Stadt will Kita Sonnenschein ausbauen

Platz für 47 weitere Kinder

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Der alte Pavillon der Kita Sonnenschein (oben und in der Skizze gelb eingezeichnet) soll abgerissen und durch einen deutlich größeren Neubau ersetzt werden. Das würde Platz für 47 weitere Betreuungsplätze schaffen. 

Langen - Im Bemühen, weitere Plätze in der Kinderbetreuung zu schaffen, setzt der Magistrat auf die Vergrößerung eines bestehenden Standorts: Das Gremium schlägt der Stadtverordnetenversammlung eine deutliche Erweiterung der städtischen Kita Sonnenschein vor.

Auf dem Gelände an der Ohmstraße ist ein modernes Niedrigenergiehaus geplant, das 23 Ü3- und 24 Krippenkinder zusätzlich unterbringen könnte. Mit insgesamt 116 Kindern von ein bis sechs Jahren würde die Kita damit zur viertgrößten Betreuungseinrichtung der Stadt. Das Vorhaben schlägt voraussichtlich mit gut 2,8 Millionen Euro zu Buche.

Die Planung sieht einen zweigeschossigen Massivbau mit Flachdach vor, der durchweg barrierefrei zugänglich ist. Der alte Pavillon (der einst am alten Rathaus stand und nach dem Umzug der Verwaltung an die Südliche Ringstraße ins Neurott umgesetzt wurde), der parallel zum Fußweg Richtung Steubenstraße am Kita-Zaun steht, muss dafür weichen.

Im Erdgeschoss des knapp 600 Quadratmeter großen Hauses sollen je zwei Gruppen- und Schlafzimmer für die Kleinsten, Abstellkammern, Wasch- und Kleingruppenräume sowie ein Mehrzweckraum, zum Beispiel zum Turnen, entstehen. Der bisherige Bewegungsraum im Bestandsbau wird künftig als weiterer Gruppenraum genutzt. Im ersten Stock des Neubaus sind Zimmer für Elterngespräche und Beratung sowie zwei Personalräume und ein Multifunktionsraum vorgesehen. Letztere könnten nach Fertigstellung auch für Dienstbesprechungen und Informationsveranstaltungen der Stadtverwaltung genutzt und an andere Fachdienste, Einrichtungen und Organisationen vermietet werden.

Auch draußen soll sich etwas tun. Eine Nestschaukel, ein Spielturm mit Rutsche, ein mit Baumstämmen umrandeter Sandkasten mit Sonnensegel und eine richtige kleine Rennstrecke für Laufrad, Roller und Rutschauto sind auf dem Sonnenschein-Areal geplant. An die Eltern haben die Planer ebenfalls gedacht: An der Südseite des Anbaus plant der Fachdienst einen Unterstand für Kinderwagen, damit diese künftig witterungsgeschützt geparkt werden können. Für größere Vehikel wird vor dem Eingang mehr Raum geschaffen: Weitere Pkw-Stellplätze für Eltern und Kita-Personal stehen ebenfalls auf der Agenda des Fachdienstes.

Um die neu geschaffenen 47 Krippen- und Kitaplätze besetzen zu können, müssen zwölf Erzieherinnen oder Erzieher zusätzlich eingestellt werden. Bürgermeister Frieder Gebhardt weiß: „Die Personalsituation auf dem Arbeitsmarkt ist angespannt.“ Erzieher seien heiß begehrte Fachkräfte, die landesweit kräftig umworben würden. Deshalb hat der Fachdienst Kinderbetreuung eine Kampagne für Personalwerbung auf den Weg gebracht. Mit originell gestalteten Postkarten macht er auf die anspruchsvollen Aufgaben dieses Berufsbilds aufmerksam und wirbt für seine zwölf Einrichtungen in Langen. Die aktuellen Stellenangebote der Stadt sind jederzeit auf www.langen.de in der Rubrik „Rathaus“ mit Klick auf „Freie Stellen“ einsehbar.

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Bürgermeister Frieder Gebhardt weiß: „Kindergarten- und Krippenplätze sind nach wie vor stark nachgefragt, denn Langen ist ein beliebter Wohnort für junge Familien.“ Der Magistrat setze alle Hebel in Bewegung, um den Bedarf zu decken. Gerade erst seien durch den Neubau der Kita „Haus Bullerbü“ am Belzborn 24 zusätzliche Krippen- und neun neue Kita-Plätze entstanden. Im Frühjahr hatte die Martin-Luther-Gemeinde ihre Tageseinrichtung vergrößert und 24 Mädchen und Jungen unter Drei aufgenommen. Bereits vergangenes Jahr kamen mit dem freien Träger „Nanus“ weitere 48 Plätze für Drei- bis Sechsjährige dazu. „Der Umbau der Kita-Sonnenschein ist ein wichtiger Baustein zum bedarfsgerechten Ausbau der Betreuungseinrichtungen in Langen“, betont Gebhardt.

Nach Beratung in den Ausschüssen für Umwelt, Bau und Verkehr (heute) und Soziales, Kultur und Sport (morgen) wird die Vorlage im Haupt- und Finanzausschuss (21. September) diskutiert. Das letzte Wort hat die Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, 5. Oktober (jeweils 20 Uhr im Rathaus). Stimmen die Parlamentsmitglieder zu, könnten die Vorbereitungen zum Umbau noch dieses Jahr beginnen. Wenn dann alles nach Plan läuft, könnten die Sonnenschein-Kinder ihren Neubau schon im Herbst 2019 beziehen. (ble)

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