Neues Konzept für Housing Area

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Nächster Versuch: Der Magistrat hat die Pläne für eine weitere Bebauung der ehemaligen Housing Area überarbeiten lassen, wobei die Zahl der zusätzlichen Wohneinheiten weiter verringert wurde.

Langen ‐ Nächster Versuch: Der Magistrat hat die Pläne für eine weitere Bebauung der ehemaligen Housing Area überarbeiten lassen, wobei die Zahl der zusätzlichen Wohneinheiten weiter verringert wurde. Von Markus Schaible

Dabei haben die Planer die Einwände der Fraktionen zum ersten Entwurf der sogenannten städtebaulichen Konzeption berücksichtigt. Bürgermeister Frieder Gebhard und Erster Stadtrat Klaus-Dieter Schneider hoffen nun, im Parlament eine Mehrheit dafür zu bekommen, damit ein Bebauungsplan in Arbeit gegeben werden kann.

156 Wohneinheiten auf acht Hektar, sprich 19,5 pro Hektar – so der Istzustand, der im Vergleich zu den allermeisten Wohngebieten in Rhein-Main schon fast als paradiesisch bezeichnet werden kann. Die Housing Area, die fast 50 Jahre von US-Luftwaffe und -Armee genutzt wurde, zeichnet sich durch weitläufige Grünflächen aus. Der Wunsch der Bewohner und Nachbarn, dies nicht zu ändern, ist nicht zu erfüllen, darauf weist der Magistrat immer wieder hin: Die jetzige Eigentümerin, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), strebt eine Verwertung der ungenutzten Bereiche an. Um zu verhindern, dass eine so dichte Bebauung wie in der Nachbarschaft genehmigt werden muss, soll ein Bebauungsplan her.

Reihen- und Doppelhäuser

Nach dem neuen Konzept sollen in dem Gebiet 106 zusätzliche Wohneinheiten entstehen, was die Gesamtzahl auf 262 (sprich 33 pro Hektar) erhöhen würde. Der erste Entwurf hatte 37 pro Hektar vorgesehen.

Nicht geben soll es die quadratischen Punkthäuser, die auf politischer Ebene auf wenig Gegenliebe gestoßen waren. Im neuen Plan eingezeichnet sind nun längliche Baukörper samt Tiefgaragen – wobei Stadtplaner Hajo Wystrach immer betont: „Wir können nur die Baufenster vorgeben.“ Die endgültige Gestalt der Gebäude ist Thema des jeweiligen Bauantrags. Reduziert wurde die Zahl der Geschosse von vier auf drei (jeweils plus Dachgeschoss) – die bisher vorgesehene Höhe war wegen des Schattenwurfs kritisiert worden. Zudem rücken die Gebäude im nordwestlichen Teil etwas vom Waldrand weg.

Ebenfalls etwas weiter weg (und zwar von der bestehenden Bebauung in der Dürerstraße) rücken die vorgesehenen Einzelhäuser und die Kindertagesstätte. Statt Wohnbauzeilen und Punkthäusern beim Blockheizkraftwerk und gegenüber auf dem Baseballfeld sollen nun Reihen- und Doppelhäuser entstehen. Zudem sieht der Plan vor, eine Verlängerung der bestehenden Wohnblöcke zwischen Steuben- und Carl-Schurz-Straße zu ermöglichen. Und schließlich sollen im vorgesehenen mehrgeschossigen Winkelgebäude in der Kurve der Steubenstraße Einzelhandelsgeschäfte (im Erdgeschoss) und Praxen für Ärzte, Rechtsanwälte und ähnliche vorgesehen werden. Alles in allem werde sich am Charakter der Siedlung nichts ändern, so Schneider.

Jetzt sind Bauausschuss und Parlament gefragt

33 Wohneinheiten pro Hektar – für Wystrach ist diese geringe Ausnutzung „gerade noch so erträglich“ vor dem Hintergrund, dass laut Gesetz die Verdichtung bestehender Wohngebiete vor der Ausweisung neuer stehen soll. Und bei der Stadt hofft man, dass der Bund da mitmacht. „Im Moment sind wir einvernehmlich mit der BIma“, sagt Wystrach, wobei der neue Plan noch nicht im Detail abgesprochen sei, weil es ja noch gar kein Votum der Politik gebe.

Angaben zum weiteren Zeitablauf mag bei der Stadt keiner machen: Jetzt sind Bauausschuss (10. Februar) und Parlament gefragt, danach wird (bei positivem Votum) mit der BImA gesprochen, dann der Bebauungsplan vorbereitet. Bis dieser rechtskräftig ist, dürften weitere ein bis eineinhalb Jahre ins Land gehen. „Ob und wann dann gebaut wird, steht in den Sternen“, sagt Gebhardt. Denn dann muss die BImA erst noch bauwillige Investoren finden.

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