Segel-AG der Albert-Einstein-Schule

„Piek und Klau am Groß besetzen!“

Unter vollen Segeln: Das Foto mit Käpt’n und Maat der Twister wird die Einstein-Crew noch lange an ihren Ostsee-Törn erinnern.
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Unter vollen Segeln: Das Foto mit Käpt’n und Maat der Twister wird die Einstein-Crew noch lange an ihren Ostsee-Törn erinnern.

Langen -   Mehr als ein Jahr Vorbereitung war nötig, um diesen Törn wahr werden zu lassen: 16 Jugendliche aus der Segel-AG der Albert-Einstein-Schule um Konrektor Matthias Demeter sind vorige Woche mit einem Zweimastschoner über die Ostsee geschippert.

Von Kiel gen Dänemark und zurück nach Rostock/Warnemünde führte die große Fahrt, die die Einstein-Schüler sämtliche Höhen und Tiefen des Matrosendaseins auf hoher See erleben ließ. Sie haben gelernt, wie man Knoten knüpft, Seemannswissen und Navigation in Theorie und praktischen Einheiten auf dem Langener Waldsee gepaukt, ja sogar das Kochen gelernt und selbstverständlich nachgewiesen, dass sie schwimmen können. All dies und obendrein allerlei organisatorische Strippenzieherei waren unabdingbar, um den Traum der Schüler vom gemeinsamen Ostsee-Segeltörn Realität werden zu lassen. Nun stehen die Langener tatsächlich im Kieler Hafen vor der Twister. Der 1902 als Fischereischiff komplett aus Holz gebaute Zweimastschoner ist 38 Meter lang und hat eine Masthöhe von mehr als 30 Metern. 1957 wurde der Holzrumpf durch ein Stahlschiff ersetzt. „Ganz schön großer Kasten“, ist sich die angehende Crew einig.

Die Einstein-Schüler im Alter von 14 bis 17 Jahren treten an, um eine Woche lang hautnah zu erleben, wie der Alltag auf einem traditionellen Segelschiff abläuft. Für diese Seefahrt haben die Jugendlichen seit einem Jahr wöchentlich auf dem Vereinsgelände des Dreieich-Segelclubs Langen (DSCL) trainiert. Dort haben sie das Jollensegeln gelernt und inzwischen alle den Segelschein in der Tasche – „und dort entstand auch die Idee zur Segelwoche auf der Ostsee“, verrät Lehrer Matthias Demeter.

„Wie viele Schoten und Falle hat so ein Schiff eigentlich?“, fragt Lukas noch immer staunend am Anleger Blücherbrücke. „Und woher weiß man, wo da gezogen werden muss?“ In der Tat: Der Blick in die Takelage kann schon ratlos machen. Die Masten ragen haushoch in den Himmel und das Gewirr von Tauen und Seilen verwirrt. Die Twister fuhr seit Ende der 1950er als Fischkutter auf der Nordsee. 1981 wurde sie stillgelegt, doch nach 17 Jahren als Auflieger in verschiedenen Häfen kaufte der jetzige Eigner den Rumpf und baute ihn zum Segelschoner aus. Nach der Taufe im Mai 1999 ging die Twister auf Fahrt und hat sich seither als schnelles und seetüchtiges Schiff erwiesen.

Hatten die Schüler am Vorabend beim Beziehen der gemütlichen Kojen schon gestaunt, was sich an Gepäck auf so engen Raum alles unterbringen lässt, stehen sie am folgenden Morgen erst recht erwartungsvoll an Deck. Der Maat erklärt die Funktion der einzelnen Komponenten, die Kommandos und die Abläufe, die notwendig sind, um das Schiff zum Laufen zu bringen. Nach dem Ablegen geht es unter Motor auf die Kieler Förde hinaus in Richtung Ostsee. Groß- und Schonersegel werden gesetzt, sodann die Fock und die beiden Klüver.

Das Gewirr von Bezeichnungen und Anweisungen verlangt allen Beteiligten höchste Konzentration und Zusammenhalt als Mannschaft ab. Je fünf Jugendliche stehen an einem Fall, müssen das richtige Gefühl für Zusammenarbeit und Geschwindigkeit entwickeln. Immer wieder muss hier etwas nachgezogen, dort etwas getrimmt werden, sodass man gar nicht merkt, wie plötzlich die Maschine abgestellt wird und sich das Schiff allein durch die Kraft des Windes fortbewegt.

Die Gruppe hat Glück am ersten Tag: Bei halben Wind, drei bis vier Windstärken und kaum Welle, macht die Twister gute Fahrt und die Seekrankheit hält sich in Grenzen. Nach knapp sieben Stunden und etwa 38 Seemeilen ist der kleine dänische Fischerort Bagenkob auf der Insel Langeland erreicht. Das Abendessen wird zubereitet und ein paar ganz Mutige nehmen noch ein „frisches“ Bad in der bitterkalten Ostsee.

