Vergängliche Farbtupfer

Naturschauspiel im heimischen Wald

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Buntes Blütenmeer: Der Hohle Lerchensporn ist nur eine von unzähligen Arten an Frühlingsblühern, die in den heimischen, bewirtschafteten Wäldern zu Hause und auch rund um Langen zu bewundern sind.

Langen - Aktuell ist in unseren Wäldern ein farbenfrohes Naturschauspiel zu bewundern: Mit vielfältigen Farben und Formen erfreuen besondere Blumen die Waldbesucher.

Allerdings beginnt mit den ersten Sonnenstrahlen im Frühling das Wettrennen gegen die Zeit: Schon im Mai, wenn das Laub der Bäume sprießt, ist für die meisten frühen Waldblumen der große Auftritt vorbei. Der Frühling hat endgültig Einzug gehalten im Rhein-Main-Gebiet, doch noch sind die Wälder an schönen Tagen sonnendurchflutet: Bis ein dichtes Blätterdach für Schatten sorgt, dringen die wärmenden Strahlen bis auf den Boden. Das Forstamt Langen ruft die Bürger deshalb dazu auf, bei einem Waldspaziergang die Farbenpracht der Frühlingsblüher zu genießen. Zum Beispiel sind im Revier Buchschlag die Buschwindröschen gerade in voller Blüte. Der dortige Revierleiter Dieter Hanke ist jedes Jahr von Neuem begeistert: „Die Natur erwacht. Die Veilchen, Sauerklee und der Lerchensporn, bringen die ersten bunten Farbtupfer zurück in den Wald. „Die Anemonen sind meine ganz persönlichen Frühlingsboten“, sagt er.

Dabei setzen die Pflanzen auf Licht und Schnelligkeit. Denn schon im Mai werden die Bäume belaubt sein: Nur noch ein Bruchteil des Tageslichtes erreicht dann noch den Waldboden. „Bis dahin müssen unsere kleinen Frühstarter von der Befruchtung der Blüte bis zur Samenreife alles durchlaufen haben“, erklärt Hanke. Die meisten dieser Arten ziehen sich anschließend wieder in die Erde zurück und warten auf ihren neuen großen Auftritt im nächsten Frühling.

Mehr Informationen zum Artenreichtum des Waldes im Internet. 

Gleichzeitig bittet das Forstamt, verantwortlich für die Pflege von etwa 15 900 Hektar Wald im Stadt- und Landkreis Offenbach, die Spaziergänger um besondere Achtsamkeit gegenüber den kleinen Frühstartern. Sie sind zwar schön, aber auch empfindlich. Viele Frühjahrsblüher stehen unter Naturschutz. Manche enthalten giftige Inhaltsstoffe, wie das Scharbockskraut oder das Gelbe Windröschen. „Pflücken und ausgraben sollte man sie deshalb besser nicht – sie gehen im Haus oder auch im Garten ohnehin meistens ein“, so Förster Hanke. Laub- und Mischwälder sind ihr Zuhause. Die Forstleute sorgen mit der Waldpflege für ein Wechselspiel zwischen Licht und Schatten. „Unsere Wälder sind gerade durch wiederkehrende Pflegehiebe besonders artenreich, wie das Beispiel der Frühlingsblüher mit bunten Farbtupfern zeigt“, betont Hanke.

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Ein weiterer Grund für einen achtsamen Umgang mit den kleinen Pflänzchen ist ihr Nahrungsangebot für Insekten: Insbesondere Hummeln, die ebenfalls zu den Frühstartern der Natur zählen, sind auf Pollen und Nektar der frühen Blüten angewiesen.

Aber auch Ameisen nutzen den reich gedeckten Tisch der ersten Blumen, um Kraft nach dem langen Winter zu schöpfen, weiß der Förster. „Diesen Appetit nutzt das Leberblümchen geschickt aus: Es verfeinert seine Samen mit schmackhaftem Öl. Die Ameisen bringen die Samen deshalb gerne in ihre Nester – verzehrt wird aber nur der Ölkörper, die verteilten Samen können keimen.“

ble

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