Einstimmiges Votum

Bürgermeisterwahl in Langen: NEV nominiert Claudia Trippel

Claudia Trippel

Claudia Trippel geht für die FWG-NEV ums das Amt des Bürgermeisters in Langen ins Rennen. Die Rechtsanwältin wurde am Dienstagabend einstimmig gekürt.

Langen – Und da waren es fünf: Claudia Trippel tritt für die FWG-NEV bei der Bürgermeisterwahl an. Die Mitgliederversammlung hat die 55-jährige Rechtsanwältin am Dienstagabend einstimmig zur Kandidatin gekürt. 

Trippel sitzt seit 2016 in der Stadtverordnetenversammlung und ist deren stellvertretende Vorsitzende.

Bürgermeisterwahl in Langen: NEV kürt Kandidaten

Bereits dreimal war die NEV mit ihrem Vorsitzenden Heinz-Georg Sehring in Bürgermeisterwahlen gegangen, doch der 67-Jährige hatte frühzeitig abgewunken. In den vergangenen Monaten habe es dann einerseits Gespräche mit potenziellen Interessenten aus den eigenen Reihen gegeben, andererseits sei die Unterstützung eines der anderen Kandidaten in der Überlegung gewesen, so Sehring. Das sei unter den 21 Mitgliedern bei der Versammlung auch noch mal Thema gewesen – namentlich sei es um Professor Dr. Jan Werner gegangen –, dies sei aber einmütig ad acta gelegt worden. „Wir halten es für wichtig, selbst jemanden zu stellen“, betont der Vorsitzende. Bestrebungen des unabhängigen Kandidaten Joost Reinke (früher Linke), sich der NEV anzuschließen, habe man eine Absage erteilt.

Die Frage, „Kann ich mir vorstellen, Bürgermeister zu sein“, hat schließlich Claudia Trippel für sich mit „Ja“ beantwortet. Auch sie hält es für extrem wichtig, dass die NEV, die bei der jüngsten Kommunalwahl 14,9 Prozent der Stimmen und damit sieben von 45 Sitzen im Stadtparlament erhielt, bei der Bürgermeisterwahl Flagge zeigt: „Wir stimmen oft anders ab als die anderen und da müssen wir uns stellen.“

Bürgermeisterwahl Langen 2020: Rechtsanwältin geht ins Rennen

Die 1964 in einem Frankfurter Krankenhaus geborene „Ur-Langenerin“ sieht sich selbst als „bodenständig-konservativ“ – „was aber nicht heißt, dass ich nicht auch furchtbar grün sein kann“. Als Jägerin und Falknerin lägen ihr der Wald und die Natur auch sehr am Herzen.

Studiert hat Trippel in Osnabrück, Mainz und Frankfurt, nach dem zweiten Staatsexamen ging sie 1994 als Abteilungsleiterin Kommunalvermögen zur Hansestadt Stralsund. Von 1995 bis 2002 war sie bei der Treuhand Liegenschaftsgesellschaft tätig, ehe sie 2003 nach Langen zurückkehrte und ihre eigene Kanzlei als Rechtsanwältin mit Spezialgebiet Arbeitsrecht gründete.

Dass sie in der NEV ihre Heimat fand, liege daran, dass diese keine landes- oder bundespolitischen Ambitionen habe: „Es geht um das ,vor Ort‘ – so machen wir Politik“, sagt Trippel.

Wahl in Langen 2020: Claudia Trippel nennt sich "Ur-Langenerin"

Ändern in Langen würde sie so einiges, erklärt Trippel – wobei das meiste mehr oder weniger mit dem Bereich Finanzen zu tun habe. Sie sehe es äußert kritisch, dass die Stadt künftig überwiegend von der Einkommensteuer leben wolle statt von den Gewerbesteuereinnahmen. So müsse Langen gewerbefreundlicher werden und Antworten auf die Frage finden: „Wo können wir kleinere Gewerbebetriebe ansiedeln?“ Da denkt sie beispielsweise an den aktuell als reines Wohngebiet geplanten Bereich Liebigstraße. „Den wollen wir grüner und gewerblicher“, skizziert sie ihre Vorstellungen.

Zudem gelte es, die freiwilligen Leistungen zu durchleuchten und sich zu überlegen, was man komplett erhalten wolle und wo man zurückfahren könne. Als Beispiele nennt Trippel die Stadtbücherei, für die sie sechs Vollzeitstellen bei gerade mal 30 Wochenstunden Öffnungszeit für überhöht hält, oder die Musikschule. „Man muss einfach ein realistisches Angebot fahren angesichts der noch auf lange Zeit angespannten Finanzlage.“

VON MARKUS SCHAIBLE

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