Das Ende des Schandflecks

Pittler-Hochhaus macht Platz für Fachmärkte

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Einstiger Stolz eines ruhmreichen Unternehmens: Das Hochhaus ist neben dem Pförtnerhäuschen einzigstes Überbleibsel der Firma Pittler. Doch in Kürze beginnt der Abriss. Die braun verkleidete Fassadenfläche im zweiten Stock erinnert daran, dass ein Investor vor einigen Jahren eine Sanierung des Gebäude plante.

Langen - Einst war es das Wahrzeichen eines Langener Vorzeigebetriebs, heute ist es das Symbol eines Schandflecks: das Pittler-Hochhaus, neben dem Pförtnerhäuschen einzig übrig gebliebener Zeuge der ruhmreichen Vergangenheit des Maschinen-Herstellers. Von Markus Schaible

Im Februar soll der Turm abgerissen werden, damit nach Jahren des Stillstands die Brachfläche zu neuem Leben erwacht.

„Bis Ende Februar ist das Pittler-Hochhaus verschwunden“, sagt Carsten Weise, Fachbereichsleiter im Rathaus. Die Abrissgenehmigung liegt vor, jetzt kann der Investor loslegen. Auf dem Areal soll ein Fachmarktzentrum entstehen.

„Es ist wichtig, dass sich da was bewegt“

„Es ist wichtig, dass sich da was bewegt“, so Weise. Denn jeder, der von dieser Seite ins Wirtschaftszentrum Neurott fährt, kommt zwar an den schicken neuen Kreiseln vorüber, danach aber fällt der Blick auf Brache und Ruine. Dies schrecke auch Investoren oder Firmen ab, die im Neurott Projekte planen oder einen Standort suchen könnten. Wenn aber das Umfeld stimme, sei auch die Vermarktung weiterer Freiflächen leichter, hofft man im Rathaus.

Der Stillstand auf dem Pittler-Gelände zieht sich jetzt (mit Ausnahme der Edeka-Ansiedlung) bereits über ein Jahrzehnt hin. 2002 war die Fläche bei der Zwangsversteigerung für zehn Millionen Euro an die Südparkentwicklungsgesellschaft aus Dreieich gegangen, die auf dem insgesamt 8,3 Hektar großen Areal einen Mix aus Wohnen und Gewerbe plante. Doch das Projekt „Platanenpark“ mit hochwertigen Lofts kam nie in die Gänge, da sich keine Interessenten fanden. Vorgesehen war seinerzeit auch, das Pittler-Hochhaus zu sanieren und dort Gewerbeflächen zu schaffen. Aber auch diese Idee zerschlug sich, der Turm verfiel mehr und mehr.

Pläne für ein Nahversorgungs- und Fachmarktzentrum

Mittlerweile hat die KIZ GmbH aus Bad Soden-Salmünster, die schon den Edeka-Markt errichtete, das Grundstück erworben und gemeinsam mit der Stadt die Pläne für ein Nahversorgungs- und Fachmarktzentrum vorangetrieben. Vergangenen Sommer hatte die Regionalversammlung Südhessen mit der Änderung des Regionalen Flächennutzungsplans den Weg dafür freigemacht – und die Stadt konnte die erneute Änderung des Bebauungsplans in Angriff nehmen.

Das Aufstellungsverfahren dafür läuft noch immer – „wir hoffen, dass es bis Mitte des Jahres abgeschlossen ist“, sagt Weise. Parallel dazu sei auf Grundlage des Bebauungsplanentwurfs bereits der Bauantrag auf den Weg gebracht worden, damit die Genehmigung dann zeitnah erteilt werden könne. Falls es dabei keine Verzögerungen gebe, sei ein Baubeginn noch im Sommer möglich. Und Mitte nächsten Jahres könnten dann die ersten Märkte eröffnen.

Toom-Bau- und Gartenmarkt

Mittelpunkt des neuen Nahversorgungs- und Fachmarktzentrums an der Pittlerstraße zwischen Aldi und Edeka soll ein Toom-Bau- und Gartenmarkt sein. Dieser ersetzt den derzeitigen Markt am Egelsbacher Kurt-Schumacher-Ring, wird aber erheblich größer. Derzeit werden auf 3 600 Quadratmetern Werkzeuge, Lampen, Regalbretter und ähnliches verkauft; der Markt in Langen darf bis zu 8 650 Quadratmeter groß werden.

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Auf bis zu 1000 Quadratmetern will sich Lidl niederlassen. Zudem wird der Profi-Getränkemarkt von der anderen Straßenseite in neue Räume ziehen. Mit weiteren Fachmarktketten laufen Verhandlungen, weiß Weise.

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