Neuer Sitzungsinfodienst im Internet

Politik transparenter machen

Langen - Immer weniger Menschen interessieren sich für Kommunalpolitik, die Zahl der Nichtwähler steigt: Die Stadtverwaltung will es den Bürgern nun erleichtern, sich über politische Themen zu informieren; gleichzeitig will sie interne Abläufe vereinfachen.

„Mit diesem neuen Service auf den Langener Internetseiten wollen wir die Kommunalpolitik transparenter machen und das Interesse an der Arbeit der städtischen Gremien wecken“, erläutert Bürgermeister Frieder Gebhardt. Der Sitzungsinfodienst, wie das Angebot im Netz heißt, informiert über die Termine, Tagesordnungspunkte und Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung und ihrer Ausschüsse, ebenso über ihre Zusammensetzung und über die einzelnen Abgeordneten. Auch Dokumente zu vergangenen Bürgerversammlungen finden sich dort.

Zugegeben: Fast alles war auf der städtischen Homepage auch bisher zu finden – aber teilweise versteckt in unterschiedlichen Rubriken. Im Sitzungsinfodienst ist alles gebündelt; über die Suchfunktion lassen sich auch Themen aus vergangenen Sitzungen leicht recherchieren.

Überblick mit wenigen Klicks

„Wir ermöglichen damit allen Bürgern mit wenigen Klicks einen Überblick über die aktuellen politischen Debatten in Langen. Damit kommen wir unserer Informationspflicht noch besser nach und sorgen für mehr Transparenz in den Entscheidungsprozessen“, so Gebhardt. Viele andere Städte haben ähnliche Angebote unter dem Namen Ratsinformationssystem. Da in Langen aber kein Rat, sondern die Stadtverordnetenversammlung die politischen Entscheidungen trifft, wurde der Name angepasst.

Jeweils ab Freitag vor der jeweiligen Sitzung (sei es Stadtverordnetenversammlung oder einer ihrer drei Ausschüsse) kann sich jedermann ansehen, worüber beraten wird. Für Mandatsträger gibt es einen passwortgeschützten Bereich für nicht-öffentliche Dokumente.

Für die Verwaltung bedeutet das neue System weniger Aufwand, so Fachbereichsleiter Uwe Daneke. Bislang mussten alle Dokumente per Hand eingestellt werden, jetzt läuft dies automatisiert – dadurch werden Kapazitäten für andere Aufgaben frei.

Jede Menge Papier

Während die Vorlagen in der Verwaltung papierlos vorbereitet werden, erhalten die 45 Stadtverordneten sowie die zehn Mitglieder des Magistrats Kopien der Unterlagen. Dadurch kommt jede Menge Papier zusammen; die Kopierkosten belaufen sich auf jährlich rund 1 400 Euro. Das langfristige Ziel ist nach den Worten von Bürgermeister Gebhardt die papierlose Stadtverordnetenversammlung. Bis dahin sei es aber noch ein weiter Weg. Zunächst gelte es, das neue System – entwickelt wurde es von einer externen Firma in enger Zusammenarbeit mit dem Gremienmanagement im Rathaus – in der Praxis zu testen.

Optimal läuft der Sitzungsinfodienst zunächst nur mit einem herkömmlichen PC. Möglich ist aber auch, ihn für Smartphones und Tablet-PCs anzupassen, erklärt Daneke. Irgendwann könnte das Bild einer Stadtverordnetenversammlung so aussehen: Die Abgeordneten haben statt Papierbergen ein schlankes Gerät vor sich, auf dem sie alle Unterlagen für die Sitzung finden, das Publikum schaut im Smartphone nach, über welchen Antrag gerade abgestimmt wird. „Noch ist das Zukunftsmusik. Doch der Gedanke ist recht attraktiv und ich bin gespannt, wie unsere Sitzungen in ein paar Jahren tatsächlich aussehen werden“, sagt Bürgermeister Gebhardt.

Angesiedelt ist der Sitzungsinfodienst auf der Langener Internetseite in der Rubrik „Stadt und Bürger – Politik“

ble

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare