18. Haltestellen-Kurs für Angehörige

Die Pflege-Bürde erleichtern

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Acht Frauen und drei Männer waren beim jüngsten Kurs für pflegende Angehörige von Ute Petri (stehend, Dritte von rechts) im Begegnungszentrum Haltestelle mit dabei; drei Teilnehmer fehlen auf dem Abschlussbild.

Langen - Wird ein älterer Mensch zum Pflegefall, versuchen häufig die nächsten Angehörigen, dem Betroffenen selbst helfen. Den meisten ist dabei nicht klar, was auf sie zukommt.

Wie wird der zu Pflegende gewaschen, ohne ihm dabei wehzutun? Wie versorgt man ihn richtig, damit keine Druckgeschwüre entstehen? Und wie hebt man eine kranke Person aus dem Bett in den Rollstuhl, ohne sich selbst dabei zu verletzen? Im wahrsten Sinne des Wortes gewichtige Fragen, mit denen pflegende Angehörige konfrontiert werden.

Hilfestellung bietet ein Kurs des städtischen Begegnungszentrums Haltestelle. „Ich erlebe es immer wieder, dass Familienmitglieder unsicher oder schlicht überfordert sind bei der Pflege eines ihnen nahe stehenden Patienten“, berichtet Ute Petri. Sie hat den jüngsten Haltestellen-Kurs in den vergangenen zweieinhalb Monaten geleitet.

Richtige Technik ist beim Heben wichtig

Einmal in der Woche trafen sich elf Teilnehmer, ließen sich grundsätzliche Tipps an die Hand geben und und übten praktische Handgriffe ein. Der Abschlussabend diente den Absolventen zum Erfahrungsaustausch. „Es ist wichtig, beim Heben die richtige Technik anzuwenden“, verdeutlicht zum Beispiel Marianne Nagy. „Man hat ja Angst, den Angehörigen zu verletzen.“ Den richtigen Umgang mit den Hilfsbedürftigen erlernten die Frauen und Männer an einem echten Pflegebett, das Ute Petri im Begegnungszentrum Haltestelle aufbaute.

Der Krankenschwester, die den Kurs bereits zum 18. Mal leitete, fällt auf, dass inzwischen immer mehr Männer Näheres zur Pflege von Angehörigen erfahren wollen: „Das Thema wird auch für Männer immer wichtiger“, schildert Petri ihre Eindrücke der vergangenen Jahre.

Wie wechsle ich effizient Bettwäsche?

Einer von drei Herren, die bei der jüngsten Auflage mit dabei waren, ist Harald Müller. „Meine Mutter liegt im Pflegebett“, erzählt der Langener. „In diesem Kurs habe ich mir viele Tipps geholt, zum Beispiel, wie ich möglichst effizient Bettwäsche wechseln kann.“

Den Kurs für pflegende Angehörige besuchen aber nicht nur Menschen, die Hilfsbedürftige zu Hause betreuen. Manche wollen einfach nur gewappnet sein oder in der Lage, Angehörige zu beraten. „Es ist wichtig, dass man die Situation für die nächste Generation entschärfen kann“, erklärt Andrea Fels. Die Egelsbacherin hat sich vorausschauend erkundigt, um für den Fall eigener Pflegebedürftigkeit gerüstet zu sein.

Praktische Übungen und Vorträge

Neben praktischen Übungen vermittelte der Kurs in Vorträgen und Präsentationen auch, wie es um die Rechtslage bei Patientenverfügungen und Pflegekosten bestellt ist oder was Sterbe- und Trauerbegleitung leistet.

Die nächste Auflage, wieder in Kooperation mit Barmer-Ersatzkasse/GEK und Arbeiterwohlfahrt, ist für den Herbst geplant. Anmeldung und Info in der Haltestelle, Elisabethenstraße 59a, Telefon: 203-920 oder -925.

hob

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