Sterzbach ohne Wasser

Paddelteich in Langen: Staumauer muss saniert werden - Wasserspiegel gesenkt

Taucher begutachten die marode Staumauer. Für die Untersuchungen wurde der Wasserpegel des Paddelteichs bewusst abgesenkt.
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Taucher begutachten die marode Staumauer. Für die Untersuchungen wurde der Wasserpegel des Paddelteichs bewusst abgesenkt.

An den Anblick hatte sich so mancher Langener in den vergangenen Jahren schon gewöhnt: der Wasserpegel des Paddelteichs erkennbar abgesackt, der Sterzbach in der Altstadt zum dünnen Rinnsaal verkommen – oder gar gänzlich ausgetrocknet. Die Auswirkungen des Klimawandels, sie waren während der zurückliegenden, trockenen Sommer in Langen gut zu beobachten.

Langen – Auch jetzt, im November, sieht es am Paddelteich noch so aus: Große Teile der Staumauer ragen aus dem Wasser heraus, auch die Wurzeln mancher Wasserpflanzen hängen in der Luft. Und das Bett des Sterzbachs bleibt leer. Allerdings: Dieses Mal ist der Zustand genau so gewollt. Denn die Staumauer des Paddelteichs ist sanierungsbedürftig, wie die Stadt mitteilt. Durch Unterspülungen ist der Boden vor dem Bootshaus bereits abgesackt. Ein Bauzaun versperrt dort aktuell den Zutritt zum entsprechenden Uferbereich.

Von der Sterzbachquelle in den Springenteich, dann in den Paddelteich und von dort weiter im Sterzbach bis in die Altstadt – so fließt das Wasser normalerweise durch Langen. Das war in den vergangenen heißen Sommern aber schon des Öfteren nicht mehr der Fall. Durch die langen Trockenphasen sprudelte aus der Quelle deutlich weniger Nass: 2019 sei es nur noch ein Zwanzigstel dessen gewesen, was in früheren Jahren aus dem Langener Boden kam, informiert die Stadt. Wenn aber so wenig Wasser im Paddelteich ankommt, dass der Pegel absackt, läuft auch kein Wasser in den Sterzbach über.

Dieses Jahr wäre es vermutlich ebenso gewesen. Da die Stadt aber die undichte Staumauer an der Kleinmühle untersuchen und gegebenenfalls sanieren muss, wurde nachgeholfen und der Wasserstand abgesenkt. Wie funktioniert das? Dazu muss man wissen, dass die Stadtwerke die Möglichkeit haben, Trinkwasser direkt aus der Sterzbachquelle in ihr Netz einzuspeisen. Früher wurden 50 Prozent des Wassers dafür entnommen, in den vergangenen Jahren hatte das Versorgungsunternehmen darauf verzichtet, um zu verhindern, dass der Paddelteich austrocknet.

Normalerweise fließt das überschüssige Wasser des Paddelteichs in den Sterzbach. Aktuell bleibt das Bett in der Altstadt bis auf ein paar Pfützen trocken.

In den zurückliegenden Wochen haben die Stadtwerke – erstmals nach langer Pause – also wieder Trinkwasser aus der Sterzbachquelle in ihr Netz überführt. Aktuell fließt sogar fast das komplette Quellwasser ins Stadtwerke-Netz. Der dadurch abgesenkte Wasserstand ermöglichte es den Mitarbeitern der Kommunalen Betriebe Langen (KBL) und eines Ingenieurbüros, den oberen Teil der Staumauer von einem Schlauchboot aus in Augenschein zu nehmen. Dabei half die Freiwillige Feuerwehr. Da der Teich an dieser Stelle aber zwischen vier und fünf Metern tief ist und er nicht komplett trockengelegt werden soll, kamen auch Taucher zum Einsatz. „Sie haben im Schlamm die Mauer und die Auslässe kontrolliert“, berichtet Gerd Fitterer, Technischer Leiter der Stadtwerke.

Der Wasserpegel des Paddelteichs dürfte noch eine ganze Weile lang niedrig bleiben – und der Sterzbach somit recht trocken. Die Untersuchungen seien noch nicht abgeschlossen, erklärt Stadt-Pressesprecher Markus Schaible, danach müssten die Ergebnisse ausgewertet und die konkreten Maßnahmen beschlossen werden. Und dann folgt ja noch die – vermutlich notwendige – Sanierung. „Da wird noch einige Zeit ins Land gehen“, so Schaible. (msc)

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