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Parking Day in Langen: Kein Platz für Autos

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Von: Manuel Schubert

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Tischkicker statt Autos: Herbert Walter (links) und Oliver Glindemann zeigen, wie sich der Parkplatz anderweitig nutzen lässt.
Tischkicker statt Autos: Herbert Walter (links) und Oliver Glindemann zeigen, wie sich der Parkplatz anderweitig nutzen lässt. © Strohfeldt

Beim Parking Day nehmen Langener Verkehrsaktivisten auf der Bahnstraße Parkraum in Beschlag.

Langen – Wo sonst Bank- und Drogeriekunden oder Eiscafébesucher parken, ist am Freitagnachmittag kein Platz für Autos. Anlässlich des internationalen Parking Day haben Mitglieder der Verkehrswende-Initiative VILE und des ADFC Langen/Egelsbach den Parkstreifen vor der Commerzbank in Beschlag genommen. Der jährliche Aktionstag soll zeigen, wie sich öffentlicher Raum auch anders nutzen ließe. Tischkicker und Schachbrett laden zum Spielen, Kaffee und Nussecken zum Plaudern ein.

„Bisher hat sich erst ein Autofahrer beschwert und geschimpft: ,Wo soll ich denn parken?‘“, erzählt Herbert Walter vergnügt. „Aber vom Jahnplatz hierher sind es zu Fuß doch nur ein, zwei Minuten.“ Das Experiment zur Umgestaltung der Bahnstraße, bei dem die Stadt bereits einige Parkplätze für Fahrradständer und Sitzgelegenheiten geopfert hat, hält Walter – ebenso wie die Einbahnstraßenregelung – für ein „Schrittchen“ in die richtige Richtung. „Das zeigt: Man kann eine Lösung finden, wenn man es denn will.“ VILE-Mitglied Walter würde sich auf der Bahnstraße noch mehr Sitzgelegenheiten und Außengastronomie wünschen. Selbst Angebote wie ein Outdoor-Schachspiel seien denkbar. „Das müsste dann aber so konstruiert sein, dass es nicht gleich wieder kaputtgemacht wird.“

Wunsch nach autofreier Innenstadt

Oliver Glindemann fände sogar eine komplett autofreie Innenstadt am besten, „aber dafür sind die meisten Leute zu bequem“. Für Lieferanten könne man ja morgens einen Zeitraum einrichten, in dem für sie die Durchfahrt erlaubt sei, geht das ADFC-Vorstandsmitglied auf ein häufiges Gegenargument ein. Und für Leute, die nicht mehr ganz so mobil sind, könne man Behindertenparkplätze oder Kurzhaltezonen einrichten. „Als ich ein Kind war, haben wir auf der Straße Fußball gespielt. Das geht heute nicht mehr, weil alles voller Autos ist“, meint Glindemann. „Das ist eine Fehlentwicklung der letzten 40 Jahre, der wir nun entgegenwirken müssen.“

Brigitte Putz-Weller, Vorsitzende der Naturfreunde Egelsbach-Erzhausen, glaubt, dass attraktivere Radwege auch mehr Menschen dazu bewegen würden, aufs Fahrrad umzusteigen. „Wir brauchen eine lebenswertere Stadt, in der man als Radfahrer oder Fußgänger keine Angst haben muss, umgenietet zu werden. Und wer CO2-Werte senken will, muss auch konsequent etwas für eine veränderte Mobilität tun“, so Putz-Weller. (Manuel Schubert)

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