Freiwillige packen bei Aktion zur Wiederaufforstung kräftig mit an

Pflanzaktion im Langener Stadtwald

Für die Pflanzaktion haben sich zahlreiche freiwillige Helfer versammelt. Auf der Freifläche werden 500 Setzlinge des Vogelkirschbaums gepflanzt, der viel Licht und wenig Wasser benötigt.
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Für die Pflanzaktion haben sich zahlreiche freiwillige Helfer versammelt. Auf der Freifläche werden 500 Setzlinge des Vogelkirschbaums gepflanzt, der viel Licht und wenig Wasser benötigt.

Mit einer großen Pflanzaktion im Langener Stadtwald sollen Freiflächen geschlossen werden, die durch schwere Stürme entstanden sind. Viele Freiwillige beteiligten sich.

Langen – Es war wie ein Stich ins Herz des Langener Stadtwaldes, als die verheerenden Stürme der Jahre 2018 und 2019 riesige Bäume mit sich rissen. Zurück blieben Schneisen der Verwüstung. Die Aufräumarbeiten zogen sich über Monate. Damit sich die Natur nun wieder etwas erholen kann, hat die Bürgerstiftung Langen zwei große zweckgebundene Spenden für die Aktion „Bäume für unsere Stadt“ erhalten. Diese ermöglichen die Anpflanzung von 500 Bäumen auf dem Areal des ehemaligen Kletterwaldes nahe der Bundesstraße 486.

Am Samstagmorgen versammeln sich daher gut dreieinhalb Dutzend freiwillige Helfer, ausgestattet mit eigenen Spaten, im dortigen Wald, um mit der Aufforstung zu starten – darunter Vertreter sämtlicher Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung, des Jugendforums, vom TVL und der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Zur professionellen Unterstützung stehen der verantwortliche Revierleiter Stefan Neubrandt und Melvin Mika, Leiter des Forstamts Langen, mit ihren Teams bereit.

„Wir pflanzen heute auf den etwa 3 000 Quadratmetern Vogelkirschbäume. Dieser heimische Baum ist bereits Teil des Mischwaldes, braucht viel Licht und wenig Wasser, sodass sich die durch die Stürme und Trockenheiten verursachte Freifläche anbietet“, erklärt Neubrandt. Rund um die abgestorbenen Altbuchen befinden sich noch einige kleinere Bäume, weshalb dazwischen eine wilde Bepflanzung stattfinden könne. Nach einem kurzen Exkurs, wodurch sich der Vogelkirschbaum für die Pflanzung auszeichne, wird die richtige Technik zum Einpflanzen einmal demonstriert. Melvin Mika weiß: „Die feinen Haarwurzeln müssen komplett im gegrabenen Loch verschwinden und der Baum darf nicht einfach herauszuziehen sein.“ Anschließend werden die 500 Setzlinge unter den Helfern aufgeteilt und es wird sich, coronakonform in kleinen Gruppen und mit Maske, im Waldstück verteilt.

Jonathan Bari, Vorsitzender des Jugendforums, pflanzt heute das erste Mal einen Baum, denn bisher habe er nur seinem Opa im Garten beim Pflanzen geholfen. „Die Umwelt ist auch uns im Jugendforum sehr wichtig. Wir haben eine starke Umwelt-AG, denn wir sehen, dass es dem Wald immer schlechter geht“, erzählt der junge Mann, während er zusammen mit seinem Stellvertreter Cornelius Miller ein weiteres Loch für den nächsten Baum gräbt. Nebenan schaufelt Ingo Eberhard vom Bündnis 90/Die Grünen. Zusammen mit seinem eifrigen Sohn Nico setzt er alle ein bis zwei Meter ein junges Bäumchen in den Waldboden. Im Anschluss markiert ein Forstmitarbeiter jede Pflanzstelle mit einer pinken Sprühfarbe, damit die nur stockdünnen Setzlinge nicht übersehen werden. Und auch Altbürgermeister Frieder Gebhardt ließ sich mit seiner Frau Anne nicht zweimal bitten und schwingt fleißig den Spaten. „Wir waren gleich dabei, als wir gehört haben, dass Bäume gepflanzt werden“, freuen sie sich.

Das Team des Langener Forstamtes ist begeistert von der Aktion. „Es ist super, dass so viele Menschen beim Aufforsten helfen und den Wald klimastabiler machen“, fasst Mika zusammen. Da die Kirschbäume relativ schnell wachsen sollten, sei bereits in 30 Jahren mit einer üppigen Höhe zu rechnen. „Natürlich sieht es im Wald teilweise recht ‚wüst‘ aus, doch die neue Bepflanzung soll ein erster Schritt sein, ein intaktes Ökosystem wiederherzustellen“, resümiert Revierleiter Neubrandt. Zudem ließen die Verantwortlichen der Stadt bereits verlauten, dass dies nicht die letzte Baumpflanzaktion bleiben soll. (Von Moritz Kegler)

Eifrig bei der Sache sind auch Ingo Eberhard (Grüne) und sein Sohn Nico.

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