Magistrat hält trotzdem an Einrichtung fest

Musik-Kita in Langen wird teurer

So sieht die Planung für die Musik-Kita aus: Die Container (rosa eingezeichnet) sollen im Garten des Kulturhauses (graue Fläche rechts) Platz finden. Unten im Bild ist der Parkplatz (darunter verläuft die Sehretstraße). PLAN: Kommunale betriebe
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So sieht die Planung für die Musik-Kita aus: Die Container (rosa eingezeichnet) sollen im Garten des Kulturhauses (graue Fläche rechts) Platz finden. Unten im Bild ist der Parkplatz (darunter verläuft die Sehretstraße). PLAN: Kommunale betriebe

Langen – Ende des Jahres 2020 haben die Langener Stadtverordneten zwei besondere Kita-Projekte auf den Weg gebracht: die Sport-Kita beim TVL und die Musik-Kita im Kulturhaus Altes Amtsgericht. Die beiden neuen Einrichtungen schaffen nicht nur dringend benötigte Betreuungsplätze – denn die Warteliste ist in Langen noch immer immens – sondern punkten auch mit ihren Konzepten bei der schwierigen Suche nach Erzieherpersonal.

Während die Sport-Kita in der Neuplanung des Sportparks Oberlinden auf den Weg gebracht ist, gibt es beim Musik-Projekt leider schlechte Neuigkeiten: Es wird teurer als geplant, der Magistrat will trotzdem an dem Vorhaben festhalten. Nun ist die Stadtverordnetenversammlung am Zug.

Laut Magistrat sorgen nicht kalkulierbare Rohstoffmärkte, teilweise gar nicht auf dem Markt verfügbare Rohstoffe wie Dämmmaterial und volle Auftragsbücher bei vielen Anbietern für die Kostensteigerung: Der Bau einer Containeranlage für eine Kindergartengruppe mit 25 Plätzen im Garten des Kulturhauses Altes Amtsgericht wird knapp 280 000 Euro teurer als angenommen.

Der Plan sieht vor, im hinteren Teil des gut 1 300 Quadratmeter großen Gartens des Kulturhauses in der Darmstädter Straße 27 eine Containeranlage aus 18 Modulen aufzustellen und diese für die Kinderbetreuung zu nutzen. Die neue Gruppe soll organisatorisch an die Kita Am Steinberg angeschlossen werden. Zudem ist vorgesehen, die Nähe zur Musikschule zu nutzen und musikalische Angebote zu etablieren. „Ein solches Konzept ist auch für Erzieherinnen und Erzieher sehr interessant“, sagt Bürgermeister Jan Werner. „Es haben sich bereits zwei Erzieherinnen bei uns gemeldet, die unbedingt dort anfangen möchten.“

Konzept der Langener Kita ist attraktiv für Erzieher

Das sei neben der Schaffung der Betreuungsplätze auch einer der Gründe, warum der Magistrat an der Kitagruppe festhalten will. Eine erste, grobe Kostenschätzung war im vergangenen Herbst von etwa 716 000 Euro Anschaffungskosten ausgegangen. Die Einholung entsprechender Angebote für die Containermodule gestaltete sich allerdings extrem schwierig. Letztlich liegen der Stadt nun vier Offerten vor, die alle deutlich über dem ursprünglich prognostizierten Preis liegen. Die aktualisierte Kostenkalkulation der Kommunalen Betriebe Langen (KBL) geht nun von einem Gesamtaufwand von 995 000 Euro aus. Darin enthalten ist nach Angaben der Stadt aber auch die Umgestaltung der Außenfläche: Unter anderem soll es da für die Kinder ein von Bepflanzung umgebenes Rondell als Musikbereich geben. „Diese Kostensteigerung ist natürlich sehr ärgerlich“, sagt Jan Werner. „Aber auf die allgemeine Preisexplosion haben wir keinerlei Einflussmöglichkeiten. Ich bin froh, dass der Magistrat die Notwendigkeit der Schaffung dieser Musik-Gruppe weiterhin für sehr wichtig erachtet, um damit die lange Warteliste auf einen Kinderbetreuungsplatz wieder etwas zu verkürzen“, meint der Bürgermeister.

Wenn die Stadtverordnetenversammlung in ihrer nächsten Sitzung zustimmt, könnte es noch in diesem Jahr mit der Betreuung losgehen: Die Firma, die das günstigste Angebot für die Container abgegeben hat, könnte sie im November aufstellen.

Millionen-Zuschuss für zwei Erweiterungen

Bei der Aufstockung der Platzkapazitäten in der Kinderbetreuung spielen in Langen auch die privaten und kirchlichen Träger eine wichtige Rolle. Deshalb empfiehlt der Magistrat, die „Montessori Nanus gGmbH“ sowie die Evangelische Kirchengemeinde mit insgesamt gut 2,05 Millionen Euro bei der Erweiterung ihrer Betreuungseinrichtungen zu unterstützen. Insgesamt entstehen dadurch 67 neue Plätze. Damit steigen natürlich auch die jährlichen Betriebskostenzuschüsse der Stadt (siehe Infokasten). „Das Geld ist gut angelegt, denn wir schaffen zusätzliche und dringend benötige Betreuungsplätze und investieren damit in die Zukunft unserer Kinder“, betont Erster Stadtrat Stefan Löbig. „Beide Einrichtungen sind in der Stadt gut bekannt und leisten ausgezeichnete Arbeit“, ergänzt Bürgermeister Werner. Den endgültigen Beschluss darüber muss ebenfalls die Stadtverordnetenversammlung fällen.

Über die Vorlagen zur Musik-Kita und zur Kostenbeteiligung an den Kita-Erweiterungen Nanus und Rappelkiste berät jeweils zunächst der Haupt- und Finanzausschuss am morgigen Donnerstag. Die endgültige Entscheidung trifft dann die Stadtverordnetenversammlung in der Sitzung am Donnerstag, 15. Juli.

Von Julia Radgen

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