Neue Heimat für historische Grenzsteine

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Forstamtsleiter Christian Münch (links) und Dr. Wilhelm Ott eröffneten gestern am Forsthaus an der Dieburger Straße das Lapidarium.

Langen - Sie sind interessante Zeugen unserer Territorialgeschichte: Historische Grenzsteine stehen unter besonderem staatlichen Schutz. Etliche haben jetzt am Langener Forstamt in der Dieburger Straße einen neuen Standort gefunden.

Dr. Wilhelm Ott hat in mühevoller Kleinarbeit die historischen Grenzen im Forstamt aufgesucht, die Steine erfasst und kartiert. In den vergangenen Jahrhunderten sind jedoch einige Steine abgebrochen oder wurden durch den Wurzelteller umfallender Bäume herausgehebelt. „In diesen Fällen wird versucht, sie an Ort und Stelle wieder einzusetzen“, erklärt Forstamtsleiter Christian Münch. Ist dies nicht möglich (wenn etwa der Originalstandplatz nicht mehr rekonstruiert werden kann), werden die Grenzsteine in einem sogenannten Lapidarium gesichert und somit der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht.

Da es aus Platzgründen nicht möglich war, weitere Steinobjekte vor dem Dreieich-Museum im Dreieichenhainer Burggarten aufzustellen, wurde ein solches Lapidarium auf dem Gelände des staatlichen Forstamtes angelegt. Die ersten zwölf Grenzsteine wurden im September am Rand der Rasenfläche vor dem Forstamtsgebäude gesetzt, gestern nun fand die offizielle Einweihung statt.

„Auffallend ist die Reihe von nummerierten Steinen“

„Auffallend ist die Reihe von nummerierten Steinen. Sie stammen aus dem Koberstädter Wald und lagen am Waldrand zur Wiese am Hegbach“, berichtet Münch. Ein großer, heller Sandstein mit einem Wappen mit drei Kreisen auf der einen und einem Pfeil und der Aufschrift 1744 auf der anderen Seite wurde von einer Bürgerin zur Verfügung gestellt. Sie hat den Stein im Garten ihres verstorbenen Vaters gefunden und wollte ihn der Allgemeinheit wieder zugänglich machen.

Ein kleinerer Stein markierte einen trigonometrischen Punkt in der Nähe des Langener Leukertsweges. Auf einer Seite ist ein Dreieck zu erkennen. Die andere Seite ist mit einer „IV“ versehen. Dieses Symbol steht für einen trigonometrischen Punkt vierter Klasse. Der Kopf des Steines wurde mutwillig abgeschlagen und sollte wahrscheinlich gestohlen werden.

Dem Langener Lapidarium übergeben

„Dies konnte glücklicherweise verhindert werden“, sagt der Forstamtsleiter. Nach der Restaurierung wurde der Stein – im Einvernehmen mit dem Amt für Bodenmanagement und Geoinformation – ebenfalls dem Langener Lapidarium übergeben.

Drei weitere Steine stammen aus dem Depot des Dreieich-Museums. Die ursprünglichen Standplätze der beiden kleineren Steine sind nicht bekannt. Der größere Stein stammt von der Ysenburgisch/Darmstädtischen Grenze in der Nähe des Gehspitzweihers. Er soll im nächsten Jahr wieder an dem ursprünglichen Standort aufgestellt werden, kündigte Münch bei der Einweihung an.

ble

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