer Anzeige gipfeln, hat das verantwortliche Bauunternehmen NCC Deutschland gestern angekündigt: Bis Ende nächster Woche werden die Erdhügel im Bereich Elisabeth-Selbert-Allee/Georg-August-Zinn-Straße vollständig abgetragen. Mit dieser Ansage steht NCC nun sowohl bei der Stadt als auch bei Bewohnern des Nordends im Wort. Hintergrund: An der Selbert-Allee hat die Firma die „Langener Terrassen“ hochgezogen; weitere Projekte auf Nachbargrundstücken sind in Vorbereitung, so etwa auf dem ehemaligen Juki-Farm-Areal. Um den Erdaushub zwischenzulagern, hat das Unternehmen an der Ecke Selbert-Allee/Georg-August-Zinn-Straße ein städtisches Grundstück angemietet und dort über die Monate rund 800 Kubikmeter Erde aufgetürmt.

Diese „Nordend-Hills“ sind so manchem Anwohner ein Dorn im Auge. Die Hauptursache: Folien und Planen, die mit dem Aushub neben der Straße aufgetürmt wurden und sämtliche Erdhaufen von oben bis unten durchziehen, haben sich witterungsbedingt inzwischen in Einzelteile zersetzt, die durch das Nordend schwirren. Hinzu kommt, dass sich das Prinzip „Müll zieht Müll an“ leider bestätigt. Unbekannte Dritte haben das Areal längst als Müll- und Schuttabladeplatz entdeckt – darüber ist Anwohnern schon vor Ostern endgültig der Kragen geplatzt. So auch Ulrich Vedder, der als Stadtverordneter das Rathaus einschaltete. Vedders Ansage: „Umweltverschmutzung ist kein Kavaliersdelikt.“

Die Stadtverwaltung reagierte und kontaktierte NCC, die Abhilfe versprach. Was folgte, schildert Vedder anhand eigener Beobachtung: „Zwei Arbeiter haben am 1. April – kein Scherz – zumindest den Grenzbereich zu Rossmann und Rewe weitgehend vom übelsten, tendenziell Ratten anlockenden Unrat gesäubert. Das war’s aber auch schon; die Planen gammeln weiter vor sich hin und fliegen durch die Gegend.“

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Auch gestern noch präsentierte sich das Gelände so hässlich wie beschrieben. Umso überraschender und erfreulicher ist, was Projektleiter Eckhard Sommer auf Nachfrage unserer Redaktion ankündigte. Getreu der Devise „Klotzen statt kleckern“ will NCC bis Ende kommender Woche an der Selbert-Allee Tabula rasa machen. „Die Erdhaufen werden komplett abgetragen und damit endet auch unser Vertrag mit der Stadt über die Anmietung dieser Zwischenlagerfläche“, erklärt Sommer.

Im Rathaus nimmt man die Wendung erfreut zur Kenntnis. „Die Zeit geben wir NCC doch gerne, wenn dafür in zehn Tagen alles sauber ist“, sagt der zuständige Fachbereichsleiter Carsten Weise. Falls aber doch was dazwischen kommt ...? „Dann wird sich das Ordnungsamt des Falls annehmen und Druck machen“, hält Weise seinerseits ein Versprechen parat.

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