Segelparadies im Golf von Thailand

Türkisblaues Wasser: Beste Verhältnisse für Wassersport jeder Art bieten die Inseln im Golf von Thailand. Foto: Tourism Authority of Thailand
Auf dem kleinen Eiland Ko Mae Ko gestattet ein Aussichtspunkt einen fantastischen Blick über die Inselwelt. Foto: Michael Juhran
Für Schnorchler und Taucher hat die Unterwasserwelt im Golf von Thailand viel zu bieten. Foto: Tourism Authority of Thailand
Strandhopping: Kajakfahrer gelangen auf ihrer Tour von einem idyllischen Sandstrand zum nächsten. Foto: Tourism Authority of Thailand
Segelparadies im Golf von Thailand

In der Nacht beginnt es zu regnen, Tag zwei ist wolkenverhangen, windig und regnerisch. Die Twister läuft dennoch aus – „mal sehen, wie sich das Wetter entwickelt“. Im offenen Wasser werden Wind und Welle stärker. Das Schiff stampft und die Schieflage – die sogenannte Kränkung – nimmt zu. Immer wieder prasselt der Regen aufs Deck, nur die Deckswache bleibt noch im Freien. Das Gestampfe und Geschaukel wird immer stärker und die Gesichter einiger Jugendlicher sind schon verdächtig blass. In Seefahrtsbüchern steht es: „Nicht Nebel oder Stürme, sondern die Seekrankheit ist seit jeher die Geißel schlechthin der Seefahrt …“ Die Schüler lernen die Lektion zum Teil am eigenen Leib: Seekrankheit kann nicht willentlich beeinflusst werden und ist nicht „heilbar“ – außer man geht an Land!

Und so wird dieser Tag zum härtesten für die Jugendlichen. Alles ist nass, der scharfe Wind kühlt schnell aus, die Handlungsfähigkeit nimmt ab. „Wir kochen Tee, verteilen Salzstangen und gehen immer wieder mit den Seekranken an Deck“, notiert der Konrektor im persönlichen Logbuch.

Nach sieben Stunden ist Rodby Haven auf der Insel Lolland erreicht. Der Industriehafen wirkt wenig einladend, der Hafenmeister ist nicht zu finden ... Die Crew freut sich auf eine heiße Dusche und das Kochteam beginnt mit der Zubereitung des Abendessens. Jeden Tag ist ein anderes Team für die Küche zuständig. Das Versorgen von 23 Personen will organisiert sein. Kochen, Decken und das ganze Geschirr per Hand spülen und abtrocknen bedeutet eine Menge Arbeit, besonders, wenn das Zuhause „irgendwie immer von selbst“ geht.

Am nächsten Tag hat sich der Regen verzogen und die Twister ist unter vollen Segeln unterwegs – nun nach Süden, in Richtung deutsche Küste. Die Abläufe und Manöver klappen zunehmend besser. Wo Piek- und Klaufall zu finden sind, wo die Schoten der verschiedenen Segel liegen und wie die „dritte Hand“ nachgezogen wird, wird langsam klarer. Das Wetter hat sich komplett gewandelt: Stetiger Wind aus West und die Sonne lassen den Vortag vergessen.

Segelparadies im Golf von Thailand

Türkisblaues Wasser: Beste Verhältnisse für Wassersport jeder Art bieten die Inseln im Golf von Thailand. Foto: Tourism Authority of Thailand
Auf dem kleinen Eiland Ko Mae Ko gestattet ein Aussichtspunkt einen fantastischen Blick über die Inselwelt. Foto: Michael Juhran
Für Schnorchler und Taucher hat die Unterwasserwelt im Golf von Thailand viel zu bieten. Foto: Tourism Authority of Thailand
Strandhopping: Kajakfahrer gelangen auf ihrer Tour von einem idyllischen Sandstrand zum nächsten. Foto: Tourism Authority of Thailand
Segelparadies im Golf von Thailand
Das Matrosenhandwerk erfordert Zupacken und Teamgeist. Die Einstein-Schüler hatten auf ihrem Ostsee-Törn recht schnell den Bogen raus – das lange Üben hat sich gelohnt.

Diesmal steuert das Schiff keinen Hafen an, sondern ankert in der Nähe von Bukspitze an der mecklenburg-vorpommerschen Küste. Die Jugendlichen schieben in Gruppen nächtliche Ankerwache; in regelmäßigen Abständen muss kontrolliert werden, ob der Anker noch festsitzt oder das Schiff seine Position ändert. Versorgt mit Getränken und Knabberzeug, wacht alle zwei Stunden eine andere Gruppe. Im Wachprotokoll wird alles genau festgehalten. Bei Veränderungen an der Position auf dem GPS, Wetterverschlechterung oder Nähern eines anderen Schiffes muss Alarm gegeben werden.

Die Nacht verläuft ruhig und der nächste Tag wird der schönste der Reise. Klarer, blauer Himmel, vier bis fünf Windstärken und eine fast glatte See bieten beste Segelbedingungen. Notiz fürs Logbuch: „Haben alles an Tuch gesetzt, das auf dem Schiff zu finden ist, die Twister läuft knapp neun Knoten – geht schon anders ab als auf einer Jolle.“

Die Jugendlichen haben ruck, zuck begriffen, dass auf einem Segelschiff Teamfähigkeit das A und O ist. Sie sehen, wenn jemand an einer Position gebraucht wird und packen an, ohne zu lamentieren. „Auf so einer Reise wird deutlich, dass Erleben und Lernen keine Gegensätze sind, sondern sich wie notwendig ergänzen“, notiert der Pädagoge.

Der Schoner gleitet durchs Meer, ab und zu sprüht Gischt übers Vorderdeck, es knarrt, der Wind pfeift in der Takelage. Jemand kommt mit Kaffee vorbei und meint, es seien wohl noch vier Stunden bis Warnemünde. Die Runde der Jugendlichen nickt. Da ertönt der Ruf des Maats: „Piek und Klau am Groß besetzen!“ Die Einstein-Schüler gehen auf ihre Positionen und greifen nach den Seilen – so, als hätten sie ihr Leben lang nix anderes getan ... (hob)

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Auf dem kleinen Eiland Ko Mae Ko gestattet ein Aussichtspunkt einen fantastischen Blick über die Inselwelt. Foto: Michael Juhran
Für Schnorchler und Taucher hat die Unterwasserwelt im Golf von Thailand viel zu bieten. Foto: Tourism Authority of Thailand
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