Und plötzlich hatten sie Roadies

Langen - Das Jahr 2009 könnte für die Langener Rockcombo Crayfish das wichtigste ihrer noch jungen Karriere werden. Angefangen hat es bereits gut, denn sie spielten im Februar schon einen ihrer größten Gigs.

Fabi Fink (17, Gesang), Moritz Maier (24, Gitarre und Gesang), Patrik Westphal (21, Gitarre und Gesang), Dominik Westphal (20, Bass) und Marcel Schweer (22, Schlagzeug) traten bei „The Dome“, einem sehr bekannten Musikfestival in Hannover, in der Tui-Arena unter anderem mit Razorlight oder Katy Perry vor rund 10 000 Menschen auf.

Dort präsentierten sie dem Publikum ihr neuestes Lied „Watching Me“, das seit Anfang März im Internet zu sehen ist. Der Auftritt wird aber nur einer von vielen Höhepunkten sein, die in den kommenden zwölf Monaten auf das Quintett warten. Denn am 24.  April veröffentlichen die Langener Rocker ihre neue CD „Keep on Keepin’ on“, davor geht’s auf Tour. Zwischendrin stehen auch einige Akustikshows auf dem Programm. Ein voller Terminkalender also.

Trotz aller anstehenden Events beschäftigt die Reizüberflutung, die sie bei „The Dome“ erlebten, die fünf Musiker noch immer. „Wir haben vielleicht große Augen gemacht“, erinnert sich Moritz. Die drei Minuten, die ihr Song „Watching Me“ dauert, vergingen wie ein Wimpernschlag, erzählen sie unisono. Und auch danach ging’s schnell. Während sie ein Interview gaben, bauten Roadies ihre Instrumente ab. Dann war alles vorbei.

„Ich war schon extrem aufgeregt“, gesteht Fabi, der erst im Herbst des vergangenen Jahres zur Band stieß. „Es gab so viele neue Eindrücke, als wir dann endlich auf der Bühne standen. Da blieb überhaupt keine Zeit, um aufgeregt zu sein. Bei ‚The Dome‘ war der Backstage-Bereich größer als so manche Halle, in der wir üblicher Weise auftreten“, meint Patrick.

Und er weiß, wovon er spricht, schließlich hat die Band in den vergangenen drei Jahren mehr als 250 Konzerte gegeben. Unter anderem standen sie mit der Spider Murphy Gang vor etlichen tausend Leuten auf der Bühne, spielten in Frankreich oder sogar in Belgien. Zudem waren sie zweimal auf Tour in Deutschland unterwegs. „Die Leute, die Crew und selbst die Stars, waren alle sehr locker und freundlich“, erinnert sich Fabi. Sie hätten alle kennen lernen und mit ihnen ins Gespräch kommen können. „Aber wir haben uns zurückgehalten und haben einfach nur alles genossen“, sagt Marcel. Jedenfalls bis zur Aftershow-Party. „Wir waren die ersten, die hingegangen sind und die letzten, die rausgeworfen wurden.“

Weil sie ein User-Voting auf der Internetseite www.myspace.com für sich entschieden hatten, erhielten Crayfish die Möglichkeit zum Mega-Auftritt bei „The Dome“. Von ihrem Gewinn erfuhren sie übrigens erst vier Tage zuvor. Doch nicht nur vor dem Gig klickten viele Fans für sie. Auch danach hielten die Mäuse nicht still. „Wir haben extrem erhöhten E-Mail-Verkehr und etliche Presseanfragen“, eröffnet Moritz. „Sehr viele Mädchen schreiben uns“ – ein breites Grinsen zieht sich über die Gesichter der fünf jungen Männer.

Da scheint es schwer zu sein, wieder zum normalen Alltag zurückzukehren. „Eigentlich nicht“, sagt Moritz. „Gleich am nächsten Tag war schon alles wie immer. Ich saß zuhause und habe mein Zimmer aufgeräumt.“ Nun gilt es für das Quintett, ihre neueste Silberplaste zu vermarkten. Und sie haben sich ein großes Ziel gesetzt: Obwohl sie keine Plattenfirma im Rücken haben, wollen sie in die Top 100 kommen. „Deshalb haben wir eine professionelle Vertriebsfirma engagiert“, so Moritz. Aber es wäre gut, wenn Fans die CD bereits jetzt im Internet bestellen würden. Auch live werden sie viel unterwegs sein – die Tour steht, und für den Sommer sind etliche Auftritte bei Festivals geplant.

Die vielen Auftritte haben die Gruppe vorangebracht. Individuell hätten sie sich an ihren Instrumenten verbessert und auch das Zusammenspiel sei kompakter geworden. „Live ist eben wirklich die beste Übung. Da ist der Druck da, da lernt man in einem Konzert mehr als in zehn Proben“, sagt Patrick. „Unsere Songs sind mit der Zeit auch besser geworden – doch an der Art, wie wir komponieren, hat sich fast nichts geändert“, berichtet Moritz. Die Routine hat sich bei den fünf Langenern aber zum Glück noch nicht eingestellt – und das soll auch so bleiben.

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