Langen ist Mitglied im Großen Frankfurter Bogen

Neue Fördertöpfe für Wohnungsbau anzapfen

Das Römerquartier an der Hans-Kreiling-Allee ist Teil der aktuellen Neubau-Offensive in Langen. Durch die Mitgliedschaft im Großen Frankfurter Bogen winken Fördergelder – etwa für Kitas oder Verkehrsprojekte.
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Das Römerquartier an der Hans-Kreiling-Allee ist Teil der aktuellen Neubau-Offensive in Langen. Durch die Mitgliedschaft im Großen Frankfurter Bogen winken Fördergelder – etwa für Kitas oder Verkehrsprojekte.

Der Bedarf an neuen Wohnungen im Rhein-Main-Gebiet ist nach wie vor groß – auch Langen gehört zu den Kommunen, die stark wachsen. Die Stadt erschließt und bebaut mehrere neue Wohngebiete, allen voran das Neubaugebiet Liebigstraße, das mehr als 3000 Menschen beheimaten soll. In unmittelbarer Nähe dazu – am Europaplatz auf der Bahnhofs-Ostseite – prangt nun ein Schild, das Langen als neues Mitglied des Großen Frankfurter Bogens ausweist. Das sei laut Stadt logische Konsequenz des Wohnungsbaus.

Langen – Denn als Partnerkommune des Großen Frankfurter Bogens hat die Stadt Zugang zu besonderen Fördertöpfen und profitiert von höheren Fördersätzen oder bekommt Vorrang bei der Zuteilung von Geldern. Hessens Wirtschafts- und Wohnungsbau-Minister Tarek Al-Wazir hat das entsprechende Schild nach Langen geschickt. Mit der Initiative Großer Frankfurter Bogen will der grüne Minister den Wohnungsbau in Rhein-Main in einem Radius von 30 Zugminuten rund um den Frankfurter Hauptbahnhof verstärkt an den Haltestellen des regionalen Schienenverkehrs ausrichten. Gleichzeitig soll die Nutzung von Brachen und Baulücken den Verbrauch an neu zu erschließenden Flächen gering halten. „Beides passt perfekt auf unser neues Wohngebiet Liebigstraße“, sagt Langens Bürgermeister Jan Werner. Gleich zwei Haltepunkte sind nahebei: der Bahnhof (S- und Regionalbahn) sowie der Halt Flugsicherung (S-Bahn). Zudem lagen die Flächen entlang der Bahnlinie zum Teil jahrzehntelang brach. Nun entsteht dort und im Verlauf bis zur Hans-Kreiling-Allee das neue Wohngebiet. Die Neu-Langener hätten den Vorteil, in einer Stadt mit überschaubarer Größe und kurzen Wegen zu leben – mit allen Vorteilen der Großstadt in Reichweite.

Es prangt nun am Langener Bahnhof: Das Schild, das die Stadt als Partnerkommune der Initiative ausweist.

„Nur gemeinsam können wir die im Ballungsraum fehlenden Wohnungen schaffen und dazu gehört das Bekenntnis der Kommunen, an der Lösung dieses Problems mitzuarbeiten“, schreibt der Minister in seinem Dankesbrief an den Langener Bürgermeister. Mit dem Schild sehe nun jeder, „dass bei Ihnen vor Ort nicht nur neuer, bezahlbarer Wohnraum, sondern auch ein nachhaltiges Wohnumfeld entsteht“. Die Stadt profitiere durch ihre Teilnahme von Förderprogrammen im Wohnungsbau, bei der Baulandentwicklung und der Städteplanung.

Fördergeld für soziale Infrastruktur und sozialen Wohnungsbau in Langen

Als eine von mittlerweile mehr als 30 Partnerkommunen erhofft sich Langen erhöhte Zuschüsse für den Bau sozialer Infrastruktur wie Kitas, für die Gestaltung von Grünanlagen und ökologische Verkehrsprojekte. Geld verspricht das Land auch bei der Errichtung von Sozialwohnungen. Bürgermeister Werner lenkt den Blick noch auf einen anderen Aspekt: Al-Wazir hatte zum Start der Initiative erklärt, dass Hessens Wohnungspolitik einem ganzheitlichen Ansatz folgt: Jede neue oder reaktivierte Schienenstrecke, jede neue Buslinie, jede Raddirektverbindung sei ein Beitrag zur Normalisierung des Wohnungsmarkts. „Diese Aussage deckt sich absolut mit unserem Wunsch einer Verlängerung der Regionaltangente West bis zum Langener Bahnhof“, erklärt Werner „Mit einer Endhaltestelle Langen würde die RTW einen sinnvollen Bogen rund um Frankfurt schlagen. Ich hoffe, dass Tarek Al-Wazir seinen Worten auch Taten folgen lässt.“ Das Land sei immerhin der größte Anteilseigner in der RTW-Planungsgesellschaft.

Aber auch, wenn das Wohngebiet Liebigstraße nahe der Bahnhaltestellen sowie am neuen Radschnellweg Frankfurt – Darmstadt liegt, dürfe der Kfz-Verkehr nicht ganz vergessen werden, betont Werner. „Wir werden nicht jede Autofahrt vermeiden können. Deshalb ist es umso wichtiger, dass die Planung, Genehmigung und letztlich Bau des vierspurigen Ausbaus der B 486 zwischen Langen und der A 5 mit Hochdruck vorangetrieben wird“, sagt der Bürgermeister, ebenfalls in Richtung Verkehrsministerium gerichtet, das im Auftrag der Bundesregierung für das Planfeststellungsverfahren zuständig ist. Der Ausbau wird im Bundesverkehrswegeplan 2030 in der höchsten Dringlichkeitsstufe („vordringlicher Bedarf“) geführt. „So wie wir als Stadt dem Land bei der Schaffung des so dringend benötigten Wohnraums helfen, wünschen wir uns die Hilfe des Landes bei diesen dringenden Langener Themen“, betont Werner. (jrd)

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