Zwei-Stunden-Regelung lässt Anwohner den Kopf schütteln

Parkplatz-Frust im Neurott geht weiter

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Seit Kurzem darf in einigen Straßen im Neurott wochentags von 8 bis 16 Uhr nur noch mit Parkscheibe geparkt werden – was vielen Anwohnern erst recht nicht gefällt. Die Stadtverwaltung will die Regelung fürs erste im dreimonatigen Testlauf belassen.

Langen - Wo ein Wohngebiet an ein Gewerbegebiet mit den zwei größten Arbeitgebern der Stadt angrenzt, ist Parkplatz-Ärger programmiert. Von Holger Borchard 

So verhält es sich seit Jahren im Neurott in der Steubenstraße und deren Seitenstraßen – unter der Woche parken Auto fahrende Mitarbeiter der Deutschen Flugsicherung (DFS) und des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) das Viertel am Waldrand mehr oder minder zu. Auf die wiederholten Beschwerden der Anwohner über die „unhaltbaren Zustände“ reagierte die Stadtverwaltung zunächst, indem sie Gespräche mit den genannten Firmen und den genervten Nachbarn führte. Vor Kurzem wurden Nägel mit Köpfen gemacht und das Parken zeitlich reglementiert: In den Parkreihen im Bereich zwischen Kollwitzstraße, Liebermannstraße, Spitzweg und Grünewaldstraße darf ab sofort nur noch mit Parkscheibe geparkt werden. Von montags bis freitags, in der Zeit von 8 bis 16 Uhr, beträgt die maximale Parkdauer zwei Stunden. Auf Gegenliebe stößt das freilich bei vielen Anwohnern nicht.

„Jetzt haben wir die irre Situation, dass weder Anwohner noch Beschäftigte der Firmen hier parken können“, sagt etwa Stefan Elger aus der Steubenstraße. „Ich parke mein Auto jetzt auf der gegenüberliegenden Straßenseite, denn da ist das frei, während direkt vor meiner Haustür die Zwei-Stunden-Regelung gilt und alles frei ist.“ Für Elger ist klar: „Das kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein – warum bekommen wir nicht Parkzonen mit Anwohner-Ausweis?“ Die Berufspendler mit den auswärtigen Kennzeichen habe die Aktion im Übrigen nur 200 Meter weiter in andere Straßen verdrängt. „Jetzt haben die Bürger dort den Ärger.“

„Wir lassen das erst mal so für ein Vierteljahr laufen und schauen dann, ob noch nachjustiert werden muss“, teilt Erster Stadtrat Stefan Löbig mit. Auf Anwohnerparken könne er indes praktisch keine Hoffnungen machen. „Rechtliche Grüne und hoher Verwaltungsaufwand“, nennt Löbig als Hürden und gibt zu bedenken: „Ein Anwohner-Parkausweis kostet jährliche Gebühr – da kommen gleich wieder die Rufe von wegen Abzocke.“ Allen recht machen könne man es vermutlich nie, mutmaßt Löbig, der zumindest einen weiteren, zeitnahen Vor-Ort-Gesprächstermin in Aussicht stellt.

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