Absolute Hingucker

Neue Schreiter-Fenster schmücken die Stadtkirche

+
Maßarbeit: Die vier Glasfenster von Professor Johannes Schreiter sind in den vergangenen Tagen auf der Nord- und Südseite des Stadtkirchen-Querschiffs eingesetzt worden.

Langen - Schon erstaunlich, wie erhaben selbst Baugeräusche in der Stadtkirche klingen. Links hämmert’s, in der Mitte dröhnt’s, rechts kreischt eine Schleifmaschine, dazu dudelt irgendwo auf der Empore ein Kofferradio. Von Holger Borchard 

Eine nicht alltägliche Geräuschkulisse im vorübergehend Baustelle gewordenen Gotteshaus. Nicht wie üblich die Altarkulisse springt ins Auge, sondern ein Handwerker-Stillleben mit Tapeziertisch, Hilti-Koffer, Kompressor, Schlauchgewirr und allem Drum und Dran. Die meterhohen Arbeitsgerüste an beiden Enden des Querschiffs, die an den Kirchenbänken abgestellten schweren Glasfensterteile und der markante Geruch von Fensterkitt verraten es endgültig: Der große Moment ist da – die kunstvollen Glasfenster des Langener Ehrenbürgers Johannes Schreiter werden in die Stadtkirche eingebaut.

Seit Montag waren Fachleute des Glasstudios Derix aus Taunusstein in der Stadtkirche zugange, gestern Nachmittag, pünktlich zum Wochenende, meldeten sie Vollzug. Vier Fenster und die sogenannte Supraporte über der zweiten Eingangstür haben Andre Otto und Sascha Hörner eingesetzt. „Für uns ist das Routine, auch wenn Professor Schreiter das vermutlich nicht gerne hören wird“, merkt Otto schmunzelnd an. Er und seine Kollegen sind als Profis in Sachen Glaskunst weltweit unterwegs – unter anderem die Gedächtniskapelle am Ground Zero in New York oder die Lichterfenster im Kölner Dom gehen ebenfalls auf Derix-Kappe.

Die Motive der vier Schreiter-Fenster kreisen um Taufe und Gebet. Zwei prangen über dem Taufbecken und regen durch ihre Verbindung von Taufe und Tod (in Anlehnung an Paulus’ Römerbrief) durchaus zu Diskussionen an. Auf der gegenüberliegenden nördlichen Seite, wo die wöchentlichen Andachten stattfinden, bilden die 1,10 mal 2,66 Meter großen Fenster das Themenfeld Gebet/Andacht ab. Offiziell vorgestellt werden die Kunstwerke im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes am Sonntag, 13. November ab 10 Uhr. Bundesweite Aufmerksamkeit erheischen dürfte die gläserne Sakralkunst schließlich an Heiligabend, wenn aus der Stadtkirche der ARD-Fernsehgottesdienst übertragen wird.

Bilder: „Rodgaudom“ hat Kirchturmuhr zurück

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare