Vater und Sohn Keppeler (CDU Langen) im Interview

„Nico ist für mich ein guter Ideengeber“

Zwei Generationen, eine Partei: Nicolas (links) und Andreas Keppeler gehen bei der Kommunalwahl für die CDU Langen ins Rennen. Sie sind sich in vielem einig, haben aber auch unterschiedliche Schwerpunktthemen.
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Zwei Generationen, eine Partei: Nicolas (links) und Andreas Keppeler gehen bei der Kommunalwahl für die CDU Langen ins Rennen. Sie sind sich in vielem einig, haben aber auch unterschiedliche Schwerpunktthemen.

Der eine sitzt bereits in der Stadtverordnetenversammlung, der andere will hinein: Dr. Andreas Keppeler und sein Sohn Nicolas kandidieren bei der Kommunalwahl am 14. März gemeinsam für die CDU.

Langen – Andreas, 57, Arzt mit eigener Praxis für Chirotherapie und Akupunktur am Wernerplatz, ist auf dem fünften Listenplatz zu finden; Nicolas, 21 und Jurastudent, steht auf Platz 26. Im Interview sprechen beide über ihre Ziele für Langen und darüber, was der eine vom anderen lernen kann.

Wie viel Einfluss hatte der Papa auf die Kandidatur seines Sohnes?

ANDREAS KEPPELER: Ich denke, am Beispiel meiner Arbeit im Stadtparlament und der Rückmeldung in die Familie hat unser Sohn gesehen, dass man kommunalpolitisch Dinge vor Ort bewegen kann. Ich habe oft Zusammenhänge erklärt, und auch warum es zu bestimmten Entscheidungen gekommen ist, das hat in ihm mehr und mehr Interesse an dieser Arbeit geweckt. NICOLAS KEPPELER: Am Beispiel meines Vaters konnte ich sehen, dass man durch eigenes Engagement etwas bewegen kann und mir dies – als Repräsentant meiner Generation und meines Umfeldes – auch möglich sein kann.

Nicolas, warum haben Sie sich dazu entschlossen in dieselbe Partei wie Ihr Vater einzutreten und sich nicht beispielsweise in der FDP oder SPD politisch zu engagieren?

NICOLAS KEPPELER: Ich habe mich bereits in der Vergangenheit in der Jungen Union in Langen engagiert und fühle mich in der aktuellen Parteienlandschaft von der CDU am besten vertreten.

Bei welchen Themen liegen Ihre Meinungen weit auseinander, wo sind sie sich einig?

ANDREAS KEPPELER: Wir haben oft bei Themen unterschiedliche Auffassungen. Allerdings sind dies häufig Differenzen, die daher rühren, dass es Dinge gibt, die mein Sohn für wünschenswert erachtet, von denen ich aber weiß, dass sie (beispielsweise aufgrund knapper Finanzen oder fehlender Mehrheitsoptionen) nicht oder nicht so einfach realisierbar sind. Im Großen und Ganzen ist aber Nico für mich ein sehr guter Ideengeber, der aus seinem Freundes- und Bekanntenkreis dringende Anliegen abholt und mir mitteilt, die ich dann im Parlament einzubringen versuche. NICOLAS KEPPELER: Unsere Meinungen ähneln sich in den meisten Aspekten, besonders wenn es um die Verbesserung unserer sozialen und Verkehrs-Infrastruktur oder die Ausweitung des Langener Freizeitangebotes und den Schutz unserer Umwelt geht.

Was können Sie bei der politischen Arbeit voneinander lernen?

ANDREAS KEPPELER: Ich bin Arzt und habe mich lange im Umweltschutz engagiert, das hat unsere Kinder für Hilfstätigkeiten und gemeinnütziges Engagement motiviert. Nicolas studiert jetzt Jura und erklärt mir häufig die geltende Rechtslage zu bestimmten Fragen. Da lerne ich, zuzuhören und ihm wichtige Themen zu verstehen. NICOLAS KEPPELER: Ich glaube, dass ich aufgrund meines Alters in vielen Themen andere Blickwinkel habe. Ich sehe mich in der Lage, neue Aspekte in die Diskussionen einzubringen.

Welche Bereiche liegen Ihnen besonders am Herzen?

ANDREAS KEPPELER: Die RTW-Anbindung Langens, die Sanierung von Straßenschäden, die Erschließung des Waldsees für die Langener durch klimaschonenden ÖPNV, der vierspurige B 486-Ausbau mit sicheren Radwegen. Seit Jahren fahren die Radfahrer westseitig der Bahnlinie von Darmstadt nach Frankfurt und Richtung Flughafen auf dem kürzestmöglichen Weg, dies möchte ich für die Raddirektverbindung auch ermöglichen. NICOLAS KEPPELER: Der Aufbau sozialer Infrastruktur – insbesondere ausreichende Kitaplätze – und Aufenthaltsmöglichkeiten im Grünen sowie die Ausweitung des Langener Freizeitangebotes. Außerdem liegt mir der Erhalt und Schutz der uns umgebenden Natur sehr am Herzen. Ich sehe großes Potenzial in der Aufstellung von mehr Mülleimern in den angrenzenden Wäldern. Ergänzend könnten öffentliche Müllsammelprojekte (Vorbild: „Langen räumt auf“ des VVV) ins Leben gerufen werden, um unsere Umwelt wieder auf Vordermann zu bringen. Auch die Wiederherstellung des Naherholungsgebiets Paddelteich erachte ich als unheimlich wichtig, besonders in der aktuellen Situation, in der man viel Zeit zu Hause verbringen muss und größere Ausflüge nicht möglich sind.

Wofür wollen Sie persönlich – unabhängig des Parteiprogramms – in der nächsten Legislaturperiode einstehen?

ANDREAS KEPPELER: Diese Aspekte sind auch im Wahlprogramm der CDU verankert, allerdings sind sie mir persönlich sehr wichtig: die RTW-Anbindung Langens und unsere Stadt durch Nachpflanzungen von Bäumen wieder ergrünen zu lassen. NICOLAS KEPPELER: Ich möchte durch das Einbringen von Anliegen der jungen Bürgerinnen und Bürger frischen Wind ins Stadtparlament bringen.

Das Gespräch führte Joshua Bär

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