Mehr als Musikunterricht

Osterferiencamp Tut-Klong-La verzeichnet Rekordbeteiligung

+
Das Bläserensemble zeigt – unterstützt von der Pianistin – beim Musikcamp „Tut Klong La“ in den Räumen der Musikschule im Alten Amtsgericht sein Können. Heute endet das Feriencamp mit einem Konzert.

Langen - Schon auf der Straße vor dem Gebäude verkündet der Bass eines Schlagzeugs, was in der Musikschule aktuell den Tag bestimmt: Es klingt und singt wieder während der Osterferien, denn zum neunten Mal wird gemeinsam mit der Koordinationsstelle Jugendarbeit das bewährte Musikcamp „Tut-Klong-La“ veranstaltet. Von Sina Gebhardt 

Mit stetig wachsendem Erfolg: Auch dieses Jahr hat die Nachfrage die Erwartungen übertroffen. „Es war das erste Mal, dass ich darüber nachdenken musste, eine Teilnehmerbegrenzung einzuführen“, sagt Musikschulleiter Uwe Sandvoß. Er hat sich dann aber bewusst dagegen entschieden und so musizieren nun sage und schreibe 112 Kinder und Jugendliche – 25 Teilnehmer mehr als im Vorjahr – in seinen Hallen sowie im Jugendzentrum. Es sei ein Experiment, gesteht er, das bislang aber von Erfolg gekrönt zu sein scheint. „Wir brauchten zusätzliche Unterstützung, denn je größer die Gruppen, desto schwieriger wird die individuelle Betreuung“, schildert Sandvoß. Gerade die sollte aber nicht zu kurz kommen, weshalb für den begehrten Bläser-Workshop von Franka Galisch, für den es alleine 40 Anmeldungen gab, ein zweiter Workshop-Leiter eingestellt und der Kurs in zwei Gruppen geteilt wurde.

Die große Nachfrage kommt nicht von ungefähr: Das Angebot ist vielfältig und einige Kurse haben sich schon zu beliebten Klassikern etabliert, wie der Chor von Lisa Wendel oder Heiko Rühmkorffs Workshop „Internationale Folklore“. Der ist auch in diesem Jahr wieder sehr gefragt, deshalb hat sich der Kursleiter mit dem Iren Dany Kelly für zwei Tage authentische Unterstützung ins Boot geholt.

Aber Abwechslung wird bei „Tut-Klong-La“ ebenfalls groß geschrieben, deshalb werden immer wieder neue Kurse angeboten. So hat sich vergangenes Jahr der Tontechnik-Workshop von Timo Weyell bewährt und ist beim neunten Musikcamp eines der wenigen Angebote, das keinerlei musikalische Vorkenntnisse beziehungsweise das Beherrschen eines Instruments erfordert.

So wirkt Musik auf unseren Körper

Heiß begehrt sind wie immer die fünf Bandworkshops, bei denen sowohl bereits bestehende Formationen gemeinsam proben oder aber ganz neue Gruppen entstehen. Dass zum Teil Musiker zusammenfinden, die dann auch zusammenbleiben, freut den Leiter der Musikschule besonders: „Nachhaltigkeit ist ein großes Thema für uns. Wir wollen fördern, dass die Kinder auch weiterhin Musik machen.“ Vom Gelingen kann wiederum Karin Rentzsch ein Lied singen, die dieses Jahr erstmalig das Musikcamp von Seiten der Koordinationsstelle Jugendarbeit betreut. „Wir sehen die nachhaltige Wirkung, denn Bands, die hier entstanden sind, treten später wieder bei Konzerten im Juz auf.“

Wer einmal das Musikcamp besucht hat, kommt meistens wieder, sodass sich in den Jahren förmlich eine „Fangemeinde“ gebildet hat. Das Erfolgskonzept? „Es ist mehr wie Ferienspiele“, beschreibt Sandvoß den Charakter von „Tut-Klong-La“. So haben die Kinder nach dem gemeinsamen Mittagessen Zeit für sich und können sich beispielsweise im Garten der Musikschule dank dem Spielmobil auch mal ganz unmusikalisch austoben. Danach geht es aber wieder zurück an die Instrumente, denn am heutigen Freitag steht in der Adolf-Reichwein-Schule das traditionelle Abschlusskonzert auf dem Plan. Ab 17 Uhr stellen sich alle Workshops vor und zeigen für zwei Stunden, was sie in einer Woche auf die Beine gestellt haben.

Kommentare