Anfang vom Ende der Weitläufigkeit

Neubauprojekt in der ehemaligen Housing-Area

+
Großzügige Fensterfronten, großzügige Wohnungsschnitte, drumherum Grün: So sehen die durch eine Tiefgarage verbundenen Mehrfamilienhäuser in den Plänen der City 1 Grundbesitz GmbH aus. Das im März startende Bauprojekt ist das erste im Zuge der sogenannten Nachverdichtung in der ehemaligen Housing Area im Neurott.

Langen - Vereinzelte Vorarbeiten und Bauschutt lassen es schon seit Januar erahnen – nun ist es amtlich: In der einstigen Housing-Area im Neurott startet im März das erste Neubauprojekt im Zuge der sogenannten Nachverdichtung. Von Holger Borchard

Die City 1 Grundbesitz GmbH aus Neu-Isenburg beginnt im März mit der Errichtung von 43 Eigentumswohnungen für zirka 120 Bewohner, die bis zum Frühjahr kommenden Jahres bezugsfertig sein sollen.

Der Investor, der seit 20 Jahren im Rhein-Main-Gebiet als Bauträger tätig ist, hat das großzügige Gelände mit den früheren Verwaltungs- und Gemeinschaftsanlagen der US-Streitkräfte von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) erworben und schon vor einiger Zeit mit dem Abriss begonnen. Die ehemalige Lagerhalle auf dem Areal ist schon abgerissen (kleines Foto), das ehemalige Jugendzentrum wird schon bald das gleiche Schicksal ereilen.

Startschuss für die Bebauung

Der Startschuss für die Bebauung fällt an markanter Stelle im Bereich der Kurve an der Steubenstraße. Die von Planer Alexis Anastassiou entworfene Neubebauung sieht zwei durch eine Tiefgarage verbundene Mehrfamilienhäuser mit großzügig geschnittenen Zwei- bis Fünf-Zimmerwohnungen vor. Ihre Maße variieren zwischen 80 und knapp 120 Quadratmetern. Das angeschlossene Gartengelände, bodentiefe Fensterfronten mit Ausblick ins Grüne sowie Balkone und Terrassen komplettieren die Philosophie des naturnahen Wohnens unter dem Motto „Sonnige Balkone und Ausblick ins Grüne“.

Die allerdings dürfte all jenen Anwohner sauer aufstoßen, die sich erfolglos gegen die nachträgliche Bebauung gewehrt haben. Ihnen hält Bürgermeister Frieder Gebhardt entgegen: „Im Wesentlichen wird sich nichts am Charakter der Siedlung ändern.“ Mit 33 Wohneinheiten pro Hektar bleibe die Bebauung unter den Vorgaben des Regionalen Flächennutzungsplans, der 35 Wohneinheiten vorsehe. „Die Zusage, bei der sogenannten Nachverdichtung behutsam vorzugehen, ist somit eingehalten“, urteilt der Rathaus-Chef.

Nachfrage für mehr als 150 Wohnungen

Abgesehen davon ist das Bauvorhaben für ihn ein weiterer Beleg dafür, dass Langen als Wohnstandort immer beliebter wird. „Erinnert sei nur daran, wie groß die Nachfrage für die mehr als 150 Wohnungen in den Altbauten inmitten der weitläufigen Grünflächen war, als die Bundesanstalt als Eigentümerin diese 2008 nach dem Abzug der Amerikaner neu vermietet hat“, so Gebhardt.

In Abstimmung mit der BImA hat die Stadt einen Bebauungsplan auf den Weg gebracht, der im weitläufigen Viertel weitere Gebäude vorsieht. Mit dessen Verabschiedung durch die Stadtverordnetenversammlung rechnet der Bürgermeister bis zum Jahresende. Im Einklang mit dem noch nicht rechtskräftigen Bebauungsplan macht City 1 nun den Anfang.

Mehrfamilienhäuser, Reihen- und Doppelhäuser

Im Bebauungsplanentwurf vorgesehen sind in der Siedlung außerdem noch Mehrfamilienhäuser in der vorhandenen Zeilenbauweise sowie Reihen- und Doppelhäuser auf dem ehemaligen Baseballplatz und der gegenüberliegenden Straßenseite. Außerdem besteht die Option, die gegenwärtigen Blocks zwischen Steuben- und Carl-Schurz-Straße zu verlängern.

„Um Gebäude am Waldrand vor umstürzenden Bäumen zu schützen, werden in diesen Tagen einige alte Kiefern gefällt, deren Stämme zum Teil in erhebliche Schieflage geraten sind“, heißt es aus dem Rathaus. In diesem Zuge solle der Waldrand naturnah gestaltet werden. „Im Klartext bedeutet das einen größeren Artenreichtum aus Laubbäumen und Sträuchern und keine Kiefernmonokulturen“, betont Frieder Gebhardt – „eine Vorgehensweise, die die Untere Naturschutzbehörde ausdrücklich begrüßt“.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare